Mit wem darf man sprechen?

Zum Glück nicht unumstritten…
„Fragen an den Autor“ – Rückblick auf 2015/2016

Mit Anrufen und Mails der Hörer(innen)

Auch nach fast 48 Jahren und nahezu 2 500 Sendungen schafft es „Fragen an den Autor“ noch, Kontroversen hervorzurufen: Darf ein Bestseller-Autor zu Wort kommen, der auch bei „PEGIDA“ gesprochen hat? Dürfen neben dem populären Gregor Gysi auch Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine ihre Thesen vertreten?

Was ist mit dem markt-liberalen FAZ-Wirtschaftsredakteur, der die Kinderarbet verteidigt, oder dem konservativen Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft? Wie unterscheiden wir Spinner und Verschwörungstheoretiker von berechtigten alternativen Ansätzen?

Schreiben Sie Ihren Kommentar, Ihre Meinung zur Sendung an Neujahr, dem 1.1.2017, um 9.04 Uhr!

16 Kommentare zu “Mit wem darf man sprechen?”

  1. Jürgen Engel

    Gerade im Umfeld einer solchen Sendung sollte jeder seine Weltanschauung vertreten dürfen, weil man diese während und noch viel mehr nach der Sendung in Ruhe analysieren kann, so dass die üblichen populistischen Wirkmechanismen nicht verfangen. Bekommt man im Gegenzug dazu z. B. das Manuskript einer Politikerrede von einem Parteitag in die Hände ( egal von welcher Partei ), erkennt man sofort deren Inhaltsleere. Hier sollen Emotionen entfacht werden, meist mit kurzen knappen Sätzen, denn die Emotion mag es nicht kompliziert. Gelingt das, dann war es eine gute Rede, obgleich voller Allgemeinplätze und Belanglosigkeiten. Da ist man dann schon neugierig, was solche Leute, erst recht wenn sie völlig konträre Ansichten zu den eigenen vertreten, wirklich zu sagen haben und wie sie diese zu begründen versuchen. Ich ermuntere daher Herrn Albers bzw. dessen Nachfolger weiterhin streitbare Zeitgenossen einzuladen.

  2. Magdalena

    Mir fiel wiederholt auf, dass die Autoren die Stellung ihrer vorgestellten Bücher übergingen. Da Bücher die Position einer Vergangenheit beinhalten, kann sich bis zur Sendung einiges für die SchreiberInnen geändert haben.

    Das sehe ich dann als zusätzliche Information an, die so oder so mehr dahermacht, zumal die Aussagen – nach Bereinigungen – für 3 Monate im Podcast nachzuhören sind. Ohne Kontroversen gäbe es kaum noch diese Sendung. Wie wohltuend, unterschiedlichste Einstellungen gehört zu haben, um sich selbst ein umfangreicheres Bild machen zu können.

  3. Wadimy

    „Fragen an den Autor“, immer schon eine eminent wichtige Sendereihe, bis heute wohltuende frei von politischer Korrektheit, hat in Zeiten, wo letztere, wie ich behaupten würde, auch und gerade in den Medien in den letzten Jahren im Schnitt deutlich zugenommen hat und dabei ist, mehrheitsfähig zu werden, an Bedeutung und Wichtigkeit noch gewonnen: Eine m.E. nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt freier Meinungsäußerung und deren Erhaltung unverzichtbare Sendereihe.

  4. Erna

    Es gibt Zensur, oder es gibt keine Zensur.
    Ein bisschen Zensur ist wie ein bisschen schwanger.
    Von daher bin ich der Auffassung, daß alle zu Wort kommen dürfen.
    Auch die, die über den allgemein gültigen Tellerrand hinaus schauen.
    Jeder Mensch hat einen inneren Kompaß den er nur anzuwenden braucht, um seine persönliche Wahrheit zu finden.

    Auszug
    Aaron – Cobra, es gibt einen riesigen Druck durch die Kabale, darunter Gesetze, die von Regierungen rund um den Globus verabschiedet werden, um alle „echten Nachrichten“/“real News“ , die durch die alternativen und sozialen Medienkanäle gelangen, zu unterdrücken und zu zensieren, indem sie sie als „Fake News“ (Falschnachrichten) bezeichnen. Die meisten populären und relevanten alternativen Medien-Websites und Social Media-Seiten sind jetzt von dieser schweren Zensur betroffen, einschliesslich derjenigen, die mit PrepareforChange in Verbindung stehen. Was plant der Widerstand zu tun, um diesem verzweifelten Versuch der Kabale entgegenzuwirken, die Verbreitung der Wahrheit zu stoppen?

    COBRA – Tatsächlich wird dieser erbärmliche Versuch erneut Feuer entfachen, denn wenn Menschen, die nur die Mainstreammedien lesen, etwas über die sogenannten „Fake News“ erfahren, wollen sie herausfinden, was es mit diesen „Fake News“ auf sich hat. Dann werden sie beginnen, sich auf die Suche nach alternativen Medien zu begeben, vor allem, wenn Listen von sogenannten „Fake News-Sites“ in den Mainstreammedien veröffentlicht werden. Es ist kostenlose Werbung für diese alternativen Web-Sites und es bringt ihnen mehr Leser. Es ist wie beim Präsidentschafts-Rennen, als Trump so viel Werbung erhielt, freie Werbung in den Medien, die gegen ihn waren, und doch machten sie so viel Werbung für ihn, und das war ein Teil seines Schlüssels für seinen Erfolg.

  5. DAS

    Die Sendung erfüllt den eigentlichen Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen – an der politischen Meinungsbildung mitzuwirken – im Gegensatz zu vielen anderen Sendern und Sendungen. Leider ist sie zu wenig bekannt.
    Ich würde es begrüßen wenn dort noch kontroverser diskutiert würde; Also etwa Vertreter der NPD, AfD usw. auch zu Wort kämen. Manches mag durchaus bedenkenswert sein. Solche Gespräche wären sicher hilfreich. Allerdings wäre es für den moderierenden Journalisten sicher schwieriger, dann den eigentlichen Auftrag (siehe oben) zu erfüllen.

  6. DAS

    Wie geht es weiter nach Dr. Albers? Ich befürchte, dass der SR kein großes Interesse an solch einer politischen Sendung hat. Mir ist zudem aufgefallen, dass sich niemand aus den Parteien oder anderen Organisationen hier einbringt.

  7. Magdalena

    Wenn ich mir die Sendungen der letzten 3 Monate ansehe, so gab es auch andere Themen, nicht nur politische z.B.:

    Biologie: Die Bienen
    Medizin: Demenz; Leben bis zuletzt
    Sport: Verletzt, verkorkst …; Olympische Spiele
    Psychologie: Zu Fuß durch …; WIR!
    Musik: Als Pop … – wo es tatsächlich auch um diese Musik ging!

    Diese Bücher dazu sind ebenfalls von großer Wichtigkeit. Und die Autoren in den Sendungen können z.B. in den Schulen vorgestellt und nachgehört werden.

    Ich kann mir für den 1. Januar 2017 eine spannende Zusammenfassung vorstellen.

  8. Stefan Siffrin

    @DAS
    „Vertreter der NPD,AFD, usw. zu Wort kämen“: würde man solche Autoren einladen, dann bestünde die Gefahr, dass die Sendung FADA als Plattform für teilweise verfassungswidrige Thesen genutzt werden könnte. Im Unterschied zu den Polit-Talkshows, in denen sie zu Wort kommen, gibt es bei FADA keine Vertreter anderer Parteien, die dann kontrovers diskutieren würden.
    Es wäre dann schwierig für den Moderator bzw. die Hörer, eine Gegenposition zu beziehen.
    Aber an dieser Stelle noch ein anderes Beispiel: Herr Buschkowsky hat in der Sendung zwei Bücher vorgestellt, während von Thilo Sarrazin, der im gleichen Zeitraum ebenfalls Bücher veröffentlichte, kein Buch besprochen wurde.

    Ihnen allen alles Gute für 2017!

  9. Hans-Michael Schneider

    „Selbstlob stinkt“ – musste ich mir schon als kleiner Junge dauernd vorwerfen lassen. Dasselbe möchte ich heute dem Moderator dieser Sendung vorhalten.
    Gern erinnere ich daran, das schon vor langer Zeit solche Sendungen, wie diese hier, lediglich von Elite-Lobbyisten im Sold großer Verlagshäuser in fast alle Sender des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks hinein-geprügelt wurden, um die entsprechenden Buch-Umsätze nicht zu gefährden und vielleicht sogar zu verbessern.
    Ein aktueller oder künftiger Moderator solch einer Sendung sollte sich immer bewusst sein, gegen die Manipulationsmächte der großen Verlagshäuser keinerlei Chancen zu haben aber wenigstens ein paarmal versuchen, auch kleinere Autoren einmal zu Wort kommen zu lassen.
    Mein Vorschlag: „Die Geldlawine“ von „Jörg Gastmann“.
    Ein Frohes-Neue-Jahr an alle!

  10. Peter Bartens

    …Plattform für teilweise verfassungswidrige Thesen genutzt werden könnte…
    Aha, seit wann ist denn die AFD verfassungswidrig? Selbst die NPD ist es bis heute nicht. Soll das heißen, daß bei FADA nur Autoren mit systemkonformen Meinungen zu Wort kommen dürfen, damit in „postfaktischen“ Zeiten, der unbedarfte naive Zuhörer in seinem Meinungsbild nicht verwirrt wird, das da heißen muß: nur die inländischen ‚professionellen‘ Redaktionen haben das Recht ‚Fakten‘ festzulegen, und diese ‚Fakten‘ haben dann Alle in ihren Köpfen zu verankern, damit unsere ‚westlichen Werte‘ und unsere ‚repräsentative Demokratie‘ in dieser Form weiter unangetastet bleibt? Soll das weiter heißen, daß dem mündigen Zuhörer nicht zugetraut wird, sich ein unabhängiges eigenständiges Meinungsbild zu machen? Oder ist das sogar nicht erwünscht, weil dieses mit den ‚festgelegten Fakten‘ der transatlantischen Mainstreampresse kollidieren könnte? Merke: die öffentliche Wahrnehmung und die sich daraus ableitende öffentliche Meinung sind für jedes Herrschaftssystem ein ganz entscheidender Faktor, den keine Regierung außer Acht lassen kann, gleich ob sie demokratisch oder diktatorisch ist. Sie kann ihre Maßnahmen nur durchsetzen, wenn sie die öffentliche Meinung kontrolliert. Dieser Kontrollversuche sollten wir uns stets bewußt sein und alles dafür tun, daß sie nie umfassend gelingen werden. Denn dann hätten wir uns dem Orwellschen Staat endgültig ausgeliefert.

  11. DAS

    @ Magdalena: Hier handelt es sich um eine semantische Unschärfe. Mit „politisch“ meinte ich „das Gemeinwesen betreffend“. Es gibt die Aussage „Nichts ist politischer als der Alltag“. Also: Auch ein politisch unbedarfter Autofahrer handelt politisch wenn er Benzin kauft. In diesem Sinne können auch die anderen genannten Themen politisch sein.

  12. Wadimy

    @ Peter Bartens
    Völlige Zustimmung.
    Ein Blick in die Geschichte lehrt u.a. übrigens, dass oft gerade damit, dass die Unbequemen, sich eben nicht dem Mainstream Anschließenden, mundtot gemacht und somit Chancen zur Korrektur von Fehlentwicklungen im Keim erstickt werden, die Phase des Abstiegs der betr. Gesellschaft eingeläutet wird.

  13. Stefan Siffrin

    @Peter Bartens
    Ich stimme Ihnen gerne zu. Wenn ja alle so Hörer so mündig sind wie Sie meinen, warum dann die Aufregung um den Auftritt von Frau Illi bei Anne Will im November?

  14. Stefan Siffrin

    Nachtrag:
    1) Meine Bemerkung oben gehört nicht direkt zum Thema der Sendung FADA (sorry).
    2) Gegen die NPD läuft zurzeit ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, um nach Art. 21 GG zu entscheiden, ob die Partei verfassungswidrig ist. Das Urteil soll am 17. Januar verkündet werden.

  15. DAS

    @Peter Bartens: Grundsätzliche Zustimmung. Ich gehe noch weiter und meine sogar, dass wir ständig unsere „Glaubenssätze“ – unsere philosophischen Gedankengebäude – überprüfen müssen. Nur so hat die Menschheit eine Chance, langfristig zu überleben. Dies gilt auch für unsere Verfassung. Diese ist nicht sakrosankt. Sie kann immerhin von einer qualifizierten Mehrheit geändert werden. Auch zu solchen Themen habe ich in meinem Buch, das ich auf http://ueberleben-wir.de vorstelle, geschrieben.

  16. Hans Trescher

    @Stefan Siffrin
    …warum dann die Aufregung um den Auftritt von Frau Illi bei Anne Will im November?…
    Aufgeregt dürften sich wohl nur diejenigen haben, die immer noch nicht begriffen haben, daß Anne Will & Co. reine (fragwürdige) Unterhaltungsshow abliefert und rein gar nichts mit echter Information oder zielführender Diskussion zum besseren Verständnis der laufenden gesellschaftlichen und politischen Ereignisse für die Zuschauer zu tun hat.

Einen Kommentar schreiben: