Warum laufen Menschen Amok?

christoph_paulus-das_amok-puzzle100_v-sr__169__900Neben Terror-Anschlägen verbreiten auch Amokläufe ein Klima allgemeiner Angst. Niemand weiß, wo als nächstes etwas passieren wird.

Warum bringt jemand wahllos Leute um – und dann meistens sich selbst? Gibt es frühe Alarmzeichen, die ein Eingreifen ermöglichen? Kann man ein oder mehrere Täter-Profile erstellen? Sind die Täter „verrückt“, ist das Gehirn geschädigt? Ist ihre Psyche gestört, funktionieren soziale Kontakte nicht mehr? Ist das Puzzle so kompliziert, dass sich nichts verallgemeinern lässt?

Dr. Christoph Paulus: „Das Amok-Puzzle. Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile“.

Schreiben Sie Ihren Kommentar, Ihre Meinung zur Sendung am Sonntag, 9.10., um 9.04 Uhr!

 

11 Kommentare zu “Warum laufen Menschen Amok?”

  1. Sigurd

    Die Frage müßte eher lauten, wer hat die Täter so programmiert und warum?
    youtu.be/pAvSdh7YiE8?t=270
    Die Wölfe werden wieder mal über dieses Video herfallen und das darf auch sein. 🙂

  2. DAS

    @Sigurd: Die Meisten von uns.

    Eine Regel der Hermetischen Philosophie lautet: Wie außen so innen. Wenn ich das auf die Gesellschaften anwende sehe ich in Amokläufen Zeichen dafür, dass in der Gesellschaft etwas nicht stimmt. Sie hat etwa derartige Menschen nicht integriert und das noch nicht einmal gemerkt. Die Gesellschaft lässt solche Zeitbomben frei herum laufen. Dies tut sie auch bei Steuersündern, Kriminellen usw. Die deutsche Regierung ließ kürzlich Hunderttausende ohne wirksame Kontrollen ins Land. Die Psychen der Individuen wirken sich hier mit ihren Stärken und Schwächen aus: Unbedingt helfen wollen, sich selbst schaden usw.
    Ich meine, dass in unseren westlich orientierten Gesellschaften dem Einzelnen zu viel Freiheiten eingeräumt werden ohne die dazu gehörigen Pflichten einzufordern. Jeder Idiot kann etwa mit x100 PS- Autos herumfahren, Menschen tot fahren, die Umwelt schädigen usw. Solche Psychen können langfristig nicht überleben.
    In meinem Buch, das ich auf meiner Webseite ueberleben-wir.de/ vorstelle, habe ich mehr dazu geschrieben.

  3. DAS

    @Sigurd: Habe mir das Video angesehen. Diese Serien sind einfach ätzend. Sie behaupten, die Wahrheit gepachtet zu haben, ohne dafür nachvollziehbare Beweise zu liefern.
    Auch Ihre Frage (wer hat die Täter so programmiert) geht davon aus, dass Menschen diese „Programmierung“ vornehmen und Menschen sich programmieren lassen. Damit sind wir bei der eigentlichen Kernfrage: Wie tickt der Mensch?

  4. Sigurd

    Das ist eine hilosophische Frage. Einfacher Erklärungsversuch:
    Der Mensch ist Biocomputer und Gott zugleich. Der Biocumputer Mensch kann und wird programmiert von äußeren Kräften. (Religion , Staat, Gesellschaft usw.). Er hat jedoch jederzeit die Möglichkeit aufzuwachen und auszusteigen aus dieser künstlichen Matrix, indem er beginnt sich von äußeren Programmierern zu trennen, und beginnt sich selbst zu programmieren.
    Er kehrt somit Schritt für Schritt zu seiner innewohnenden göttlichen Macht zurück. Dies soll natürlich mit allen Mitteln verhindert werden von denen, die lieber von der Energie anderer leben und diesen inneren Weg noch nicht bereit sind zu gehen. Und das darf auch so sein, denn an dieser Gegenkraft wächst der Geist. Licht kann sich nur in der Materie Ausdrücken, wenn es sich durch diese Dunkelheit durchgearbeitet hat. Somit ist alles gut, so wie es jetzt ist. Die Menschheit wächst in rießen Schritten und das ganze Universum kommt ihm nun entgegen.
    Wenns hier nicht passt, dann bitte löschen. Ist auch in Ordnung. 🙂

  5. Wadimy

    Ich bin kein Anhänger der auch in diesem Forum ab und zu vertretenen Ansicht, Menschen würden in eine bestimmte Richtung geradezu programmiert in dem Sinne, dass Gewalt das Ziel sei. Allerdings ist kaum bestreitbar, dass vor allem infolge des absoluten Vorrangs des Wirtschaftlichen vor Verantwortlichkeit und Ethik in den sog. „modernen“ Gesellschaften sehr viel seelische Schäden und seelische Verarmung namentlich bei jungen Menschen IN KAUF GENOMMEN werden.

    Um es an einem Beispiel festzumachen: Gewalt-Computerspiele werden nicht mit dem Ziel hergestellt, beworben und verkauft, Verrohung und Gewalt im realen Leben zu erzeugen. Sehr wohl aber nehmen die Hersteller dieser Software in Kauf, dass ihre Erzeugnisse diese Folge haben. Ähnliches gilt für den übrigen Medienbereich.

    Selbstverständlich sind die Gründe speziell für die Zunahme von Amokläufen vor allem junger Menschen in den letzten 15 Jahren vielfältig (d.h. es gibt noch etliche andere gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die das Phänomen fördern), wie das ja schon der Titel des Buches vom kommendem Sonntag andeutet.

  6. Magdalena

    Vielleicht werden Suizide seit einigen Jahren auf eine andere Art verübt? Noch nie zuvor haben junge Menschen zuerst so viele Menschen getötet, um sich dann selbst zu töten.

    Wenn die Täterprofile der noch lebenden Täter, einen großen Unterschied ergaben hinsichtlich der Profile, die durch eine Selbstentleibung endeten, könnten Amokläufe in einem anderen Licht erscheinen.

    Kinder und Jugendliche haben sich schon immer mal wieder selbst getötet, ohne dass dies bekannt gemacht wurde, zu schrecklich und auch peinlich. In solchen Fällen waren die Familien, die Gesellschaften und die allgemeinen Kulturen hilflos. – Ob heute durch die fortgeschrittene Psychologie einiges bewirkt werden kann, ist eine Hoffnung.

    Was die Programmierung angeht, so haben wir in Afrika, Asien und im Nahen Osten die Kindersoldaten, Mädchen wie Jungen. Was Vorbilder da bewirken, konnte auch in De im vergangenen Jahrhundert beobachtet werden.

  7. Jürgen Engel

    Kinder werden nicht programmiert, sondern während der Erziehungsphase von den elterlichen Wertvorstellungen indoktriniert. Mit der Pubertät beginnt dann die Reinigungsphase, die je nach persönlicher oder auch intellektueller Vorbedingung kläglich, gleichgültig oder eben auch rebellisch ausfällt, wobei die lautesten Rebellen ähnlich wie die ewig Angepassten schlussendlich im Eigenheim mit dem ebenso unvermeidbaren Hund enden ( s. 68ger). Dazu gesellt sich eine Minderheit, die tatsächlich versucht für sich einen alternativen Lebensweg zu gehen. Bleiben die Gescheiterten übrig. Sie stellen eine potentielle Gefahr dar, weil sie mit all ihrem Streben dazugehören wollten ( ganz anders als der Rebell oder der Alternative ) aber permanent verstoßen und abgelehnt wurden. Ältere Menschen neigen in solchen Fällen zur Resignation und Depression. Jugendliche sind oftmals jedoch zu labil um in einer Situation eine Perspektive für sich zu sehen, in der sie glauben, dass die Gesellschaft sie nicht will. Aus Enttäuschung und Frustration entsteht Aggression, die sich in den meisten Fällen in Form von Suizidgedanken gegen sich selbst richtet, weil viele die Schuld bei sich suchen. Das ist nicht verwunderlich, denn die meisten haben als Kinder die Erfahrung gemacht, dass Bestrafung und Ablehnung mit eigenem Fehlverhalten einhergeht. Eine Minderheit hat sich jedoch die Haltung angeeignet, die Ursachen für ihr Unwohlsein ausschließlich in den sie umgebenden Personen zu suchen. Welche Gründe und Verhaltensweisen von Eltern und Geschwistern dazu führen, soll an dieser Stelle unreflektiert bleiben. Wenn solche Menschen dann verzweifeln, denken sie in erster Linie daran die Schuldigen zu bestrafen und erst an zweiter Stelle an Selbstmord, weshalb sie im Ernstfall genau in dieser Reihenfolge vorgehen. Dazu kommt, dass man heutzutage waffentechnisch sehr viel größeren Schaden anrichten kann als in früheren Zeiten und dass man als Rächer weltberühmt wird. Der ganze Planet erfährt von dem Leid, dass einem selbst zugefügt wurde und sich boß in dem Leid der, aus dieser Perspektive zu Recht Ermordeten, wiederspiegelt.

  8. Wadimy

    Dank guter Fragen, ebensolcher Moderation und vor allem einem ungemein kompetenten Autor eine höchst hörenswerte Sendung zu diesem leider aktuellen Thema.

  9. J.P. Schneider

    Leider Sendung verpasst!
    Warum wurde die wichtige und interessante Sendereihe auf einen so ungünstigen Zeitpunkt (sonntags 9 Uhr!!) verlegt? Wer wochentags gezwungenermaßen Frühaufsteher ist mag sich das nicht auch noch am Sonntag antun! 11 Uhr war ideal, 10 Uhr wäre noch akzeptabel!

  10. Wadimy

    Kurze Anmerkung noch zum Einbringen von E-Mail-Beiträgen in die Sendung:
    Es ist für mich völlig nachvollziehbar, dass telefonische Beiträge im Zweifel Vorrang vor schriftlichen haben. Gleiches gilt dafür, dass mehrere E-Mails sehr ähnlichen Inhalts zusammenfassend eingebracht werden bzw. sehr lange Beiträge gekürzt werden müssen.

    Ganz und gar nicht nachvollziehbar dagegen ist für mich (ich kann das zumindest bezogen auf eigene Mails sagen), wenn sprachlich einwandfreie, um Präzisierung bemühte, KURZE, direkt an den jeweiligen Autor gerichtete Beiträge durch den Moderator so umformuliert werden, dass die Beiträge dadurch zuweilen klar an Präzision verlieren, dafür aber oft sprachlich schwächer – und eher wortreicher werden.

  11. Magdalena

    Dr. Christoph Paulus hat eine umfangreiche Sicht auf all die verschiedenen Suizide mit Fremdtötungen und die Tötungen aus fanatischer Einstellung heraus.
    Die Präventionen und Aufklärungen helfen, wenn sie weiter verbreitet sind, und dazu hat auch diese Sendung beigetragen. Dass die Polizei erst im Fall eines Falles eingreift, macht alles schwieriger.
    Was ist nun mit den Opfern und ihren Angehörigen?
    Was ist mit den Tätern und deren Angehörigen?

    Es wird beschuldigt und/oder Ursachen gesucht. Hilft das im Nachhinein?
    Obwohl es sich um eine rassistische Tat handelte, mache ich aufmerksam auf den Täter der überlebte. Geschehen in Amerika in Charleston SC in einer Kriche. Neun Menschen wurden beim Beten getötet, der junge Mann festgenommen. Die Angehörigen der Opfer wollten zu ihm sprechen, was er auch über sich ergehen lassen musste. Sie verziehen ihm. Diese Handlung wurde kürzlich im 4. Teil der „Ära Obama“ gezeigt.

    Aufmerksamkeit und liebevoller Umgang im eigenen Umfeld ist nach wie vor äußerst gefragt!

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