Wohlstand? Für wen?

Unser Land fällt auseinander: Die Lebenswelten der Armen und der Wohlhabenden berühren sich kaum noch, man spricht (auch unter Deutschen) nicht mehr dieselbe Sprache, viele sind „abgehängt“.

Auch politisch gibt es eine Polarisierung: die offizielle Politik interessiert viele nicht mehr, es besteht die Gefahr, dass „irgendjemand“ unterstützt wird, Hauptsache, er gehört nicht zur Machtelite, zum „Establishment“.

Wie konnte sich eine Ideologie wie der Neoliberalismus durchsetzen? Warum verhält sich eine breite Mehrheit gegen ihre eigenen Interessen? Brauchen wir eine Umverteilung?

 

Ulrich Schneider: „Kein Wohlstand für alle? Wie sich Deutschland selber zerlegt und was wir dagegen tun können“.

Schreiben Sie Ihre Meinung, Ihren Kommentar zur Sendung am Sonntag, 12.3., um 9.04 Uhr!

 

 

39 Kommentare zu “Wohlstand? Für wen?”

  1. Stefan Siffrin

    @Podcastqualität:

    seit der Sendung „Grüne- die neue FDP“ (Nov. 2016) fiel mir beim Podcast auf, dass der Moderator Dr. Albers viel schneller spricht als in früheren Sendungen. Bei den Autoren kann ich das nicht recht beurteilen. Wurde der Podcast vielleicht aus irgendwelchen technischen Gründen beschleunigt?
    Vielleicht ist mein Eindruck auch falsch…

  2. Wadimy

    Unzählige gesellschaftliche Fehlentwicklungen und wohl auch die meisten der damit zusammenhängenden Paradoxien – aktuelle Beispiele sind sowohl Entstehung und Verbreitung der Ideologie des sog. Neoliberalismus, als auch die Tatsache, dass sich die große Bevölkerungsmehrheit gegen eine solche ihre Interessen massiv bedrohende Entwicklung kaum wehrt – haben u.a. eine gemeinsame Wurzel darin, dass sich in menschlichem Handeln archaische, irrationale Bestrebungen (Gier ist nur eine davon) zumeist stärker erweisen als die Vernunft. – Ein sicherlich für viele allzu lapidarer, unbefriedigender, m. E. jedoch kaum hinwegdiskutierbarer „Hauptnenner“ von vielem, was auf den ersten Blick erstaunlich und unerklärlich scheint.

    Um einem an dieser Stelle immer wieder vorgebrachten Einspruch zuvorzukommen: Ich rede hier nicht davon, dass Vernunft keinerlei Chance hätte (Beispiele aus der Geschichte zeigen, dass dies durchaus der Fall ist), sondern von einer durch die Realität belegten starken TENDENZ verschiedenster irrationaler Bestrebungen, sich gegen Vernunft und Verantwortlichkeit (Verantwortlichkeit auch sich selbst gegenüber) immer wieder durchzusetzen.

    Und diese Tendenz wird durch die weitgehende Verflüchtigung von Bildung im Sinne von Befähigung zum Selber-Denken, aber auch durch die vielen von einem hohen Anteil der Zeitgenossen begierig aufgenommenen Angebote zu Konsum und Zerstreuung noch verstärkt.

  3. Wadimy

    @ Stefan Siffrin
    Wäre seitens des Senders die Wiedergabegeschwindigkeit der letzten Podcasts erhöht worden, hätte das ja eine Laufzeitverringerung zur Folge, was aber definitiv nicht der Fall ist: Auch die neueren Sendungen dauern zwischen 50 und 55 Minuten.

  4. Erna

    Eben gerade, zog eine Schulklassenwanderung an meiner Wohnung vorrüber. Ich schätze mal, ungefähr 20% dieser Schüler waren noch deutschstämmig. Das heißt, in ungefähr zwei Generationen hat sich das Thema „Deutschsein“ unumkehrbar verflüchtigt. Ich finde dies einfach nur schade und ich stehe auch zu diesem Standpunkt. Eine leicht zu lenkende entwurzelnde Rasse ist am entstehen. Wie erwünscht.
    Wenn da nicht der Aufwachprozess im vollen Gange wäre.
    Von daher bleibt meine Zuversicht, was die ganze Menschheit betrifft, nach wie vor ungebrochen, da ich beide Seiten der Münze wahrnehmen kann. 🙂
    youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack&feature=youtu.be&t=28

  5. Wadimy

    @ Erna
    Zudem, und hiermit unterstreiche ich Ihre Einschätzung bezüglich Immigration, ist zu bedenken, dass wir uns keineswegs sicher sein können, den Hauptschub an Immigranten hinter uns zu haben. Ganz im Gegenteil sollten wir uns auf eine mehr oder weniger bereits auf ihren Koffern sitzende Millionenschar von Menschen v.a. aus dem afrikanischen Kontinent einstellen, von denen die Mehrzahl von ihnen Deutschland als Ziel hat.

    Das Manko, dass bereits die jetzigen Immigranten, die übrigens zu erheblichem Teil hier bleiben werden, schon allergrößtenteils nicht integriert werden können, dürfte sich im Laufe der kommenden Jahre also mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht verringern, sondern noch deutlich vergrößern.

    Ihre Hoffnung bzw. Gewissheit, was den sog. Aufwachprozess betrifft, teile ich nicht.

  6. Wadimy

    Korr., Ende 1. Abschn.: „…von denen die Mehrzahl Deutschland als Ziel hat.“

  7. DAS

    @ Wadimy: Zu den archaischen Grundlagen des Menschen gehören aber auch die Intelligenz und unser Verstand. Damit haben die Menschen bisher überlebt und sich weiter entwickelt. Das könnte auch so weiter gehen.
    Dass es gegenwärtig nicht danach aussieht liegt an der allgemeinen Unwissenheit der Menschen und der von ihnen selbst verursachten Komplexität des heutigen Lebens. Die meisten erkennen etwa keinen Zusammenhang zwischen ihrem Tun (bzw. Nichttun) und den Vorgängen in ihrem Leben und im Außen. Sie schädigen sich mit ungesunder Lebensweise und schlagen die Zeit tot. Sie weisen die Schuld den Anderen zu – Migranten, Kapitalisten, Politikern usw. Nur Wenige engagieren sich in Parteien wundern sich dann darüber was alles schief läuft: Fechinger Talbrücke, 4. Pavillion, Stadion in SB, Flughafen Berlin, VW-Abgasskandal usw. Dies ermöglicht allen möglichen Gruppierungen – Gewinnoptimierern, Verschörungstheoretiker*innen und „Spinnern“ aller Art – gewisse Anhängerschaften um sich zu versammeln. Allen – auch dem Establishment – ist das grundlegende Unwissen gemeinsam. Leider sind diejenigen, die sich ehrlich um ein friedliches zusammenleben bemühen, in der Minderzahl. In meinem Buch, das ich auf http://ueberleben-wir.de vorstelle, habe ich über die Zusammenhänge geschrieben.

  8. Roland Kuntz

    Es ist doch faszinierend, wie jemand, der nur warme Luft zu verkaufen hat, jetzt als großer Messias gehandelt wird. Schöne Worte und bisherige Taten dieser Person miteinander zu vergleichen, ist wohl zu viel verlangt.
    In meinem Traum erleidet diese Partei massive Mitgliederverluste, als sie diesen Kanzlerkandidaten präsentiert. Kaum ist der Kandidat aufgestellt, ist er auch schon wieder weg. Die Realität sieht leider anders aus.

    Und die Gewerkschaften erzielen Lohnerhöhungen auf dem Niveau der Inflation. Dabei hätten wir massiven Nachholbedarf.
    Aus Sicht der Eliten sind wir wahrscheinlich im Plan: Man sagt uns, was richtig und falsch ist.
    Der Vortrag auf der tube von Rainer Mausfeld scheint mir eine gute Ergänzung zu sein – „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“, 98 Minuten.
    Da kann man sehen, wie Demokratie simuliert wird. (Sehr interessant ist auch der Teil über den amerikanischen Exzeptionalismus)

  9. Wadimy

    @ DAS
    Intelligenz und Verstand sind evolutionsbiologisch erst sehr spät entstanden; insofern würde ich sie nicht zu unseren archaischen Anlagen zählen. Ansonsten teile ich Ihren Ansatz völlig. (Ihr Buch werden wir uns bestellen.)

  10. Erna

    Frieden muß zu allerserst im inneren des einzelnen Menschen erwirkt werden, und spiegelt sich erst dann im äußeren Geschehen wieder.
    Viele befinden sich genau auf diesem Weg Erkenntnisweg und diese „Bewegung“ nimmt expotenzial zu auf diesem Planeten. Den Archonten graut es vor dieser Entwicklung. Die Schafe brechen aus. 🙂

  11. Jürgen Engel

    @DAS
    Ja, in der Minderzahl sind sie, gerade bei den Entscheidungsträgern und dafür gibt es sozialpsychologische Gründe.
    Machte man eine Zeitreise in die 70ger Jahre des letzten Jhd. und informierte die Menschen darüber, dass nach der Jahrtausendwende in Deutschland wieder so was Ähnliches wie Suppenküchen gibt, nämlich die Tafeln, würden wohl viele entsetzt vermuten, dass wieder kriegsähnliche Zustände herrschen müssten. Erklärte man ihnen dann, dass sich ganz im Gegenteil das Bruttoinlandsprodukt mehr als verdoppelt hat und Deutschland zu den reichsten Ländern der Welt gehört, sähe man in verduzte verwirrte Gesichter. Wie konnte das geschehen? Nun,die Ursache liegt darin, dass der neoliberale Zeitgeist einen bestimmten Menschenschlag, nämlich den empathieunfähigen Soziopathen in die Führungsetagen von Unternhemen und Regierungen hineinselektiert und katapultiert hat. Die „Trumpisierung“ der Welt hatte also schon lange begonnen, bevor es das passende Gesicht dazu gab, weil es zur Standardtarnung von Führungspersonen gehört sich das Mäntelchen von Humanität und Sachverstand umzuhängen. Gerade weil der amtierende US-Präsident in seinem Größenwahn keine Maskerade kennt, präsentiert er der ganzen Welt mit welchen Eigenschaften man in höchste Ämter und Positionen kommt: Geltungssucht, Narzissmus, Rücksichstslosigkeit, Empathieunfähigkeit, Ignoranz, Realitätsverleugnung und autoritäres/tyrannisches Auftreten. Ein bisschen Trump, meist mehr als weniger finden wir überall, z.B in deutschen Unternehmen und in der Politik. Hat ein VW Manager je einen Gedanken daran verschwendet, dass die Verpestung der Atemluft – aus reiner Profitgier – Krankheit und Tod für seine Mitbürger bedeutet? Nein, nicht weil er böse ist, sondern weil er es nicht fühlt. Er denkt nicht daran und wenn er darauf angesprochen wird, nimmt er es in Kauf. Haben die Konstrukteure der Agenda 2010 eine Sekunde darüber nachgedacht, dass sie Menschen in Verzweiflung, manche in den Selbstmord treiben, dass sie Existenzangst, Unruhe und Zwietracht in die Bevölkerung bringen? Sie hätten es wissen können, denn der ausgemachte Zweck der Agenda war ja, dass es erwerbslosen Menschen materiell und psychisch so dreckig geht, dass sie jeden Job annehmen ohne Ansprüche an Lohn oder Arbeitsbedingungen zu stellen. Und falls doch hat man die Kettenhunde der Leih- und Zeitarbeitsfirmen, nämlich die Arbeitsagenturen, Argen, Jobcenter auf sie gehetzt. Dazu musste man noch den Anspruch des Existenzminmums aushebeln, denn eigentlich dürfte kein einziger Mensch, wie der Begriff es nahe legt weniger haben. Weil jedoch Millionen Menschen mit deutlich weniger auskommen müssen, sind die Tafeln entstanden. Armut in Deutschland ist also kein Versehen sondern Bestandteil hiesiger Wirtschaftspolitik, gemacht nicht von Menschen sondern von Zombies. Sie fühlen nicht was sie tun und begreifen somit nicht was sie anrichten!

  12. Dieter Schwarz

    …Sie weisen die Schuld den Anderen zu – Migranten, Kapitalisten, Politikern usw. Nur Wenige engagieren sich in Parteien wundern sich dann darüber was alles schief läuft: Fechinger Talbrücke, 4. Pavillion, Stadion in SB, Flughafen Berlin, VW-Abgasskandal usw…

    Da scheint der Herr DAS der Meinung zu sein, daß die SCHAFE selbst darüber bestimmen könnten, wie sie ihr Leben gestaltet und auf welcher Weide sie was zu fressen haben. Nein, das Leben der Schafe bestimmt der Hirte, der den höchstmöglichen Ertrag aus der SCHAFHALTUNG im Auftrag des Herdenbesitzers erzielen will und muß. Die SCHAFE kommen auf die vorgesehene Weide, auf die sie dann auch getrieben werden. Und die SCHAFE unterwerfen sich dem Hirtenwillen, weil die Schäferhunde sonst Gewalt gegen sie anwenden. Auf der vorgesehenen Weide frißt jedes SCHAF soviel wie es kann – ohne Rücksicht auf die spätere Hinterlassenschaft der Weide – um sich einen Vorteil gegenüber den MITSCHAFEN, in den Augen des Hirten zu verschaffen. Letzten Endes nutzt es dem einzelnen SCHAF aber gar nichts; denn sein vorgesehenes Schicksal ist ihm gewiß. Wird der Ertrag an ihm zu gering, geht es zum Metzger. Deshalb muß ein Hartz IV-Empfänger auch viel früher sterben, als ein entsprechend reicherer Mensch, den man in Krankenhäusern und „Pflegeeinrichtungen“ noch finanziell ausbeuten kann.

    Zitat Soktrates: „Ein Wolf hat keine schlaflose Nacht wegen der Meinung der Schafe“.
    Zitat Goethe: „Freilich ist es auch keine Vorteil für die Herde, wenn der Schäfer auch ein Schaf ist.“
    Zitat Hans Herman Hoppe: „Die Demokratie ist eine politische Ordnung, die nicht die Herrschaft des Volkes garantiert, sondern seine Ausbeutung.“
    Zitat Platon: „“Wer in der Demokratie die Wahrheit sagt, wird von der Masse getötet.“

    Übrigens, der „Skandal“ um den Berliner Flughafen hat aber rein gar nichts mit „Pleiten, Pech und Pannen“ zu tun, sondern ist eine rein politische Angelegenheit, die man aber dem „SCHAFSVOLK“ so nicht erzählen kann.

  13. Wadimy

    @ Dieter Schwarz
    Das Schaf hat keinen Verstand, den es, um seine Situation zu ändern, benutzen könnte, der Mensch schon. Er tut es leider nur viel zu selten.

  14. DAS

    Das Bild von dem Hirten und den Schafen ist nur ein Bild, nicht die Realität. Herr Mausfeld hat es ebenso falsch auf unsere Situation angewendet. Meine Mitmenschen sind durch die Bank intelligent genug, um sich nicht so von den Anderen nieder machen zu lassen. „Wer dumm geboren wird kann nichts dazu – wer aber dumm bleibt ist selbst daran schuld“ heißt es zurecht. Sie glauben man müsse sich nicht schlau machen und könne alles Erdenkliche tun. Das rächt sich jedoch wie uns das Schicksal gerade vorexerziert.

  15. Wadimy

    auch ich halte Bilder und Vergleiche, welche die Bevölkerungsmehrheit als reine Opfer von Eliten oder anderen „Mächtigen“ darstellen und somit von Mitschuld für Fehlentwicklungen de facto freisprechen, nicht zuletzt auch deshalb für höchst problematisch, weil diese Vergleiche (selbst wenn das nicht beabsichtigt ist), dazu beitragen, den status quo zu verfestigen. Mit anderen Worten: Wer nur immer hört, dass er ja Opfer ist, wird sich wohl kaum wehren.

  16. Wadimy

    Erg.: wehren und Verantwortung übernehmen.

  17. DAS

    Das Bild vom Hirten und den Schafen ist deshalb falsch weil alle Menschen biologisch gleich sind. Unterschiede – etwa reich und arm – sind menschengemacht.

  18. Wadimy

    Ok. Mein Einwand ist viel allgemeiner; er wendet sich nicht nur gegen das Bild vom Hirten und den Schafen, sondern gegen alle Vergleiche und Bilder, die Menschen zu schieren Opfern machen.

  19. Wadimy

    PS:
    Schönen Sonntag allen Diskutanten!

  20. Wadimy

    Wie wichtig „Fragen an den Autor“ als Ergänzung und Gegengewicht zu dem ist, was man mittlerweile allergrößtenteils in den Medien serviert bekommt, hat die heutige Sendung mit Ulrich Schneider wieder einmal gezeigt.

  21. Dieter Maurer

    Ich stehe dem Begriff „Wohlstand“ zunehmend kritisch gegenüber: oft verbirgt sich dahinter tatsächlich Verschwendung, die wir uns ökologisch (wir haben nur „eine“ Erde) und in Hinblick auf eine weltumspannende Gerechtigkeit (gleiches Wohlstands-Recht für „Westler“ und Inder/Afrikaner/Chinesen/…) eigentlich nicht leisten können.

    Ich habe (vor einigen Jahren) einen Film über Armut in Frankreich bei Arte gesehen. U.a. wurde eine (neu-)“arme“ Familie befragt, was das Schlimmste an ihrer derzeitigen Situation sei; Antwort „dass wir die Reste vom Vortag essen müssen“. Meine Reaktion „wenn das das Schlimmste ist, dann kann es noch nicht wirklich schlimm sein“ — denn noch nie ist mir eingefallen, Reste einfach wegzuwerfen…

    Dessen ungeachtet stimme ich zu, dass unsere Politik die Großen/Reichen/Mächtigen zum Nachteil der „Normal-Bürger“ in hohem Maße bevorteilt und dass sich dies
    ändern müsste (durch Änderungen bei Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Unternehmensbesteuerung, Kapital-Umsatz- und Ertrags-Steuer, …).

  22. Elke Schumacher

    Ein wichtiges Buch, eine gelungene Präsentation und eine interessante Diskussion! Ein Autor, der weiß, wovon er spricht, und der das sehr anschaulich vermitteln kann. Gut platziert vor der Wahl im Saarland, wobei mir besonders auffiel, dass einer von außen kommen muss, um an Ottmar Schreiner zu erinnern. Auf DEN bezieht sich leider die jetzige SPD im Saarland genau so wenig wie der populistisch schwafelnde „Halbsaarländer“ Schulz. Mich erschreckt, wie schnell jemand zum Heilsbringer hochstilisiert wird und wie die Medien das befördern… Transparenz, ja, ganz wichtig. Und Engagement und kritischer Einsatz des Verstandes, aber auch ehrliches Eingeständnis, wieviel „Schaf“ vielleicht in jedem von uns steckt.

  23. Wadimy

    @ Elke Schumacher
    Alles, was Sie hier schreiben, möchte ich dick unterstreichen.

  24. Dieter Schwarz

    …Mein Einwand ist viel allgemeiner; er wendet sich nicht nur gegen das Bild vom Hirten und den Schafen, sondern gegen alle Vergleiche und Bilder, die Menschen zu schieren Opfern machen…

    Das ist logisch und nachvollziehbar. Denn welcher BundesBÜRGER, der für alles und jedes bürgen muß (ESM, Target2, Griechenland usw.) und WeltFINANZIERER (Kriege in der Ukraine, im mittleren Osten, Flüchtlingsabkommen Türkei, US-Staatshaushalt mittels Strafzahlungen von DB und VW usw.) will vor sich selbst angestehen ein SCHAF zu sein, dem man das Fell ordentlich über die Ohren ziehen kann. Im Religiösen mag das ja noch angehen: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“

    Im ‚Übersinnlichen‘ mag die SCHAFSrolle ja noch akzeptiert und angenommen werden, aber im Weltlichen geht das gar nicht, da heißt das dann:“Meine Mitmenschen sind durch die Bank intelligent genug, um sich nicht so von den Anderen nieder machen zu lassen. ‚Wer dumm geboren wird kann nichts dazu – wer aber dumm bleibt ist selbst daran schuld'“.

    Zitat US-Präsident Harry S. Truman am 17.07.1945 zu Beginns der Potdamer Konferenz: “Amerika wird nicht noch einmal den Fehler machen, den Deutschen exakt bezifferte Reparationen aufzuerlegen und ihnen dann das Geld zu leihen, damit sie ihren Verpflichtungen nachkommen können. Dieses Mal werden die Reparationen in Form von Sachvermögen aus den Ressourcen zu bezahlen sein, welche Deutschland nicht zur Sicherstellung seiner Selbstversorgung im Frieden benötigt.” Und was bedeutet das? Die letzte Rate der sich aus dem I. Weltkrieg ergebenden Reparationsverpflichtungen an die Allierten in Höhe von 56 Millionen Euro zahlte die Bundesrepublik Deutschland erst vor knapp 7 Jahren, im Oktober 2010. Die allierten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs verordneten dem Kriegsverlierer Deutschland unbegrenztes und unbefristetes Leisten von Wiedergutmachung, was bis in die Gegenwart anhält und auch künftig fortzusetzen ist. Der Professor für Rechtswissenschaft der Universität Bremen Dian Schefold beziffert die in 7 Jahrzehnten gezahlten Summen bis in die Billionen.

    Und was sagt dazu der BundesBÜRGER? Wir sind keine Opferlämmer und waren es auch nie!! Denn „Wer nur immer hört, dass er ja Opfer ist, wird sich wohl kaum wehren.“ Deshalb wehren wir uns und hatten uns bereits früher immer gewehrt. In Wahrheit ist die Sachlage doch so: Ja, wir zahlen, zahlen, zahlen, aber nicht weil wir die SCHAFE sind, denen man bequem das Fell über die Ohren ziehen kann, sondern weil wir DAS ZAHLEN’MÜSSEN‘ selbst bei den Siegermächten eingefordert haben. Der eigentliche Verbleib der entrichteten gigantischen Summen seit Ende es Krieges sollte für uns auch unbedeutend sein. Wir tilgen auf ewig mit Geld unsere Schuld aus unserer schlimmen Vergangenheit zur Versöhnung mit den Völkern.

    Damit sind Sie auch widerlegt Herr Dieter Schwarz: „Das Bild vom Hirten und den Schafen ist deshalb falsch, weil alle Menschen biologisch gleich sind. Unterschiede – etwa reich und arm – sind menschengemacht“. Und wir bestimmen in ‚Selbstbestimmung‘ und nicht als ‚unmündige SCHAFE‘ wen wir mit unserem Geld reich (militärisch industrieller Komplex der USA, Banken, Finanzwirtschaft, Großkonzerne, Briefkastenfirmen usw.) und wen wir arm (Griechenland, Portugal, Spanien, Afrika, naher und mittlerer Osten usw.) machen. Das verstehen wir BundesBÜRGER unter „wehren und Verantwortung übernehmen“. Insoweit ist der Vergleich der Deutschen mit SCHAFEN ungehörig und verbietet sich aus der Offensichtlichkeit; denn „Das Schaf hat keinen Verstand, den es, um seine Situation zu ändern, benutzen könnte, der Mensch schon“. UND WIR SIND MENSCHEN, UND WIR ÄNDERN; ABER NUR, WENN WIR ÄNDERN WOLLEN!!

  25. Wadimy

    @ Dieter Schwarz
    In seiner Definition von Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ spricht Kant das an, was zu seiner Zeit notwendig war und es heute (wieder) wäre. Ich kann mich nur wiederholen: Alle Vergleiche und Bilder, welche eine Unfähigkeit der Bevölkerungsmehrheit zur Änderung eines unbefriedigenden Status beinhalten, tragen zum Erhalt dieses Status bei.

    Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Menschen durchaus in der Lage sind, sich aus Fesseln zu befreien, ist für mich, wie die Bürger der damaligen DDR dieses Unrechtsregime zu Fall gebracht haben – und zwar mit friedlichen Mitteln.

  26. Hans-Michael Schneider

    Schade, dass der Autor so ein distanziertes Verhältnis zum Bedingungslosen Grundeinkommen hat.
    In kürzester Zeit könnte ein gesunder Wohlstand für alle erreicht werden, wenn ein Grundeinkommen von 2.000 € pro Monat an abwesende Arbeitnehmer bei einem Mindestlohn von fast dem Doppelten von Unternehmen ausgezahlt, das aktuelle Steuersystem komplett abgeschafft und eine Steuer als Umsatzprovision in Höhe von 15% in Verbindung mit einer Unterbeschäftigungssteuer eingeführt würde. Näheres unter: t1p.de/qzwc
    Nun ja, der Autor kann solch einem Grundeinkommen gar nicht zustimmen, da es seine aktuelle Arbeit völlig überflüssig machen würde.

  27. Elke Schumacher

    Guten Morgen, Wadimy,

    und danke für die bestätigende Ermutigung. Mir geht es umgekehrt ähnlich, zumeist schreiben Sie für mich mit! Überhaupt ist der Blog oft sehr anregend, informativ und vielseitig, und ich hoffe sehr, dass diese einmalige Sendung sich weiterhin im Programm behauptet und zum kritischen gedanklichen Austausch animiert. Herr Schmieding übernimmt ein „wohlbestelltes Haus“, auf unsere Unterstützung, denke ich, kann er zählen…

    Hallo Erna,
    nur noch 20 % der Schüler deutschstämmig? Und das kann frau sehen?? Haben Sie sich mal damit beschäftigt, wo wir „Deutschen“ herkommen, wie viele Völker sich im Lauf der Jahrtausende vermischt haben? Kriege, Völkerwanderungen, Seuchen, Katastrophen, Wirtschaft, Handel und Tourismus haben ihre Auswirkungen zu allen Zeiten.
    Dass der Frieden in jedem von uns beginnen muss, da stimme ich Ihnen zu.
    Allen eine gute Frühlingswoche!

  28. DAS

    Der Herr Schneider jammerte wie gewohnt auf hohem Niveau und trauerte Willy Brandt nach. Die durchaus berechtigte Prügel für die 2010-SPD hatte allerdings das Geschmäckle einer Anti-Schulz Story. Ansonsten hörte ich keine konkreten Ideen. Aufklärung – aber wie? Grundeinkommen – könnte ja jemand trotzdem mit seinem Geld nicht zurecht kommen; Also lieber weiter die derzeitige Ungerechtigkeit mit der Gefahr des Auseinanderfallens der Gesellschaften. Usw.

  29. Wadimy

    @ DAS
    Dass Ulrich Schneider jammerte, konnte ich an keiner Stelle beobachten. Dass er mit Wehmut an die Zeit Willy Brandts zurückdenkt, teilt er sicherlich mit vielen, auch mit mir.
    Auch dass er (@ Hans-Michael Schneider) ein distanziertes Verhältnis zum Bedingungslosen Grundeinkommen hätte, konnte ich nicht feststellen; schon sein Eingangssatz dazu besagte eher das Gegenteil. Und seine gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen sprechenden ARGUMENTE waren zumindest für mich nachvollziehbar.

  30. Erna

    Eine mögliche Zukunft in Sachen Wohlstand für alle:
    youtube.com/watch?v=6Zdt7JYXCx4

  31. Marina.R

    @Elke Schumacher
    …Kriege, Völkerwanderungen, Seuchen, Katastrophen, Wirtschaft, Handel und Tourismus haben ihre Auswirkungen zu allen Zeiten…

    Eine Frage sei einmal erlaubt von Frau zu Frau. Sie scheinen mir eine sehr abenteuerbegierige Frau zu sein. Wie stellen Sie sich Kriege, Völkerwanderungen, Katastrophen, Handel(skriege) usw. vor? Wie stellen Sie sich die baldigen und zukünftigen Auswirkungen auf die Völkerwanderungen aus Islamien in unser Land vor?: Absolut friedlich? Mit nur ein bißchen Blut und Tränen? Oder so wie es immer war in der Geschichte der Menschheit? Blutig, mit vielen Opfern, schreienden Kindern, Zerstörungen, Unterdrückung, Vergewaltigungen usw. bis sich eine neue Gesellschaftsordnung wie auch immer geardet gebildet hat?
    Ich jedenfalls habe darauf nicht den geringsten Bock. Und damit so etwas nicht geschieht, sollten Verhandlungen mit den Führern der Muslimen in unserem Land eingeleitet werden.

    @Hans-Michael Schneider
    Sie sehen, Ihnen wird ohne Frage in welcher wirtschaftlichen Situation Sie stecken, sofort „Jammern auf gewohnt hohem Niveau“ vorgeworfen. Das würde es auch werden, wenn Sie Bezieher von Hartz IV oder wie von Herrn Schäuble jetzt gefordert Hartz V wären, sobald Ihnen einfällt ohne Arbeitsleistung – egal zu welchem Ausbeutungspreis – ein vielleicht erträgliches Leben führen zu dürfen mittels eines gerechten Grundeinkommens, um der Ausbeutung der Menschen ein Ende zu setzen. Merke: Reich sein ist nur schön, wenn andere arm sind!
    Insoweit wäre es durchaus einmal interessant die Lebens- und Einkommensseite des „Moralapostels“ Herrn DAS zu erfahren, wie oft er verreist, welches Einkommen ihm zur Verfügung steht, wie sein Anwesen in Heusweiler aussieht und welches Auto und ggf. wieviele er und seine Familie fahren.

  32. Lichtkrieger

    Was in diesem Zusammenhang noch interessant ist, wenn das auf den Namen DAS klickt, erscheint sein neues Buch über die neue Weltordnung.
    Da weiß man doch gleich, woher der Wind weht. Aufpasser gibt es jedoch bereits in jedem Blog. Nur bemerken muß man es halt.
    youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack&feature=youtu.be&t=28

  33. Lichtkrieger

    Was in diesem Zusammenhang noch interessant ist, wenn das auf den Namen DAS klickt, erscheint sein neues Buch über die neue Weltordnung.
    Da weiß man doch gleich, woher der Wind weht. Aufpasser gibt es jedoch bereits in jedem Blog. Nur bemerken muß man es halt.
    youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack&feature=youtu.be&t=28

  34. Wadimy

    @ Marina.R
    Kleiner Irrtum: Die Aussage von DAS („Herr Schneider jammerte wie gewohnt auf hohem Niveau“) bezog sich auf den Autor ULRICH Schneider.

  35. Erna

    @Marina.R
    DAS bitte nicht kritisieren. Er hat hier eine Sonderstellung und steht mit seinem Buch für die neue Weltordnung ein. Dieses Buch kann man praktischerweise bei jedem seiner Poste mit einem einfachen Klick auf den Namen in der Adressleiste aufrufen. Damit alle Kinder auch brav auf Kurs bleiben. 🙂
    Oder warum sonst diese Sonderrechte?
    Perspektiven 2017
    youtube.com/watch?v=4rDyJntVnu4

  36. Marina.R

    Danke Frau Erna. Ich habe da mal draufgeklickt und folgendes gelesen:
    …“um dies ganz deutlich zu machen, spitze ich das Problem zu und stelle mir als Kriterien die Frage „Könnte die Menschheit mit meinen Verhaltensregeln überleben“?“…
    …“Die meisten Menschen – auch die Eliten – sind offensichtlich überfordert. Es fehlt ihnen an grundlegenden Einsichten in die Funktionen des Biowesens Mensch, seiner Verhaltensweisen – insbesondere als Teil von Populationen und Gesellschaften.“…
    …“Die oft ungebildeten „Wutbürger“ wollen die scheinbaren Unterdrücker vernichten und zerstören so blindlings die Grundlagen ihrer eigenen Gesellschaft. Sie kommen mit der komplexen Welt nicht mehr zurecht und flüchten sich in eine „Faktenresiszenz“. Trump leugnet etwa die Klimakatastrofe. Trump macht mit seinem irrationalen Verhalten die schreckliche Verirrung des Menschen aktuell deutlich.“…

    O.K. Ich wußte wirklich nicht, dass wir mit ‚DAS den ‚Retter der Menscheit‘ in unseren Blog-Reihen haben und werde ihn nicht mehr kritisieren. Wieso Herr ‚DAS‘ noch nicht an die Spitze der Entscheidungspyramide berufen wurde und auch noch nicht dafür von den Eliten entdeckt wurde, ist mir unbegreiflich. Und sollte ich Herrn ‚DAS‘ mit dem Bezug auf den falschen Herrn Schneider – der Bezug auf das Grundeinkommen ließ das vermuten – Unrecht getan haben, bedauere ich dies zutiefst und bitte untertänig um Entschuldigung.

  37. DAS

    Schön, dass sich einige hier mit meinen Aussagen in meinem Buch befassen. Marina.R ärgert sich offensichtlich. Ihr Ärger hat doch mit ihr zu tun. Was spricht gegen „Moral“ und Ethik? Ich habe mich nicht als ‚Retter der Menscheit‘ bezeichnet. Aber wenn sie das so sieht … Bekanntlich beginnt im Saarland das Große im Kleinen. Mich würden konkrete Argumente gegen meine Ideen interessieren.
    Im übrigen kann ich sie beruhigen: Ich habe nur eine kleine Rente, fahre überwiegend Fahrrad, esse vegetarisch usw. ich möchte nicht zu denen gehören, die die Umwelt und letztlich die Menschheit gefährden.

  38. Wadimy

    @ Marina.R
    Jemand der sich nicht für ein lapidares Versehen einfach entschuldigt, sondern statt dessen „untertänig um Entschuldigung“ bittet, verrät damit m.E. einiges über seine Einstellung zur Sachlichkeit.

  39. Wadimy

    Pardon, „lapidares Versehen ist seinerseits Folge eines Versehens und sprachlich eine Unmöglichkeit, ich meinte „läppisches Versehen“.

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