Wenn Gute gegen Gute kämpfen

Die geplante Energiewende in Deutschland ist ein ehrgeiziges Ziel: Ausstieg aus der Atomindustrie, Zurückfahren der Kohlekraftwerke und eine massiv stärkere Nutzung erneuerbarer Energien. Es gibt aber auch Proteste von Naturschützern gegen einen planlosen „Wildwuchs an Windrädern und Solaranlagen“.

Werden schöne Landschaften verschandelt, Vögel und Fledermäuse getötet? Ist das Protest nach dem Sankt-Florian-Prinzip: nicht vor meiner Haustür? Gibt es Alternativen zu den Großanlagen? Woher soll unsere Energie kommen?

Georg Etscheit: „Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört“.

Nach der öffentlichen Sendung gibt Redakteur Dr. Jürgen Albers seinen Ausstand mit Sekt und Bretzeln.

Schreiben Sie Ihren Kommentar, Ihre Meinung zur Veranstaltung am Sonntag, 22. Januar, um 9.00 Uhr im Rathaus von Riegelsberg!

 

36 Kommentare zu “Wenn Gute gegen Gute kämpfen”

  1. Wadimy

    Die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder hatte – neben der Nicht-Teilnahme am amerikanischen Angriff auf Irak zweifellos ihre größte Leistung – einen maßvollen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Fataler- und vorhersehbarerweise machte postwendend die atomlobby-freundliche schwarz-gelbe Regierung unter Frau Merkel diesen Ausstieg wieder rückgängig, wonach unsere Kanzlerin wiederum unter dem Eindruck der Fukushima-Katastrophe am 11. 03.11, ohne Beschluss des Bundestages übrigens, gegenüber der Presse ihren eigenen Ausstieg verkündete. Und mit diesem Knall-auf-Fall-Ausstieg, unüberlegt und ohne vernünftige Planung, haben wir es gegenwärtig zu tun, einem Ausstieg übrigens, bei dem, wie kaum anders zu erwarten, die Kernkraftwerksbetreiber, welche jahrzehntelang Unsummen einkassiert haben und noch über viele Jahre einkassieren werden, mit einer vergleichsweise niedrigen Einmalzahlung beteiligt werden, während für den „Rest“ der Steuerzahler herangezogen wird.

    Wäre die Politik nicht über Jahrzehnte hinweg ein treuer Vasall von Mineralöl- und Atomindustrie gewesen und wären Möglichkeiten und Vorschläge zum Umstieg auf alternative Energietechniken rechtzeitig von der Politik aufgegriffen worden (ich erinnere an die sehr konkreten Vorschläge von Hermann Scheer, SPD-Bundestagsabgeordneter und Träger des Alternativen Nobelpreises, zur dezentralen Nutzung der Sonnenkraft), hätten wir die Aus- und Umstiegsprobleme, die damals deutlich kleiner gewesen wären als heute, längst hinter uns.

  2. Jürgen Engel

    Bedauerlich, dass auch Natur- und Umweltschützer durch die Macht des ökonomisch Faktischen so betriebsblind geworden sind, dass sie sich mit Inbrunst auf den falschen Feind stürzen. Wer den wahren Verbrecher nicht fangen kann, versucht seiner Ohnmacht zu entgehen und seine eigene Bedeutsamkeit zu wahren indem er einer Schimäre nachstellt, die wenigstens eine äußere Ähnlichkeit mit dem eigentlichen Verbrecher hat. Innerhalb einer Nation kann man nämlich die Grenzen des Wachstums wie unter einem Brennglas studieren, wenn man da hinsieht wo die wirklichen Ursachen liegen, nämlich in einer hemmungslosen Übernutzung des zur Verfügung stehenden Raumes. Deshalb müssen sich Solaranlagen, Windräder oder auch „harmlose“ Radwege, ökolgisch eigentlich wünschenswert, einer kritischen umweltverträglichen Prüfung unterziehen. Sie sind nicht das Problem, sondern all das was schon da ist. Würde man für einen Radweg eine Bundesstraße entsiegeln, für eine Solaranlage einen Maisacker verschwinden lassen, für Windräder Gewerbegebiete an anderer Stelle zurückbauen, dann wäre das für die Umwelt ein gewaltiger Fortschritt. Inzwischen ist jedoch die Landschaft und die Artenvielfalt durch Bebauung, Verkehr, Landwirtschaft ( ! )und Holzwirtschaft (!) dermaßen ruiniert, dass man die verbleibenden halbwegs intakten Flächen eigentlich jeglicher Nutzung entziehen müsste, sei sie auch noch so „gut gemeint“. Würde diese Energiewende beispielsweise in den Fünfziger und Sechziger Jahren des letzten Jhd. stattfinden, bräuchte man sich um Landschaftsbild und Fledermäuse keine Sorgen zu machen. Heutzutage hat sie jedoch das Pech sich in einer Welt rechtfertigen zu müssen, in der die allgegenwärtige Ökonomisierung Land, Boden, Wasser schon ausgelaugt und vergiftet hat, und daüberhinaus auch noch die Pfründe dieser Biodiversitätstötungsmaschinerie hartnäckig ( Wald/Holznutzung, Landwirtschaft ) sogar mit Beistand von Naturschützern verteitigt werden.

  3. DAS

    Der Titel irritiert mich: Denn nicht die Energiewende zerstört unsere Umwelt sondern die Menschen, die hemmungslos fossile und nukleare Energien einsetzen; Sei es als Verbraucher (Autofahrer, Stromnutzer, Konsumenten) oder als Erzeuger (Energielieferanten, Kraftwerke und deren Mitarbeiter). Sie sind diejenigen, die langfristig unsere Umwelt und damit unsere Lebensbedingungen zerstören. Sie sorgen dafür, dass das CO2 praktisch kostenlos in die Umwelt gelangt und die Landschaften mit Bergehalden, Kraftwerken, Über- und Unter-Tage-Bauen, Stromleitungen usw. zerstört werden. Mit der Wende hin zu erneuerbaren Energien soll gerade diese Zerstörung abgebaut werden.
    Diese beherrschende Schicht betreibt zudem schon seit Jahren beispiellose Desinformationskampagen. Erst behaupteten sie etwa es könne gar nicht genügend regenerative Energien erzeugt werden. Dann sagten sie, dass man die Kraftwerke gar nicht so schnell an die Schwankungen der Stromerzeugung anpassen könne. Jetzt nutzen sie die Unkenntnis der Menschen, für die der Strom einfach aus den Steckdosen kommt. Diese Art Menschen sehen nur das Windrad in ihrem Umkreis oder im Wald. Dass die Meisten jedoch durch ihre Lebensweise selbst die größten Schäden in der Natur anrichten, blenden sie offensichtlich aus. Vermutlich gehören dazu auch diejenigen, die jetzt den Schutz der Wälder vorschieben, um gegen erneuerbare Energien zu Felde zu ziehen. Glauben sie sie seien die „Guten“? Wer „gut“ sein und tatsächlich unsere Natur und Lebensbedingungen schützen will sollte sich etwa für das Einsparen von Energie einsetzen. Dann könnte man vielleicht auf Windräder in Wäldern verzichten.

  4. Wadimy

    @ DAS
    Ein drastischer Wandel im Umgang mit den Energieressourcen, ein tatsächliches, drastisches Energiesparen also, wird neben der Erschließung regenerativer Energieformen unumgänglich sein.

    Wie unsäglich weit wir im Grunde von einem eine Zukunftsfähigkeit sichernden Bewusstsein noch entfernt sind, zeigt nicht zuletzt die Autoflotte auf unseren Straßen. Die eigentliche Entwicklung, die unserer Spezies noch bevorsteht, will sie denn eine lebenswerte Zukunft haben, müsste dringend auf der seelisch/geistigen Ebene stattfinden.

  5. DAS

    Im Grunde sind solche Diskussionen um technische Dinge (fossil, nuklear usw.) zweitrangig. Dahinter stehen immer Menschen. Und wir müssten zu allererst lernen mit uns selbst und miteinander zu kommunizieren. Etwa: Inwieweit schade ich mir selbst und anderen mit meinem Autofahren, Stromkonsum usw? Damit könnte jeder bei sich selbst anfangen. Damit wäre auch die Chance gegeben, wenigstens einen gemeinsamen Nenner zu finden und sich nicht zu bekriegen wie wir das derzeit weltweit beobachten können. Dann könnte man auch gemeinsam überlegen ob die Menschheit auf dem richtigen Weg ist oder auf dem in die Katastrofe, z.B. die Klimakatastrofe. Über diese Zusammenhänge habe ich auch in meinem Buch, das ich auf ueberleben-wir.de vorstelle, geschrieben.

  6. Jürgen Engel

    @ DAS

    Na dann versuchen Sie mal mit Windkraftgegnern übers Autofahren oder über die Landschaftsästhetik von Industrieanlagen zu reden! Die militantesten Gegner der Energiewende rekrutieren sich aus einer bieder-konservativen Mittelschicht für die Umweltschützer bis dahin nur linke Spinner waren. Ihr Geld verdienen sie gerade hier im Saarland in lärmenden stinkenden Industriebetrieben, die an landschaftsverschandelnder Hässlichkeit nicht zu überbieten sind. Vor dem Eigenheim wiederum steht ein ganzer Fuhrpark, wobei die Fahrzeuge gar nicht groß und schwer genug sein können. Deshalb kann es für diese Leute auch nicht genug landschaftszerstörende Autobahnen, Auf- und Abfahrten ( am besten in jedes Kaff ) oder Bundes- oder Landstraßen geben. Das alles interessiert nicht, weil man einen Vorteil davon hat, nämlich den eigenen Lebensstil. Aber wehe der Blick aus dem Häuschen erspäht in der Ferne irgendwo ein Windrad, und schon leidet man unter Schlagschatten und Infraschall. Infraschall ist nicht wahrnehmbar ganz im Gegensatz zu dem leider sehr gut wahrnehmbaren Krach von stinkenden SUVs. Von Verkehrslärm und Abgasen in der Atemluft werden Menschen nachweislich krank und sterben vorzeitig. Alles egal ! Mit der Ästhetik von Solaranlagen auf deutschen Dächern hat man selbstverständlich auch kein Problem, weil man auch davon meist selbst profitiert.
    Das bedeutet im Umkehrschluss nun nicht überall blindlings Windräder oder Solaranlagen hinzubauen und das Stromtrassen unterirdisch verlegt werden sollten versteht sich von selbst. Bloß ist der Waldschutz das schlechteste Argument, denn der Waldreichtum in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten nicht abgenommen, aber nicht aus romantischer Gefühlsduselei, sondern weil Holznutzung ein knallharter Wirtschaftsfaktor geworden ist, weshalb diese Wälder mit Naturnähe und Urwald nichts mehr zu tun haben. Bei den paar Prozent Landesfläche, die man dennoch komplett unter Schutz gestellt hat hofft man wenigstens auf Einnahmen durch den Tourismus. Ähnlich sieht es bei landwirtschaftlich genutzten Flächen aus. Sie sehen zwar natürlicher aus als Sonnenkollektoren beispielsweise sind jedoch durch Dünger- und Pestizideinsatz oder Methanproduktion bei Tierhaltung d e r Umweltkiller schlechthin. Solchen Flächen den Vorrang vor der Energienutzung zu geben ist daher umweltschädlicher als die Beeinträchtigung durch die Anlagen selbst, insbesondere wenn man mal auf die Idee käme als Ausgleichsmaßnahme dafür andere Flächen tatsächlich zu entsiegeln anstatt bereits vorhandene Naturflächen einfach ökologisch „aufzuwerten“. Es ist ja schön wenn aus einer Wiese eine Streuobstwiese gemacht wird. Die Versiegelung von Boden wird dadurch jedoch nicht ausgeglichen, weshalb auch das letztendlich ein Betrug an Natur und Mensch ist.

  7. Erna

    Um die zukünftige Energieversorgung der Menschheit mache ich mir
    null,null Sorgen. da ich über die geheimen Technologien, die aus guten Gründen noch zurück gehalten wurden, sehr gut informiert bin.
    Alles geschieht zur richtigen Zeit. Noch in diesem Jahr wird vleles dazu aufgedeckt.
    Es ist besser, seine Energie auf das zu richten was man möchte, als auf das, was man nicht möchte, da wir alle Schöpferwesen sind.

  8. Irene

    Mir geht es nicht um das Windrad vor der Haustür, mir geht es um unsere Umwelt. Und da läuft gerade etwas extrem falsch!
    Ohne dass es in der Öffentlichkeit ausreichend diskutiert wird, geschieht eine Aufhebung der bisherigen Raumtrennung, nämlich zwischen Erschliessungs- und Ruhezonen. In gigantischem Maßstab wird der Wald industrialisiert.
    Die Bestrebungen, den Flächenverbrauch zu senken oder die Biodiversitätsstrategie werden konterkariert.
    Und das ohne Nutzen, denn der CO2-Verbrauch wird nicht reduziert. Dafür wird die EEG – Umlage verschleudert.
    Das Geld wäre besser eingesetzt in Energiesparmassnahmen, Forschung und Umweltschutz.
    Ich fordere:
    weg mit dem EEG
    weg mit dem Windkraftprivileg
    keine Windparks im Wald
    keine Änderung vom §44 BNatSchg
    Flächenverbrauch konsequent einschränken
    eine Waldwende zur Ökologisierung der Forstwirtschaft
    Ökologiesierung der Landwirtschaft
    mutigerer Naturschutz mit wirklichen Wildnisgebieten
    mutige Energiesparkonzepte
    dezentrale Lösungen zur Energiegewinnung

  9. Magdalena

    Diese Dilemmata in Sachen Landschaften werden bereits seit langem diskutiert.
    Eine Waldwirtschaft gab es immer schon, Profit und Gehälter sollten her. „Wie, wilde Landschaften?, früher war alles besser aufgeräumt!“
    „Haben wir nicht schon immer gesehen, dass die Natur überlebt? – Die paar Leutchen die in den „wilden Landschaften“ rumlaufen, was soll das? Ich habe dafür keine Zeit: Ich arbeite und im Urlaub fliege ich entweder ins Warme, oder in den Wintersport, was diese Leute dort sehr freut, denn da gebe ich mein Geld aus.“

    Und dann, das Dilemma der Energie insgesamt, der Wende der Selbigen noch viel umfangreicher, wo gibt es Lösungen? Sparmaßnahmen gelten bloß für die Privatleute. Die Menschen haben da die eigene Verantwortung, die freie Entscheidung und die entsprechenden Erfahrungen in einer Demokratie. Allerdings mit sehr subtilen Einschränkungen …

    Warum die Politik beschuldigen: Wir sind die Politik.
    Warum die Konzerne beschuldigen: Wir sind die Konzerne.
    Warum die Macher beschuldigen: Wir sind die Macher.

    Das Engagement der Vielen in diesen Angelegenheiten hat Wirkung! Wie sagt der Volksmund:“Das Leben ist nur dann beschissen, wenn wir uns nicht mehr zu helfen wissen.“
    Aufmerksamkeit und eigene Recherchen helfen dabei; ein tieferes Verständnis können die vielen Bücher zu diesen Themen bewirken!

  10. Wadimy

    Erwartet schwieriges Thema zur letzten öffentlichen Sendung mit Herrn Dr. Albers.

    Mein Resümee:
    Trotz der erheblichen Mängel des gegenwärtigen Energiewendekonzeptes können wir es uns schlicht nicht leisten, diesen Ausstieg zu gefährden.

    Ohne drastische Opfer – darunter auch massive Einsparungen beim Energieverbrauch – wird die Energiesicherung der Zukunft nicht zu haben sein. Sollten wir nicht bereit sein, diese Opfer zu bringen, werden die daraus resultierenden Folgen dramatisch und ungleich schlimmer sein als alles, was der Umstieg an Ungemach mit sich bringt.

  11. Jens

    Nach Meinung des Herausgebers dürfen Windkraftanlagen nicht gebaut werden, da dies unsere Wälder und Naturlandschaften verschandeln.

    Dies würde aber auch bedeuten, dass alte Energieanlagen (z.B. Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke) abgerissen werden müssten, da diese auch die Naturlandschaften verschandeln.

    Hat der Herausgeber dieses Buches dazu eine Lösung, wie dann die benötigte Energie erzeugt werden kann?

    Nach Meinung des Herausgebers gibt es nur die Alternative Strom einsparen und keine neuen Kraftwerke bauen wie z.B. Windkraftanlagen.

    Das heißt, alternative Energieanlagen dürfen nicht gebaut werden, sondern die alten Dreckschleudern (wie z.B. Kohlekraftwerke) laufen weiter. Jemand der Krebs und/oder Astma hat nützt dies nichts. Er kann zwar in den schönen Wald und die Naturlandschaft genießen, jedoch ist er durch die alten Dreckschleudern krank.

  12. Roland Kuntz

    Makroskop sah sich gezwungen, einen Artikel zum Thema Energiewende zu veröffentlichen. „Energiewende am Ende“ nennt Heiner Flassbeck den Artikel.
    Leider ist er nur für Abonnenten einsehbar; der Teil, der auf den NachDenkSeiten, 23.Dezember, veröffentlicht ist, lautet folgendermaßen:

    Energiewende am Ende?
    Ein stabiles Winterhoch bringt es an den Tag: Eine Energiewende, die vor allem auf Wind und Sonne setzt, kann auf Dauer nicht funktionieren. Man kann nicht auf Atomkraft verzichten, aus der fossilen Energie aussteigen und den Menschen erzählen, die Stromversorgung sei auf jeden Fall gesichert.
    Wir haben in den vergangenen Tagen viele Mails bekommen, die sich mit dem Thema Energiewende befassen. Auch haben wir uns bemüht, Experten zu gewinnen, die Klarheit schaffen, allerdings ohne Erfolg. Woran das liegt, dass die Advokaten der Energiewende so zurückhaltend sind, ist nicht leicht zu ergründen. Vielleicht aber liegt es an der Sache selbst.
    Dieser Winter könnte nämlich in die Geschichte eingehen als der Tatbestand, der zeigte, dass die deutsche Energiewende keinen Bestand hat und keine Erfolgsgeschichte ist. Der Output an Strom, wir hatten bereits vor einiger Zeit darauf hingewiesen (hier), der schon seit einige Wochen mit den erneuerbaren Energien Wind und Sonne erzielt wird, ist katastrophal niedrig. Der Dezember hat dazu neue Niedrigstwerte erbracht. Ein stabiles Winterhoch über ganz Mitteleuropa mit viel Nebelbildung reicht aus, um die Erzählung von der erfolgreichen Energiewende auch für Laien wie mich als Märchen zu entlarven.

    Im Anhang schreibt ein Leser u.a.
    „War die abrupte Kehrtwendung zur sofortigen Einleitung des Atomausstieg (Jetzt oder nie! Koste es was es wolle!) etwa kein reflexartiges, fast automatisches Ausnutzen populistischer Energie? Höchste Regierungs- und Dressurkunst einer Bürgerbändigerin? Leider lassen sich mit der populistischen Energie, wenngleich anscheinend unerschöpflich erneuerbar, keine Generatoren zur Erzeugung von Elektrizität antreiben, und man wird den unvermeidlichen Verzicht auf fossile Energiequellen damit nicht substituieren können.“

    Es sieht also nicht danach aus, als ob man diesem komplexen Thema genügend Zeit und Hirnschmalz gewidmet hätte.

  13. DAS

    @ Wadimy: Das sehe ich auch so. Die Leute im Rathaus Riegelsberg glaubten wohl, sie könnten durch Verhinderung der Windräder und der Energiewende ihre Natur retten. Dabei übersehen sie jedoch, dass sie etwa durch ihren Verbrauch an fossilen und nuklearen Energien selbst viel mehr zur Zerstörung beitragen. Da wird über Schäden durch Infraschall gefaselt aber die Toten, Verletzten und Geschädigten z.B. durch den Autoverkehr ausgeblendet. Deutlicher kann uns diese Schizophrenie gar nicht vor Augen geführt werden.
    Wir erleben diese gerade auf anderen Ebenen um uns herum mit NPD/AFD, Trump, Erdogan, Europa usw. Das „Schicksal“ wird den Menschen so lange seine schlimmen Lektionen bis sie es gelernt haben; Wenn nicht werden sie von der Erde wieder verschwinden.

  14. DAS

    @ Roland Kuntz: Die relativ kurze Geschichte der erneuerbaren Energien zeigt, dass sie funktionieren. Sogar das Speicherproblem scheint lösbar wie jetzt große elektronische Speicher im Kraftwerk Quierschied gezeigt haben. Zudem könnte man auch den Energieverbrauch der Energieproduktion etwa durch Tarifgestaltung anpassen. Ein Weiterso wie bisher wird langfristig nicht möglich sein weil die fossilen Energien aufgebraucht sein werden und ihr Verfeuern unsere Lebensbedingungen katastrofal verschlechtern werden. Zur Alternative siehe oben.

  15. Thomas Backes

    Ich bin der Ansicht, dass die Energiewende alternativlos ist. Gerade mit Blick auf den Klimawandel. Daher hat sich eine Diskussion hierüber erübrigt. Denn es wäre falsch, das Rad nochmals zurückzudrehen. Beim Klimawandel darf man nicht aus den Augen verlieren, dass dieser derzeit in Deutschland für viele Menschen nur eine Randerscheinung ist. In anderen Ländern führt der Klimawandel zur Vernichtung der Lebensgrundlage und letztes zur Zerstörung der Existenz, sei es durch Wüstenbildung, Überflutung, Abschmelzen von Gletschern oder Wetterextreme. Dagegen fällt das Argument der „Verschandlung der Landschaft“ nicht mehr ins Gewicht. Die Menschen, die durch den Klimawandel in ihrer Existenz bedroht sind, wird letztlich nur die Flucht bleiben, also sie werden gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Es handelt sich dabei um Umweltflüchtlinge und wohin werden diese Menschen wohl immigrieren?

    Streiten kann man nur über das Wie aber nicht über das Ob…
    Ich gebe dem Autor Recht, dass die Energiewende falsch umgesetzt wird. Sie müsste auch auf den Bereich PKW und Mobilität stärker ausgedehnt werden. Leider ist die Autoindustrie unantastbar und die Regierung stellt die Autoindustrie über das Leben und den Rechtsstaat (VW Dieselskandal). Selbst beim gewerbsmäßigem Betrug muss bei VW niemand mit Strafverfolgung rechnen, Mutti macht´s möglich.

    Außerdem sollte bei der Energiewende auch mehrere Alternative angeboten und umgesetzt werden. Man hätte die Möglichkeit auch die Bevölkerung von der Energiewende profitieren zu lassen aber auch dies ist politisch nicht gewollt. Sinnvoll wäre es das die Gemeinden ihren eigenen Strom produzieren und die Gewinne abschöpfen. Stattdessen fließt der Profit wieder allein zu den Großkonzernen RWE, E-ON, Vattenfall und co..

  16. Hilde Marie Hartmann

    Windgas, also Wasserstoff aus Elektrolyse, kann zu Windüberschusszeiten gedrosselt ins Gasnetz und demnächst u.a. in Brennstoffzellenzügen genutzt werden oder zu Methan verarbeitet ins Gasnetz. Ein schlechter Wirkungsgrad bei Rückumwandlung in Strom als Argument dieses Autors liegt (absichtlich?) daneben, ist nicht das Konzept, z.B. beim Hassfurter Projekt:infranken.de/regional/hassberge/Hassfurt-wird-Teil-eines-virtuellen-Kraftwerks;art217,2269661
    Zur Stromspeicherung dagegen entwickelte das Reiner Lemoine Institut (RLI) eine intelligente Batteriesteuerung, die die Spannung im Ortsnetz regelt, also die Netzaufnahmefähigkeit für Erneuerbare Energien erhöht. Netzausbau ist im Vergleich aus volkswirtschaftlicher Sicht unnöig u. teuer. Dieses neue Modell ist wirtschaftlich interessant, ja der mit Abstand lukrativste Anwendungsbereich (Leuchtturmprojekt) reiner-lemoine-institut.de/smart-power-flow/
    Der Nürnberger Heißwassertank des Heizktaftwerkes entkoppelt zeitlich die Strom- von der Wärmeerzeugung, und Wärme wird dort ohne Verlust gespeichert.energie-und-wende.de/energie-wende/energie-speicher/waermespeicher-sandreuth.html
    12 saarl. Fimen gewinnen lokal eigenen Strom plus Wärme, das Gichtgaskraftwerk der Dill. Hütte ist längst Gebot der Stunde. Gäbe es die sinnvollen Projekte, wenn das Kohlegroßkraftwerk vor Jahren nicht verhindert worden wäre?
    Wozu Energiesparen gegen Windkraft zu setzen? Erst beides zusammen hat Sinn. Sicher sind SUVs schon in der Herstellung Energie- und Materialverschleuderer. Sicher bräuchten wir ein Tempolimit wie alle umgebenden Staaten, aber Befürworter werden seit 30 Jahren nieder gemacht. Das gäbe der Autoundustrie endlich eine neue Zielrichtung, als noch schneller auf 100 usw.
    WIESO haben wir nicht längst auf allen Dächern SolarKOLLEKTOREN für Heißwasser? Unserem Haushalt spart das mehr als die bestmögliche, teure Dachisolierung gebracht hat.
    Die übelste Landschaftszerstörung – den Braunkohletagebau – kennen Saarländer nicht: Was ist dagegen ein Windpark? Laufen alle, die plötzlich ‚Landschaftsverschandelung‘ rufen, auch Sturm gegen den neuen Globus auf der grünen Wiese bei Neunkirchen? Kohle wird noch gebraucht, aber Quecksilber u.a. aus Schloten haben großen Anteil an Krankheiten, für die wir alle blechen. Subventionen für Windkraft sind ein kleiner Klacks gegen das, was für Atomstrom und Kohle an Steuern geflossen ist und noch lange fließen wird. Strompreise lügen, weil sie das nicht berücksichtigen.
    Stromspar-Check samt Hilfen für einkommensschwache Haushalte sind wichtig gegen Stromsperren und sollten ausgeweitet werden. Stromsperren als Argument gegen erneuerbare Energien – wer geht hier mal wieder den Dingen nicht auf den Grund?

  17. Hilde Marie Hartmann

    Auch gestern u. heute, bei eisiger Kälte, brauchte ich bei spätem (Wochenend-) Duschen mittags nicht nochmal die Heizung fürs Warmwasser zu bemühen, denn der Solarkollektor hielt das Wasser über 40 °C warm. Viele dagegen halten ihr Warmwasser auf unnütze 60 °C, was unsinnig viel Energie kostet. Viele tun dies immer noch mit Strom. Unsere sparsame Brennwertheizung heizt das Wasser nur morgens 2 Stunden an. Wozu aber wollte uns der Heizungsbauer vermitteln, wir bräuchten ganztags 60 °C heißes Wasser? Solche Leute, und auch die Verbraucher, sollten mal geschult werden – man würde eine Menge Energie sparen.

  18. Elke Schumacher

    Das war nun der „Ausstand“, die letzte Sendung mit Herrn Albers als Gesprächsführer. Wer wird die Lücke auszufüllen versuchen, weiß das schon jemand? Ein wichtiges, brisantes Thema, aber vielleicht nicht ganz glücklich in der Wahl des Autors, der teils wichtige Aspekte und Fragen unbeantwortet ließ.

    Andererseits muss ich gestehen, dass das Thema Energiewende auch mich zunehmend in seiner Komplexität verunsichert. Von den ersten Demonstrationen gegen Cattenom und gegen die Atommülltransporte quer durch die Republik an habe ich argumentiert: Wer Atomstrom nicht will, (und ich will ihn nicht!) muss zu gewissen Einschränkungen/Auswirkungen der alternativen Stromquellen bereit sein UND vor allem seinen eigenen Verbrauch überdenken und einschränken! (Völlig richtig, dass die Mitdiskutanten bereits mehrfach darauf hingewiesen haben!) Dies geschieht nur leider viel zu selten, und die Ausmaße insbesondere der Natur-Zerstörung durch die Windenergie erschrecken mich zunehmend auch, zumal durch die Politik reglementierend zum Nachteil regionaler Anlagen zugunsten der bekannten Großfirmen RWE, EON etc. eingegriffen wird. Es will mir auch immer noch nicht in den Kopf, dass es angeblich an den mangelnden Speicherkapazitäten hängt, dass bei Windflaute plötzlich kein „Saft“ mehr da sei. Woran hängt es denn, dass entsprechendes nicht entwickelt wird? Wenn es gewollt wäre…?

    Gestern jubelte die SZ, dass im Saarland 2 Kohlekraftwerke bestehen bleiben, da unverzichtbar! Ach, und wo kommt die Kohle her? Aus Asien und Südamerika… Hier war es ja nicht mehr rentabel genug…

    Und Wissenschaftler, die immer noch behaupten, alles, was man nicht sehen, nicht hören, nicht fühlen, (noch) nicht messen kann, gibt es nicht, sind willfährige Assistenten einer konsum- und machtorientierten Politik.

    Zum Schluss den regen und regelmäßigen Diskussionsteilnehmern in diesem Blog ein herzliches Danke für immer wieder sehr anregende Beiträge! Und Herrn Dr. Albers ein herzliches Danke für seine guten Sendungen und die besten Wünsche für die Zukunft!

  19. Magdalena

    Der Podcast funktioniert nicht, auch nicht unter dem Link für die entsprechende Zeit. Das könnte an dem heutigen Ausstand von Herrn Dr. Albers liegen, macht nichts, habe die Sendung gehört!

    Am Besten hat mir der Hahnenschrei gefallen: Wacht endlich auf!

    Viele sind erwacht und gehen zur Tat über. Das Bewusstsein, im Hinblick auf der Energiegeschichte, ist schon oft gefordert worden. Haben nicht schon die „Weisen“ darauf hingewiesen, dass wir eine Vernichtung erleben, weil wir nicht genug Energie zur Verfügeng haben?
    Dennoch geht es weiter mit der Optimierung durch Geniestreiche, die immer wieder passieren, ich gebe da meine Hoffnung nicht auf!

  20. Marina

    Schade dass in der Sendung der Aspekt „Wie kann ich persönlich meinen ökologischen Fußabdruck verringern?“ viel zu kurz kam. Es nützt nichts, über die Zerstörung unserer Landschaften zu klagen oder immer wieder auf die mächtigen Interessen zu zeigen, die am wirkungsvollsten eingreifen könnten, dies aber aus Profitinteresse nicht tun.

    Wir alle könnten uns daran erinnern, dass unser jetziger Lebensstil immer mehr Energie erfordert, und der ‚Fortschritt‘ wird diese Entwicklung nicht umkehren. Früher wurde beispielsweise Kaffee mit einer Filtertüte und einer Kanne mit heißem Wasser gebrüht, heute gibt es für so gut wie alles ein elektrisches Pendant, das das Leben leichter macht, die Gesundheit besser schützt, Zeit spart oder sonstige Vorteile bringen soll. Durch die Beschränkung auf wirklich wichtige elektrische Helfer und das Ignorieren der marginalen ‚Verbesserungen‘ könnten hier aber mit Sicherheit nennenswerte Einsparungen realisiert werden.

    Leider wird das, was an energetischen Ökonomien erreicht wird z.B. durch Wärmedämmung und effizientere Heiztechnik schnell wieder aufgefressen dadurch, dass die Haushalte immer kleiner werden und die Zahl der zu versorgenden Haushalte insgesamt wächst – ähnlich wie beim Aufkommen der Katalysator-Technik: die erreichte Abgasreduzierung war schnell nivelliert, weil immer mehr Leute Auto fuhren.

    Wer sich diesem (de facto) Automatismus verweigern will, muss schon ein dickes Fell mitbringen, denn leider wird man allzu schnell in die Ecke der ‚Fortschrittsfeindlichkeit‘ gestellt. Ein praktikabler Ansatz in diesem Zusammenhang sind meines Erachtens die ‚transition towns‘ mit ihren diversen Projekten, die es auch in Deutschland zunehmend gibt. Dort finde ich persönlich die Hoffnungsschimmer, die Herr Albers am Sonntag morgen gerne gehört hätte, aber wie alle anderen wohl nicht bekam.

    Herzlichen Dank trotzdem, lieber Herr Albers, für viele Jahre anregende und stimulierende Sonntagvormittage und alles Gute für Ihre persönliche Zukunft

  21. Roland Kuntz

    @DAS
    Ich kann Ihren Optimismus nicht teilen. Beim jetzigen Stand der Dinge sage ich: Wünschenswert aber nicht realisierbar. Mag ja sein, dass es schon bald ein paar bahnbrechende Entwicklungen gibt. Hoffen wir es.
    Wir haben überhaupt noch nicht über eine Effizienzverbesserung dieser Windräder gesprochen. Vor ca. 10 Jahren hat eine TU herausgefunden, dass eine Art Schaufel, um das Windrad gezogen eine deutliche Verbesserung bringt. Die Idee bekam eine Beerdigung erster Klasse bei einem mittelgroßen Unternehmen: „Brauchen wir nicht, und wir bestimmen, wo es lang geht; nicht die Politik“. Sieht also ganz danach aus, als ob man so viele Windräder wie nur möglich hinstellen möchte.

    Und wenn es ein Land gibt, dem ich eine Energiewende nicht zutraue, dann ist es Deutschland. Warum?
    Zum einen weil nichts auf eine Energiewende hindeutet. Die Geschichte mit den Automobilen, der vernachlässigte ÖPNV, die Bahn, die immer weniger Fracht transportiert und die Sparte noch weiter zurückfahren wird.
    Wie wäre es mit einem anderen Bauen, mit deutlich mehr Holz? Ein sehr interessantes Interview gibt es dazu von KenFM mit Erwin Thoma auf youtube.

    Zum anderen hat es Deutschland nicht geschafft auch nur ein drängendes Problem in den letzten 20 Jahren zu lösen und die waren und sind sicherlich einfacher wie die Energiewende. Es wurden aus meiner Sicht noch nicht einmal Verbesserungen erzielt. Bitte keine Konfrontation mit Fakten könnte man dies nennen. Nein, man besitzt die Unverschämtheit und hängt den Bürgern diesen Begriff „postfaktisch“ ans Bein.

    Zudem werden wir jetzt mit einem Problem konfrontiert, das sich auch schon seit Jahren angekündigt hat – unser ausgeuferter Export. Obama hat Deutschland gegenüber nur immer mit dem Finger gedroht, Trump macht jetzt wahrscheinlich Nägel mit Köpfen. Man muss diesen Mann nicht mögen, aber wo er Recht hat, hat er Recht.
    Und dann bin ich mal gespannt, welchen Stellenwert diese Energiewende noch hat. Dann reden wir nämlich von richtig großen Arbeitslosenzahlen.

  22. Roland Kuntz

    Auch meinen herzlichen Dank an Jürgen Albers für sein Engagement und sein „Händchen“ bei der Auswahl von Büchern. Ich könnte mir vorstellen, dass er jetzt mal eine Zeitlang „buchfrei“ nimmt.

  23. Helmut K.

    Nach der „Riegelsberger Sendung“ fühle ich mich in die Zeit um 1830 versetzt, als die industrielle Revolution begann. Nicht nur bei uns, auch in anderen Ländern. Technisches Wissen, gepaart mit den damals vorhandenen Ressourcen, führte zu einem unglaublichen Wandel, mit dem viele Menschen nicht klar kamen. Die Landschaften veränderten sich, weil Industriebetriebe entstanden. Die Eisenbahn wurde mitten durch Ländereien verlegt, die Bauern enteignet. Waren konnten über weite Strecken transportiert werden. Pferdefuhrwerke wurden weniger bedeutend. Die Antriebsenergie, Kohle, konnte mitgeführt werden. Später kam Erdöl und Gas dazu, Verbrennungsantriebe wurden entwickelt. Im ersten und zweiten Weltkrieg konnte jeder zeigen wie gut er technisch ausgerüstet war. Mit dem Abwurf der Atombomben in Japan und der nachfolgenden Entwicklung hat der tödliche Wahnsinn seinen Höhepunkt erreicht. Die illegalen Kriege im Nahen Osten und anderswo werden nicht zum Wohlwollen der Menschen, sondern um die Sicherung der endlichen fossilen Rohstoffe bestimmter Imperien geführt.
    Dabei sind diese Stoffe viel zu schade, um sie in Verbrennungsmotoren, Kraftwerken oder Heizungen zu vernichten. Wir benötigen diese Rohstoffe in der Zukunft für die Chemie zur Herstellung neuer Werkstoffe und chemischer Produkte verschiedenster Art.

    Wir stehen wieder am Anfang einer industriellen Revolution. Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe geht seinem Ende entgegen. In absehbarer Zeit kommt der Strom nur noch aus der Steckdose, wenn es gelingt neue Wege der Stromerzeugung zu entwickeln. An der elektrischen Energie führt kein Weg mehr vorbei.
    Der Anfang ist gemacht. Geniale technische Entwicklungen, wie Photovoltaik und Windkraftanlagen können schon einen Teil der Atomkraftwerke ersetzen. Unsere Industrieunternehmen benötigen jedoch eine sichere Stromversorgung. Daher sind wir noch eine Weile auf die herkömmlichen Kraftwerke angewiesen. Es muss jedoch weiter gehen.
    Leider haben wir in unserem Land kein Energiekonzept für die Zukunft. Soweit mir bekannt ist, werden etwa 4,5 Milliarden € für Forschung und Entwicklung der atomaren Stromerzeugung, aber nur 400 Millionen € pro Jahr für die Forschung und Entwicklung der alternativen Energien ausgegeben. Wen wundert es, wenn es nicht recht vorwärts geht mit den alternativen Energien?
    Vielleicht würde sich das sehr schnell ändern, wenn wieder eine Suez-Krise, wie 1973, eintreten würde. Damals hatten die Nato-Länder Großbritannien und Frankreich, sowie Israel das Land Ägypten überfallen und plötzlich war der Suezkanal blockiert. Der ein- oder andere kann sich vielleicht noch an die autofreien Sonntage erinnern. Eine einschneidende Erfahrung.
    Jedes System der Energieerzeugung hat seine Vor- und Nachteile, aber wenn ich die Einwände der riegelsberger Windkraftgegner zu Infraschall, Ästhetik und Landschaftsverschandelung, den verborgenen oder verschwiegenen Gefahren eines Atomkraftwerks mit seinen Abfallprodukten, die über Hunderttausende bis Millionen Jahre Strahlungsenergie abgeben, entgegen setze, sind diese geradezu lächerlich.
    Zitat eines Entwicklungshelfers:
    „Wenn man in Deutschland sitzt und einen vollen Kühlschrank hat, lässt sich gut über die Hungersnot in Afrika streiten! “

    Die Umstellung auf Erneuerbare Energien wird kommen. Sie wird von unten nach oben erfolgen. Energiegenossenschaften, Kommunen, Stadtwerke, Privatpersonen, Landwirte haben die Zeichen der Zeit erkannt.
    Die Monopolisten und Gegner der alternativen Energien werden alles daran setzen die Umstellung zu verhindern oder stark zu verzögern, zum Nachteil für Deutschland.
    Für Menschen, die sich wirklich für das Thema interessieren, kann man das Buch von Prof. Claudia Kempfert , Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, (DIW) Berlin, „Mythen, Macht und Monopole – Kampf um Strom“ (€ 16,90) sehr empfehlen.

  24. Hans-Michael Schneider

    Auch ich glaube, dass die aktuell stattfindende Umweltzerstörung durch Energiesparen verlangsamt bzw. eventuell verhindert werden kann.
    Ein kleiner Schritt hierzu könnte es vielleicht sein, den Buchdruck komplett einzustellen und damit aufzuhören, z. B. jedes Buch für 16.99 € zu verkaufen. Meiner Meinung nach wäre es umweltfreundlicher, den Inhalt aller Bücher ins Internet zu stellen und dort dem geneigten Leser für 3 bis 5 € zur Verfügung zu stellen.

  25. Wadimy

    @ Magdalena
    Falls Sie noch immer Interesse am Podcast zur gestrigen Sendung haben: Er funktioniert seit gestern Nachmittag.

    Übrigens war die gestrige Sendung die letzte ÖFFENTLICHE mit Herrn Dr. Albers; die letzte Studiosendung findet Ende März statt.

    Schon jetzt lässt sich – leider – sagen, dass es für ihn wohl keinen vollwertigen Ersatz wird geben können, schon alleine deshalb, weil zu bezweifeln ist, dass seine Stelle vollzeit ersetzt werden wird. Und selbst wenn dies der Fall sein sollte, wäre es ein Glücksfall, auf den die Hörer wohl kaum hoffen können, wenn sich jemand fände, der die redaktionelle und moderatorische Arbeit mit dem gleichen Engagement, Geschick und Herzblut weiterführen würde.

    In jedem Falle gilt, dass die Verdienste von Herrn Dr. Albers um diese so wichtige Sendereihe nicht hoch genug einzuschätzen sind.

  26. Wadimy

    @ Erna
    „Um die zukünftige Energieversorgung der Menschheit mache ich mir
    null,null Sorgen. da ich über die geheimen Technologien, die aus guten Gründen noch zurück gehalten wurden, sehr gut informiert bin.“

    Gerade demjenigen, der über diese Materie sehr gut informiert ist (ich habe darüber einiges an Literatur gewälzt), müsste eigentlich klar sein, dass praktisch alles, was an sog. „geheimen Technologien“ im Internet oder anderweitig kursiert, über das Stadium von Überlegung und zum Teil kühner Spekulation NICHT hinausgeht.

    Sich auf solche „Technologien“ zu verlassen, d.h. ihre Existenz als bereits gegeben anzunehmen, wäre höchst fatal, weil dies das Risiko fördert, seriöse Maßnahmen zu künftiger Energiesicherung zu unterlassen.

  27. Wadimy

    Dessen ungeachtet sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, ohne Scheuklappen eventuelle andere, über gegenwärtige alternative Energieformen hinausgehende Möglichkeiten künftiger Energieversorgung zu erforschen.

  28. Magdalena

    Sich die Sendung im Podcast – bereinigt – anzuhören, war mir ein Genuss!

    Welch vielfältigste Informationen von allen Beteiligten, auch den SchreiberInnen hier im Blog, ist phenomenal!

    Ja, die Schönheit ist nicht nur eine Sache des visuellen Erlebens, auch das stimmige Zusammenwirken vieler Menschen vermittelt eine Schönheit. Dies immer wieder im Rundfunk hören zu können, kann nicht hoch genug Beachtung finden.

  29. Roland Kuntz

    Ich hatte mich dunkel an etwas erinnert, und habe es nachgesehen.
    Laut Professor Reichholf könnte man Deutschland von diesem Globus verschwinden lassen und es hätte keinerlei Auswirkung auf das Weltklima. Diese Geschichte wird an anderen Orten entschieden.
    Und dann muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass in Deutschland die Wirtschaft immer an erster Stelle kommt, und Europa nichts anderes als eine reine Wirtschaftsunion ist.

  30. Roland Kuntz

    Um das Chaos komplett zu machen, ein aktueller Artikel auf den NachDenkSeiten:
    „Eine Kritik an Heiner Flassbecks „Energiewende am Ende?“ von Benjamin Jargstorf“

  31. Magdalena

    Seit ich vor einigen Jahren über John Nash, sein Leben und seine frühen Forschungen las, sind mir immer wieder „Spieltheorien“ begegnet.

    Heute sendete das Kulturradio in seinem Zeitzeichen zu diesem Thema eine Zusammenfassung, Oskar Morgenstern erfand mit von Neumann Spieltheorien, ein mathematisches Konzept.
    Mal angenommen, die Windräder, die Energiewende, das Weltklima, oder den Umweltschutz, würden wir mittels der 1. Spieltheorie, die von einer Nullsummen-Situation ausgeht behandeln, und dann von der von John Nash erfundenen Spieltheorie in Wirtschaftssystem, der Win-Win-Situation.

    Wer wären die Teilnehmer? Zu welchem Geschehen würden wir, als Privatpersonen neigen?

  32. Wadimy

    @ Roland Kuntz
    „Laut Professor Reichholf könnte man Deutschland von diesem Globus verschwinden lassen und es hätte keinerlei Auswirkung auf das Weltklima. Diese Geschichte wird an anderen Orten entschieden.“

    So richtig die Aussage sicherlich ist, so sehr trifft doch weiß Gott ebenfalls zu, dass a) AUCH wir eine Verantwortung für das Weltklima haben und b) – sehr wichtiger Punkt – unser Verhalten, sprich unsere Maßnahmen zum Klimaschutz, sich als so etwas wie ein Motor beim Klimaschutz weltweit erweisen könnten. Also: Unsere Verantwortung hier ist eine immense.

  33. DAS

    Korrektur/Ergänzung: Aus Deutschland (u.a.) stammt das Auto, aus England die Dampfmaschine usw. Also: Das ist doch das Gegenteil von Bedeutungslosigkeit wie Prof. Reichholf weis machen will.

  34. Roland Kuntz

    @ Wadimy
    Da gebe ich Ihnen natürlich Recht, und man hätte erwarten dürfen, dass eine Rot/Grüne Regierung unaufgefordert ein überzeugendes Konzept vorlegt. Wir hätten, wie Sie sagen, vielleicht zum Motor werden können. Im Nachhinein wissen wir, dass es unter Gerhard Schröder nicht machbar gewesen wäre.

    Und machen wir uns doch nichts vor, es hat sich nichts geändert. Vor kurzem musste ich wieder lesen, dass endlich wieder Politik für die Wirtschaft gemacht werden müsste in Deutschland. Und das wird dann unter Schwarz/Grün sicherlich auch der Fall sein.
    Wie ich es oben gesagt habe: Wir haben kein Konzept, wir produzieren Stückwerk.
    Und dass die Menschen sich dann dagegen wehren, die Zahl der Windkrafträder noch zu vervielfachen, ist doch nicht verwunderlich.
    Übrigens fand ich diesen Beitrag von Herrn Jargstorf sehr gelungen, ich habe ihn aber erst ein einziges Mal gelesen.

  35. Roland Kuntz

    @DAS
    Und irgend so ein Rindvieh hat doch tatsächlich die Kuh erfunden.

  36. Wadimy

    @ Roland Kuntz
    Für den Fall, dass die Wähler, die ja mittlerweile mehrheitlich mitbekommen haben sollten, was für sehr viele von ihnen das Ergebnis der Politik der etablierten Parteien ist und v.a. mittelfristig sein wird (Stichwort: Altersarmut) diese Partrien trotzdem mehrheitlich wählen werden (was selbstverständlich der Fall sein wird), muss man leider sagen, dass sie schlicht keine bessere, gerechtere, sozialere Politik verdient haben. Auch Dummheit bzw. Unfähigkeit wird in diesem Leben bestraft.

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