Schadet oder informiert die Werbung?

kreiss_werbung_nein_danke100_v-sr__169__900Werbe-Unterbrechungen, Plakate oder unerwünschte Mails können nerven, aber sind sie wirklich ein Problem?  Ärgerlich ist, dass wir alle die Werbung bezahlen, weil sie in die Preise der beworbenen Produkte eingeht.

Aber: Ist eine Marktwirtschaft ohne Werbung möglich? Wie können wichtige Informationen über verschiedene Angebote vermittelt werden? Wer finanziert Sendungen und Zeitungen, wenn die Werbung wegfallen würde?

Prof. Christian Kreiß: „Werbung – Nein Danke! Warum wir ohne Werbung viel besser leben könnten“

Schreiben Sie Ihre Meinung, Ihren Kommentar zur Sendung am Sonntag, dem 13.11. um 9.04 Uhr!

14 Kommentare zu “Schadet oder informiert die Werbung?”

  1. Wadimy

    Werbung mit ihrer Funktion, ständig neue materielle Bedürfnisse und Konsumwünsche zu wecken, ist der unverzichtbare Motor eines auf permanentes Wachstum setzenden Wirtschaftssystems. Sie ist das Kennzeichen einer einseitig materiell ausgerichteten, seelisch letztlich defizitären Gesellschaft, in der das, was zu den fundamentalen, häufig jedoch ungestillten Bedürfnissen des Menschen gehört, materiell kompensiert wird.

  2. Wadimy

    Alle anderen Themen werden derzeit vom Präsidentschaftswahlkampf in den USA an den Rand gedrängt. Was viele für undenkbar hielten und schlicht verdrängten, scheint momentan Realität zu werden. – Schade, dass sich in den Vorwahlen bei den Demokraten Bernie Sanders, die Hoffnung vor allem vieler junger US-Bürger, nicht gegen die für die Kontinuität einer verlogenen Politik stehenden Hillary Clinton durchsetzen konnte – und die US-Wähler nun leider keine echte Wahl zum Besseren haben.

  3. Wadimy

    „…gegen die für die Kontinuität einer verlogenen Politik stehende Hillary Clinton…“

  4. Wadimy

    Nun, die Würfel sind gefallen.

    Man kann Trump vieles vorwerfen, darunter Rassismus, Frauenverachtung, ja schiere Menschenverachtung, ganz sicher aber nicht, dass er mit dieser Einstellung hinter dem Berg gehalten hätte: Keiner, der Trump zum Kandidaten der Republikanischen Partei machte, und kein einziger, der mit seiner Stimme dazu beitrug, dass er nun US-Präsident werden wird, kann für sich reklamieren, diesen Kandidaten nicht oder nicht gut genug gekannt zu haben.
    Nach dieser Wahl sollten wir uns darauf einstellen, dass vieles zuvor für ausgeschlossen Gehaltene möglich werden wird.

  5. DAS

    In seinem Buch „Was man für Geld nicht kaufen kann“ hat Michael J. Sandel auf die Probleme der kommerziellen Werbung hingewiesen: Sie verändere die Bereiche, in der sie eingesetzt wird. Beispiel: Fußballspieler mit Werbung, Profifußball, VIP-Logen usw.
    Ich sehe dass mit der Werbung der überwiegend materialistische und zerstörerische Lebensstil der heutigen menschlichen Zivilisation täglich dokumentiert wird. In der Folge werden nicht nur unsere biologischen Lebensbedingungen sondern auch die gesellschaftlichen geschädigt. Die Wahl des neuen USA-Präsidenten hat diese Schädigung noch einmal eindrucksvoll gezeigt. Die Hintergründe einer solchen Entwicklung sowie die Möglichkeiten eines Gegensteuerns habe ich in meinem Buch, das ich auf meiner Webseite http://ueberleben-wir.de/ vorstelle, erläutert.
    Wir könnten aber Werbung auch nützlich einsetzen indem wir etwa in den Öffentlich-Rechtlichen für die Werte unseres Grundgesetzes und einer gerechten und stabilen Gesellschaft kräftig die Trommel rührten anstatt vor allem platte Unterhaltung anzubieten (außer natürlich FadA) und dafür noch Gebühren zu kassieren.

  6. Magdalena

    Die künstlerische Komponente in Werbungen haben viele Menschen immer wieder gerne angesehen. Ich wage zu schreiben, dass wir auch einiges lernten durch Werbung, nicht nur über Produkte, sondern auch über die vielfältige Natur auf der Erde und im Kosmos.

    Eine Umverteilung von Geld findet auch statt, indem Geld an Menschen geht, die an Fotos, Filmen, Animationen usw., beteiligt sind. Außerem kann heute gezielter ausgewählt werden, etwas anzusehen ist kein absolutes Muss mehr.

    Schönheit und Unbeschwertheit sollte im täglichen Alltag für jeden eine kleine Freude bringen. Ich mag Werbung.

  7. Wadimy

    @ Magdalena
    Ich hoffe doch, dass diese Sichtweise sich nur auf einen Teilaspekt der Werbung bezieht. Diese durchgängig positiv sehen, hieße nämlich, eine erstaunlich naive Weltsicht zu haben. (Und das kann ich mir bei Ihnen nicht vorstellen.)

  8. Jürgen Engel

    Werbung ist die missratene Tochter der Information. Ihr Glaubensbekenntnis ist der Betrug, hemmungslos, skrupellos. Deshalb kann Werbung nicht nur krank machen sondern auch töten. In der Tabakindustrie ist Werbung deshalb inzwischen ja verboten, nachdem sie jahrzehntelang zum Selbstmord veführen durfte. Zunehmend gerät auch die Lebensmittelindustrie in die Kritik, denn hier wirkt Werbung besonders perfide, verlogen und destruktiv, weil sie sich an den Schwächsten, nämlich Kindern vergreift und ständig vom gesunden Essen faselt, in Wahrheit jedoch Erwachsene wie Kinder durch ständige Dosiserhöhung von Salz und Zucker chronisch krank und abhängig macht und auf diese Weise Apotheker und Ärzte mit Kundschaft versorgt. Ein menschenverachtendes Geschäftsmodell, an dem alle gut verdienen. Zum Selbstverständnis von Werbung gehört gezielt die menschlichen Schwächen herauszufinden um daraus Kapital zu schlagen, egal ob derjenige darunter leidet, sein Leben ruiniert ( Kauf-, Spielsucht, Esssucht usw.) oder sogar stirbt. Beispiel Autoindustrie: Nachdem die Freiheitslüge ( schicke Autos in patagonischer und ansonsten autoleerer Landschaft ) im hiesigen alltäglichen Straßenkampf nicht mehr zieht, nimmt man eine andere menschliche Schwäche ins Visier, nämlich Macht, Stärke und damit Durchsetzungsfähigkeit, in diesem Fall gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern, zu demonstrieren. Die Autos werden folgerichtig immer schwerer und PS-stärker. Damit sich nun bloß nicht ein Zeitgeistverirrter Gedanken um die Umwelt macht, erzählt man gebetsmühlenartig das Märchen vom trotzdem, wie durch ein Wunder, immer sauberer werdenden Fahrzeugen. Diese Lüge tötet. Wird nämlich die Verschmutzung der Atemluft mit Feinstaub und Stickoxiden um einen beliebigen Prozentsatz reduziert, werden weniger Menschen krank und sterben an Atemwegserkrankungen. Somit leistet jeder Politiker, der strengere Abgasnormen verhindert, nicht umsetzt oder deren Inkraftreten hinauszögert Beihilfe zum Mord, ebenso wie die Geschäftsführung der Automobilindustrie und die Ingenieure, die vorsätzlich Abgaswerte manipulieren.
    Wer nun der Werbung, die ganz legal täglich nötigt und betrügt, trotzdem irgendwie die Wirkung entziehen und somit das Handwerk legen will, muss den Spieß umdrehen, d.h den Bekanntheitsgrad einer Marke oder Dienstleistung nicht als Kaufsignal sondern als Kaufverweigerung umdeuten. Steht man also vor einem Regal und erkennt eine Marke wieder, weil sie stark beworben wurde, weiss man, dass man diese Marke auf keinen Fall kaufen wird. Wenn der Marktschreier, der am lautesten schreit leer ausgeht, eben weil er laut schreit, dann haben die Marketingschergen ein echtes Problem. Wie soll man auf etwas aufmerksam machen, dass man nicht laut erwähnen darf ? Die alltägliche Rund-um-die-Uhr Nötigung und Belästigung würde massiv eingedämmt.

  9. Wadimy

    @ Jürgen Engel
    Hervorragende Analyse. Die kann ich nur ergänzen durch die Erwähnung der Tatsache, dass der Anteil der Zeitgenossen, die in der Lage sind, mit dem Phänomen Werbung auch nur annähernd mündig umzugehen, sich im einstelligen Prozentbereich, wenn nicht gar im Promillebereich bewegen dürfte. (Leider gehöre auch ich nicht zu dieser Gruppe.)

  10. Magdalena

    @ Wadimy

    Mir war hier die Kunst in der Werbung wichtig zu erwähnen.
    Und meine Aussage im letzten Satz bezieht sich auf den Satz davor.

    „Schönheit und Unbeschwertheit sollte im täglichen Alltag für jeden eine kleine Freude bringen. Ich mag Werbung.“

  11. Wadimy

    @ Magdalena
    Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass Werbung durchaus eine Art „Kunst“ ist, ja manchmal sogar unterhaltsam, in sehr seltenen Fällen sogar witzig sein kann. Leider kann und will ich die hinter dieser „Kunst“ stehende Intention raffinierter Manipulation nicht ausblenden – und deshalb hält sich, noch sehr positiv ausgedrückt, meine Begeisterung für diese Art Kunst in ziemlich engen Grenzen.

  12. Susi Klatt

    Shit,
    seit das die Sendung früher kommt, verpasse ich sie jedesmal. Bin schon wieder zu spät. 11 h war viiiiiiiiiiel besser

  13. Jürgen Engel

    Wenn es nur darum ginge auf ein neues Produkt oder auf eine neue Dienstleistung hinzuweisen wäre das kein Problem. Und wenn Werbung kreativ und unterhaltsam daherkommt, hat man wenigstens in der Belustigung einen Nutzen davon und zwar den einzigen ohne Nebenwirkungen. Belustigung ist in diesem Zusammenhang nämlich nur die freundlichere Art Aufmerksamkeit herzustellen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass man den ganzen Tag einen ungebetenen Gast bei sich in der Wohnung oder neben sich her laufen hat, der ständig auf einen einredet und sein Opfer als unmündiges Wesen behandelt, dem man ununterbrochen erzählt was es tun soll. Wäre dieser Gast eine reale Person müsste man ihn wegen Hausfriedensbruch und Stalking vor Gericht bringen.

  14. Stefan Wagner

    In der Sendung wird im Zusammenhang mit Haribowerbung bei Aldi behauptet, Risiken dieser Süßwaren seien Farbstoffe, Diabetesrisiko und Zappelphilippsyndrom.

    Worin besteht denn das Problem von Farbstoffen?

    Gibt es Belege dafür, dass man durch Süßwarenkonsum Diabetes erwerben kann? Wer Diabetes hat, der weiß ja in der Regel, dass er mit Zucker- und kohlehydrathaltigen Produkten vorsichtig sein muss.

    Beim Zappelphilippsyndrom ist die Sendung dann leider ganz im Esoterischen Bannkreis der Gegenaufklärung angekommen. Da konsumiert offenbar jemand eine Form von Werbung, die er noch gar nicht als solche erkannt hat und verbreitet es auch noch unwissend weiter.

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