Alles schon gesagt?

Zu seinem 80. Geburtstag unterhält sich der Kabarettist Werner Schneyder mit sich selbst. Intelligente Menschen haben immer mindestens „zwei Seelen“ in ihrer Brust, so ist auch dieser Autor oft uneins mit sich:

„Welche Irrwege wollte man einmal gehen? Oder waren es keine?“ Haben die vielen Jahre auf der Bühne etwas bewirkt? Ist alles schon gesagt? Wie haben sich die Medien verändert? Welche politischen Meinungen sind nicht verhandelbar? Was denkt der Autor über Islamisten und linke Träumer?

Werner Schneyder: „Gespräch unter zwei Augen. Dialog eines Lebens“.

13 Kommentare zu “Alles schon gesagt?”

  1. jalbers

    Nichts gegen „Verschwörungstheorien“, es gibt auch reale Verschwörungen. Aber bitte nicht übertreiben, was diesen Blog betrifft. Hier gibt es weder Aufpasser noch Sonderrechte. Direkte Links werden von mir persönlich aus juristischen Gründen „entschärft“, Hinweise sind natürlich erlaubt.
    Was soll dieser abwertende Streit?

  2. Wadimy

    Kleiner Beitrag zum aktuellen Thema:
    Was Kabarett m.E. kann – und was es nicht kann: Es kann und sollte witzig sein, geistreich, unterhaltsam, zum Nachdenken und Überdenken von Positionen anregend. Missstände kann es nicht beseitigen, sondern allenfalls – und im besten Falle – neben anderen Faktoren dazu beitragen, mentale Voraussetzungen für gesellschaftliche Veränderungen zu schaffen.

    Die manchmal gestellte Frage, ob Kabarett denn gesellschaftlich überhaupt etwas bewirke, kann daher m.E. nicht mit einem klaren „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden.

  3. Roland Kuntz

    Die weltweiten Eingriffe der USA sind ja gut bekannt, und Noam Chomsky bezeichnet das Land als den „führenden terroristischen Staat“. In Anlehnung an obige Einführung frage ich:
    Nun sag, wie hast Du´s mit den USA, Werner?

  4. Erna

    Zur Klarstellung, der direkte Link zum Buch von Herrn DAS ist halt nicht entfernt, und kann immer noch durch einfaches klicken auf den oberen Namen aufgerufen werden. Deshalb die humorvolle Anspielung auf die Sonderrechte hier. Das fällt halt auf, weil es bei anderen so nicht funktioniert. Ich spreche nicht von den Links im unteren Text. Da kann ich es schon verstehen.

  5. DAS

    Eine Auto-Vielfahrerin sagte mir: „Ich habe mich aus der Ökologie verabschiedet“. Sie nimmt die Folgen ihres Handelns und damit die Widersprüche in sich in Kauf. Sie ist damit in der Gesellschaft mit den meisten Menschen. Ich denke, dass Künstler aller Art oft einen besseren Blick auf das Leben und seine Geheimnisse als rein wissenschaftlich ausgerichtete Menschen haben. Aber nur unser Verstand ermöglicht uns unser seltsam widersprüchliches Handeln. Etwa. Einerseits menschliches Handeln gegenüber Flüchtlingen – andererseits unser gnadenloser Egoismus mit Ausbeutung und Zerstörung.

  6. Magdalena

    Sehr geehrte Erna,

    als ich hier anfing zu schreiben, hatte ich bei der Frage nach der WEBSEITE mit NEIN geantwortet.
    Erst viel später fiel mir auf, dass mein Name immer in Rot erschien – so wie bei Herrn DAS. Bis ich dahinter kam, dass dies vom System aus so ist, wenn eine Webadresse eingegeben wird, oder wie in meinem Fall überhaupt etwas dort eingetragen ist. Dies habe ich dann bei einem nächsten Eintag gelöscht.

    Ich freue mich auf die morgige Sendung mit Werner Schneyder, und auf seine Ausführungen zur Frage hier von Roland Kuntz.

  7. Erna

    @Magdalena
    Danke für die Aufklärung.
    Und Entschuldigung an DAS wegen der falschen Verdächtigungen.
    Nichts ist so, wie es scheint.
    youtube.com/watch?v=OwRNpeWj5Cs

  8. Diogenes 2

    Hätte eine Frage:
    Was war der interessanteste Boxkampf den Sie kommentiert oder live erlebt haben ?
    Haben Sie als Dr. Phil auch gelegentlich selbst geboxt ?
    Soll ja ein recht „ehrlicher“ -schreibe mal so – Männersport sein.

  9. Wadimy

    Wunderbarer Autor.

    Selbstverständlich kann man Zustand und Chancen der Welt auch aus manch anderer, etwa evolutionsbiologischer Perspektive sehen, aus der manche Widersprüchlichkeiten erklärbar werden.

  10. DAS

    Danke an Herrn Dr. Albers für diese wunderbare Sendereihe. Ich habe sie gerne verfolgt und sie hat mich mit geprägt. Solche Sendungen sollten in den Öffentlich-Rechtlichen häufiger zu hören sein.
    Zu Werner Schneyder: Ich vermisste, dass er etwa den Begriff Politik nicht weiter dachte. Die Politiker*innen werden von den Wähler*innen letztlich gewählt, zumindest aber bestätigt. Also können sie nur so gut sein wie letztere. Und das sind wir!
    Das Wir besteht aus lauter Einzelhirnen. Also bestimmen wir letztlich wo es lang geht.

  11. Wadimy

    Noch kurz (ich möchte künftig hier etwas kürzertreten) zu dem Anruf eines Hörers, der die Zufälligkeit von Evolutionsprozessen und damit, wenn ich ihn recht verstanden habe, die Sinnlosigkeit und Vergeblichkeit menschlicher Existenz postulierte: Eine solche Haltung birgt selbstverständlich die Gefahr der Resignation.

    In Ergänzung des m.E. zutreffenden Verweises Werner Schneyders auf Karl Marx ist ganz allgemein sagen: Grund zur Hoffnung besteht durchaus, nämlich dann, wenn wir uns dafür engagieren, dass sie sich erfüllt.

  12. Jürgen Engel

    Ich teile zwar die Vorstellung, dass die evlutionär-historische Entwicklung der Menschheit in Gänze nicht berechenbar und somit vorhersehbar ist. Die Konsequenzen einzelner politischer Entscheidungen sind jedoch verblüffend oft erkennbar und zwar immer genau dann wenn man die ausschlagebenden Informationen hochrechnet und so die allgemeine Entwicklungsrichtung fast sicher prognostizieren kann. Um so deprimierender ist was für haarsträubende Fehler von den politischen Führern dieser Welt gemacht werden.
    Beispiel: Im Vorfeld des Irakkrieges gab es genügend Menschen, die darauf hinwiesen, dass es auf Grund der rivalsierenden relegiösen Gruppen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem Flächenbrand in der Region kommen wird. Wie der im Detail aussehen wird konnte niemand wissen. Aber das ist auch nicht wichtig. Die entscheidende Information um diesen Fehler zu vermeiden lag auf dem Silbertablett.
    Beispiel: Als die EU gegen den Willen Russlands das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine abschloss, konnte man zu 100 % wissen, dass Russland irgenwie reagieren würde. Wenn man jetzt noch weiß, dass die ukrainische Bevölkerung in einen prorussischen und prowestlichen geteilt ist, braucht man nur noch diese beiden Informationen zu addieren. Dann erhält man als Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit kriegs- oder bürgerkriegsähnliche Zustände und eine wie auch immer geartete Verschlechterung der Beziehungen zu Russland. Auch hier braucht ( und kann man ) keine Details wie Abspaltung der Krim, Sanktionen, Dauer und Umfang des Konfliktes vorauszusehen. Das Wissen, dass die Westanbindung der Ukraine unter diesen Bedingungen ein gewaltiger politischer Fehler und ein Desaster für die vom Krieg betroffene Bevölkerung sein würde war aber glasklar erkennbar.
    Oder: Der Sturm Katrina oder auch das Elbhochwasser hierzulande waren von den Metereologen vorhergesagt. Die schlimmen Folgen und wie man sie präventiv vermeiden kann auch. In beiden Fällen ( in den USA Dammbefestigung, bei uns Ausweisung von Hochwasserschutzgebieten) mussten die prognostizierten Katastrophen erst eintreten bis gehandelt wurde. Diese Form der offensichtlich weit verbreiteten Ignoranz ist mir nicht verständlich, weshalb ich übrigens auch überzeugt bin, dass wir die Klimaerwärmung nicht stoppen werden.

  13. Magdalena

    Eisenhower, der wichtigste US-Kommandant im Zweiten Weltkrieg, warnte alle Amerikaner vor dem militärisch-industriellen Komplex.
    Obama scheiterte an der Macht der Republikaner im Kongress, und seiner „Auslieferung“ an den militärisch-industriellen Komplex.
    Die kurze Zusammenfassung die Werner Schneyder zur Frage der US-Politik aus diesem Blog gab, gefiel mir, durch die Knappheit. Die Demokraten schafften es nicht, den Bernie Sanders zu nominieren, da die Wähler schon lange nicht mehr in der Lage waren den Kongress wirklich zu beeinflussen, in ihrer politischen Unmündigkeit.

    Persönlich bin ich der Ansicht, dass in allen Regierungen dieser Welt dieser militärisch-industrielle Komplex das wirkliche Sagen hat. Sobald ein noch so guter Mensch an die Macht gelangt, muss er/sie sich beugen.

    Wir haben keine Lehre, keine Philosophie des Digitalen Zeitalters; was sowohl zu einer Vernetzung WIR führte, als auch zu einer enormen Trennung, zu Hause sitzen, Resignation aufgefangen im Konsum der Ablenkung. Allerdings besteht für mich das zwanghafte (?) WIR nicht aus Gehirnen von einzelnen Menschen, sondern aus ihrem Geist/ihrem Bewusstsein.
    Da es jedoch immer noch diese – nun nicht mehr geografische – Provinz gibt, die vom Autor als „beschränkte Haltung, fehlende Information und der Unfähigkeit großflächig zu Denken“, definiert wird, vor allem in Großstädten, bin ich/sind wir durch Sendungen wie u.a. z.B., Fragen an den Autor, und all den wunderbaren Büchern die vorgestellt werden, gerettet!

    Wo sind die Wesen, die nicht nur die digitale Welt nutzen, sondern sie auch bauen können, um damit ihren Geist zu fordern, womöglich im Intellekt eine philosophische Neuorientierung zu entwickeln? Ich glaube nicht, dass „die Rettung“ darin besteht, die Vergangenheit aufzuzeigen, sich an ihr zu orientieren, wodurch das Kreieren von noch nicht Bekanntem ausgeschlossen wird. Dies sollte dann meines Erachtens eine Arbeit ohne Lohn sein, die Arbeit, die alle für sich selbst auswählen könnten.

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