Vor 50 Jahren – haben sich die Zeiten geändert?

Blicken wir ein halbes Jahrhundert zurück! Vor 50 Jahren gab es eine Zeit des Umbruchs: der „Sommer der Liebe“ setzte ein Zeichen, konnte die Welt aber nicht nachhaltig verändern. Die Pop-Musik war sehr kreativ, wurde aber auch kommerzialisiert. Viele Jugendliche rebellierten politisch, alte Strukturen wurden in Frage gestellt.

Kein Zweifel: die Zeiten änderten sich, aber veränderten sie sich auch zum Besseren? Wie stark können Musik und Kunst die Gesellschaft prägen? Siegt letztlich immer das Establishment?

Ernst Hofacker: „1967. Als Pop unsere Welt für immer veränderte“.

Schreiben Sie Ihre Meinung, Ihren Kommentar zur Sendung am Weihnachtssonntag, 25.12., um 9.04 Uhr!

 

15 Kommentare zu “Vor 50 Jahren – haben sich die Zeiten geändert?”

  1. Wadimy

    Eines der Kennzeichen der 68-er Jahre war eine im Schnitt ausgesprochen politische Jugend mit zum Teil revolutionären Ideen und Ansätzen zur Veränderung politischer und gesellschaftlicher Strukturen. Angepasst und ausgesprochen unpolitisch erscheint dagegen ein sehr hoher Anteil der heutigen Jugend, die es mehrheitlich offenbar bevorzugt, sich einlullen zu lassen und ihre Energie und freie Zeit in allererster Linie damit zu verbringen, die Segnungen der digitalen Welt zu konsumieren.

    Mittelfristig gesehen also auch von der Warte her nicht gerade die allerbesten Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.

  2. Wadimy

    Erg:
    V.a. wenn man bedenkt, welche Opposition zum sog. Establishment und welch immense politische Gestaltungskraft vor ca. 50 Jahren vor allem aus Stundentenkreisen erwuchs, ist die weitgehend unpolitische Haltung des weit überwiegenden Teils heutiger Studenten geradezu ernüchternd.

  3. Erna

    Entweder aufwachen, oder ins digitale Gefängnis wandern.
    Zum Glück sind wir dabei aufzuwachen, sodass sich die Pläne des untenstehenden Videos nicht mehr vollständig verwirklichen können.
    Die Jugendlichen von heute rennen nicht mehr auf die Straße um für eine bessere Welt zu kämofen wie zu früheren Zeiten, sondern treffen sich weltweit im Netz. Sie setzen ihre Energie nicht mehr zur Bekämpfung dessen ein was sie nicht wollen, sondern mehr für das was sie wollen.
    Deshalb die Medienkampanien gegeg bestimmte Seiten im Netz.
    Alles wird gut. 🙂
    https://www.youtube.com/watch?v=L3_RlrsB1FU

  4. Wadimy

    @ Erna
    „Die Jugendlichen von heute rennen nicht mehr auf die Straße um für eine bessere Welt zu kämofen wie zu früheren Zeiten, sondern treffen sich weltweit im Netz. Sie setzen ihre Energie nicht mehr zur Bekämpfung dessen ein was sie nicht wollen, sondern mehr für das was sie wollen.“

    Sind Sie wirklich der Ansicht, dass die Jugendlichen, die sich im Netz aufhalten, zu einem nennenswerten Anteil mit dem beschäftigt sind, wie Sie es hier schreiben?

  5. Erna

    Sie unterschätzen die Jugentlichen von heute.
    Sie fallen zum Beispiel nicht mehr massenweise auf solche plumpen
    Verdrehungen von Wahrheiten herrein wie der Großteil der Erwachsenen immer noch. Sie recherchieren im Netz und kommen zu ganz anderen Ergebnissen als das, was uns als alleinige Wahrheit über alle TV Känäle und Zeitungen erzählt wird (Aktuelle Kamera. 2.0) Und das wird dann untereinander geteilt. Deshalb von dieser Seite auch so wenig politisches Interesse. Wozu? Und wenn sie dann hören, das bei einem Anschlag wieder mal ein „Terorist“ seinen Paß liegen gelassen hat, wie bei fast allen Anschlägen zuvor auch, dann ist es doch nur noch peinlich was da heute auf der Weltbühne uns vorgespielt wird.
    Ich sehe also nicht so schwarz wie sie, was unsere Nachkommen betrifft, und bin immer noch sehr zuversichtlich.

  6. Wadimy

    @ Erna
    „Die Jugendlichen von heute“ gibt es nicht. Wie die übrige Gesellschaft sollte man auch diese Altersgruppe differenziert und realistisch betrachten.

    Wünschen kann man sich viel. Meine Aussage über das Nachlassen politischen Interesses, v.a. des sich politisch Betätigens junger Menschen im Vergleich zu den späten 60er und 70er Jahren dagegen beschreibt einen Fakt. (Über die Ursachen zu reden, wäre ein eigenes Thema.)

  7. Wadimy

    Gerade wenn es gesellschaftliche Missstände gibt, wäre es doch eigentlich vor allem an der Jugend, hiergegen zu opponieren und Versuche einer Änderung zu unternehmen – wie es vor einem halben Jahrhundert ja durchaus einmal der Fall war, mit immensem Erfolg übrigens.

    Von wem soll denn in einer leider mittlerweile sozial wieder kälter und völlig einseitig materialistisch gewordenen Gesellschaft eine Wandlung zu wieder mehr Wir, zu mehr Menschlichkeit und sozialer Gerechtigkeit ausgehen, wenn nicht von der Jugend?

  8. Magdalena

    Waren die jungen Eltern der Generation 1967/68 nicht in großem Maß damit beschäftigt das Wirtschaftswunder und den Aufbau zu erarbeiten? Und haben diese damaligen Jugendlichen – Generation 1967/68 – eher selbst zu denken und zu überlegen geprobt, da Erwachsene nicht da, oder in alten Normen verankert waren?

    Sind heute die Jugendlichen nicht von einer Normierung betroffen, die sie zu intelligenten Robotern gemacht hat? Bitte nichts hinterfragen; am Wettbewerb messerscharf teilnehmen; schon jung und konditioniert im Gesellschaftssystem in die große Politik gehen um das wirklich große Geld zu machen in Verbindung mit Macht.

    Ich glaube, dass wir Menschen schon viel zu viel immer wieder wiederholen, sodass es keine neue Auflage der Jugenrevolution in Frieden und Musik nochmal geben könnte. Opponieren ist heute , u.a., gefährlich, kann missverstanden werden. Eine friedfertige Gegenrevolution ist einmalig! Wie wohltuend, dass es sie gab: Nie wieder Krieg!

  9. Wadimy

    „Eine friedfertige Gegenrevolution ist einmalig! Wie wohltuend, dass es sie gab: Nie wieder Krieg!“ (Magdalena)
    Den Wunsch „Nie wieder Krieg“ hat wohl (fast) jeder. Als Feststellung jedoch (möglicherweise hier so gemeint) wäre die Formulierung unrealistisch, ja sogar bedenklich, denn wer den Frieden als für alle Zeiten gesichert ansieht, riskiert, bequem zu werden und nicht alles zur Friedenssicherung zu unternehmen.
    Und selbstverständlich wäre die Feststellung, global gesehen, schlicht falsch.

  10. e

    Diese Manipulationen wie in Berlin geschehen, gab es in den 70_ger
    Jahren auch schon. (Oktoberfest) Nur damals hatte keiner die Mögklichkeit, sie ans Licht zu zerren. Und natürlich kommen die Täter immer ums Leben, Sonst wirds peinlich. Alles kommt ans Licht.
    youtube.com/watch?v=bjsZ5cCoXtM

  11. Magdalena

    Die Feststellung ist der Spruch der Generation ’68.
    Allerdings war ja diese Bewegung für einen Frieden UND die uneingeschränkte Liebe, nicht NUR gegen den Krieg. Aus meiner Sicht waren sie für die Liebe. – Der Krieg hat ja unmittelbar gegen diese Bewegung eingesetzt.

    Sie wurden durch Drogen ausgehebelt und durch die Vermarktung ebenfalls. Einige haben sich rechtzeitig „zurückgezogen“ um sich zu schützen. Dass sie bis heute erinnert werden, finde ich sehr gut!

    Danke für Ihr Feedback Wadimy.

  12. DAS

    Kunst kann und muss unsere Kultur prägen und formen. Künstler sind oftmals näher an der Realität als Wissenschaftler, Politiker und sonstige „Realisten“. Ich habe mich nach dem letzten Krieg etwa durch amerikanischen Jazz für die demokratischen USA gewinnen lassen. Leider hat das Positive daran nicht verhindert, dass diese so abgedriftet sind und jetzt sogar einen Psychopathen zum Präsidenten gewählt haben.
    Wenn ich unsere Kultur ansehe bemerke ich, dass das Alte etwa an den Theatern grassiert und das Neue in den Trash (Dschungelcamp) abgleitet. Die Wirklichkeit – Klimawandel, Krieg, Terror, Armut – wird von den meisten Künstlern oder unserem „System“ praktisch ausgeblendet. Wir be- und verarbeiten unsere Situation nicht.

  13. Peter Bartens

    Was gab es damals gewaltige Träumen und unerschütterlichen Optimismus. Und heute? Eine desillusionierte, völlig angepaßte und ja auf keinen Fehltritt oder eine Falschmeinung bedachte Jugend. Da haben die 68er mit ihrer Erziehung einiges angerichtet.

  14. Wadimy

    @ Peter Bartens
    „Da haben die 68er mit ihrer Erziehung einiges angerichtet.“
    Ok, diese Sichtweise ist zwar nicht ganz falsch, aber auch nicht vollständig richtig. Wenn man nämlich individuelle Versäumnisse und individuelles Fehlverhalten vorrangig oder gar einzig als in der Erziehung und Umwelt der Betreffenden begründet sieht, haben wir ein Problem. Nach diesem Prinzip könnten die einzelnen Mitglieder der Eltern-, Großeltern-, Urgroßelterngeneration u.s.w. die Haupt- oder gar alleinige Ursache eigenen Versagens jeweils immer Mitgliedern der vorigen Generation(en) in die Schuhe schieben – und das Moment persönlicher Verantwortung wäre weitestgehend aufgehoben.

  15. Erna

    Hier ein alternativer Jahresrückblick von einem jungen Filmemacher.
    http://www.youtube.com/watch?v=imKLtn19BC0&feature=youtu.be&t=11522

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