Ökonomen vor den Problemen: ratlos?

fada_niessen_entmachtet_die_oekonomen100_v-sr__169__900Ob Wachstum und Umweltschutz, Arbeitslosigkeit oder Finanzpolitik, man hat den Eindruck, dass die herrschenden Wirtschaftswissenschaften überfordert sind.

Sind die Ökonomen durch methodische Mängel (wie eine Fixierung auf mathematische Modelle) und ideologische Vorurteile (ein Ausgehen von den herrschenden Machtverhältnissen) unfähig, grundsätzliche Fragen auch nur zu stellen?

Was bringt ein unvoreingenommener Blick? Sind Veränderungen möglich – und politisch durchsetzbar? Will die Politik überhaupt neue Berater?

Dr. Frank Niessen: „Entmachtet die Ökonomen! Warum die Politik neue Berater braucht“, Tectum-Verlag, 17,95 €.

Schreiben Sie Ihren Kommentar, Ihre Meinung zur Sendung am Sonntag, 2.10., um 9.04 Uhr!

63 Kommentare zu “Ökonomen vor den Problemen: ratlos?”

  1. Roland Kuntz

    In Bezug auf die Ratingagenturen hieß es vor ein paar Jahren sinngemäß: „Sie sind nicht besonders zuverlässig, wir haben aber keine bessere Einschätzung“.

    Der Titel des Buches ist berechtigt, denn der entstandene Schaden ist gewaltig. Es sind aber generell alle Beraterverträge zu überprüfen.
    Wie kommen Politiker denn auf die Idee, dass sie von Unternehmensberatern eine seriöse volkswirtschaftliche Beratung erwarten dürfen?

    Die deutschen Ökonomen sind ja in der absoluten Mehrzahl Verfechter der „Neoklassik“ – ein in der Welt einmaliger Zustand. An den Universitäten, die Studenten wehren sich seit Jahren, erfolgt eine sehr einseitige Lehre.
    Und es scheint genau eine Strategie zur Lösung von verschiedensten Problemen zu geben: Strukturreformen und Austeritätspolitik (was würde man von einem Arzt halten, der auf diese Weise arbeitet?). Aktuell will man ja Ägypten damit beglücken.
    Norbert Häring hat dem Sachverständigenrat, der die Regierung beraten soll massive Fehler nachgewiesen („Wie die Wirtschaftsweisen tricksen und täuschen“)
    Eine Haftung für Falschberatung scheint auch nicht vorgesehen zu sein.

    Die Politiker und ihre Mitarbeiter müssen also selbst wieder über ein umfassendes Wissen verfügen, um wirtschaftliche Zusammenhänge besser verstehen zu können.
    Der große Ökonom Karl Schiller konnte auf einen breiten ökonomischen Sachverstand in seinem Küchenkabinett zugreifen.

    Was nutzt mir aber die beste Beratung, wenn Fakten einfach keine Rolle mehr spielen und Korrekturen einfach nicht vorgesehen sind?

    Wolfgang Schäuble hat gerade in seiner Haushaltsrede angekündigt, dass er die Riester-Förderung ausweiten möchte. Hatte das Konsequenzen?

    Es gibt doch gerade dieses neue Magazin „Makroskop“ von Heiner Flassbeck. Aufklärung und gesamtwirtschaftliche Betrachtung stehen im Mittelpunkt; es ist eine Abkehr von einseitigen Denkmustern.
    Was hält der Autor davon?

  2. Carinha

    Zitat John Maynard Keynes: „Praktiker, die sich ganz frei von intellektuellen Zwängen glauben, sind gewöhnlich die Sklaven irgendeines verblichenen Ökonomen. Wahnsinnige in hoher Stellung saugen ihren wilden Irrsinn aus dem, was irgendein akademischer Schreiber vorher verfasste.“

  3. Carinha

    Damit meine obiges Zitat nicht so blutleer theorethisch daher kommt, hier das praxtische Beispiel dafür durch die Entscheidungen der BOJ letzte Woche: Was die BoJ am vergangenen Mittwoch an zukünftiger geldpolitischer Handelsmaxime vorgetragen hat, ist ziemlich bemerkenswert. Die BoJ hat den Strafzins bei – 0,1 % belassen und auch den Umfang der jährlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 80 Bio. Yen (rd. 695 Mrd. €uro) nicht verändert. Das neue Motto heißt: „Wir wollen die Realzinsen über eine Kontrolle der kurz- und langfristigen Zinsen senken“. Was harmlos klingt, ist eine ungeheure Eskalation der expansiven geldpolitischen Maßnahmen. Unter Kuroda hat die BoJ ab April 2013 durch Wertpapierkäufe versucht, die Geldbasis zu verdoppeln. Ende Januar kam der Strafzins von – 0,1 % als weiteres geldpolitisches Instrument hinzu. Mit dem jetzigen Beschluss der japanischen Notenbank werden in Sachen Wertpapierkäufe neue Maßstäbe gesetzt. Die jährlichen Wertpapierkäufe werden nicht mehr auf 80 Bio. Yen begrenzt. Die BoJ setzt sich jetzt „Rendite-Ziele“ für jede einzelne Laufzeit und will so die „Zinsstrukturkurve“ nach ihren Vorstellungen „modellieren“. Im Klartext heißt das, dass die BoJ notfalls unbegrenzt frisches Geld schöpfen wird, um sämtliche Papiere im jeweiligen Laufzeitsegment aufzukaufen. Die Geldbasis wird weiter ungebremst zunehmen und Ende 2017 die nominale Wirtschaftsleistung erreichen. Zum Vergleich: In der €urozone und den USA macht die Geldbasis etwa 20 % der Wirtschaftsleistung aus. Die BoJ wird in Zukunft auch keine Zieltermine zur Erreichung der gewünschten Preissteigerungsrate von 2 % mehr verkünden, um nicht ständig wegen der Verfehlung der Ziele unglaubwürdiger zu werden. Auch die 2 % werden nicht mehr als „starr“ angesehen. Man hätte gerne ein „Überschießen“ dieser Marke. Als geldpolitische Instrumente möchte die BoJ tiefere Negativ-Zinsen, eine Senkung des Rendite-Ziels für Staatsanleihen und unbegrenzte Wertpapierkäufe einsetzen. Noch mal im Klartext: Die BoJ versucht nicht mehr nur mit eine bestimmten Summe die Renditen von Staatsanleihen zu beeinflussen, sondern legt den aus ihrer Sicht richtigen Kurs respektive die richtige Rendite fest, und nimmt unbegrenzt viel Geld in die Hand, um diese Kurse respektive Renditen zu erreichen. Im Extremfall ist die BoJ bereit alle Papiere aufzukaufen. Eine durch Angebot und Nachfrage bestimmte Kursfindung gibt es nicht mehr. Mit diesem Vorhaben hat die BoJ eine neue Dimension der „Geldvernichtungspolitik“ erreicht. Die BoJ versucht so den Yen in den Keller zu manipulieren, und das wird die anderen Notenbanken zwingen, geldpolitisch zu kontern.
    Hoffentlich können wenigstens einige Mitleser in diesem Forum erahnen, was uns da in Bezug auf den um uns herum tobenden Währungskrieg bevorsteht: Die vorhandene Geldmenge wird immer weiter vervielfacht, was eine weltweite Schuldeninflation auslösen wird und somit von allen Menschen weltweit über ihren Besitz (Kolateral) finanziert werden muss. Man wird von den Menschen immer weitere Liquidität zu Lasten ihres in Generationen aufgebauten Vermögens (Häuser, Straßen, Schulen, Sozialleistungen) fordern.

  4. Magdalena

    „Was bringt ein unvoreingenommener Blick?“

    Ist denn so etwas überhaupt möglich? Unvoreingenommen zu schauen, wo doch alle, die sich mit dem Thema Wirtschaftswissenschaften befassen, schon einiges gesehen, gelesen und gehört haben, ohne all das Desaster also beiseite schieben zu können?
    Die drei vorherigen Beiträge machen für mich genau das besonders deutlich – das Desaster. Es ist schon eine ganz andere Sache etwas als Laie verstehen zu wollen, oder eine Beratung anzubieten. Ich beneide weder den Autor, noch die Lehrenden an den Unis, auch ein völliger Neubeginn scheint utopisch zu sein.

  5. Jürgen Kornberger

    Harvard-Professor Dani Rodrik: „Bisher stand bei der Debatte um den Freihandel vor allem die Frage der Verteilung seiner Früchte im Vordergrund. Mittlerweile dominiert ein ganz anderes Argument: Die Sorge um die demokratische Selbstbestimmung der involvierten Länder. Auf den Punkt gebracht hat sie schon früh der an der US-Eliteuniversität lehrende Ökonom Dani Rodrik mit seinem politischen Trilemma. Es besagt, dass ein Land bei einer sehr weit gehenden Öffnung – Rodrik spricht von Hyperglobalisierung – keine demokratische Selbstbestimmung auf der Ebene des Nationalstaats mehr aufrechterhalten kann. Als Beispiel dafür nennt Rodrik die EU und im Speziellen die Eurozone. Wenn der Volkswille dort nicht mit den Erfordernissen des Gesamtgebildes zusammengeht, wird er letztlich missachtet. Das hat sich im Vorjahr am Beispiel Griechenlands gezeigt. Die Alternative einer Aufgabe des Nationalstaates könnte laut dem Trilemma eine demokratische Mitbestimmung auf einer übergeordneten Ebene sein. Ein Beispiel wäre eine Art Weltregierung oder eine gewählte Regierung auf regionaler Ebene, wie etwa in der EU. Doch Rodrik macht keinen Hehl daraus, dass er das nicht für realistisch hält. Etwas Sand ins Getriebe der Globalisierung zu streuen, sei notwendig, um den einzelnen Staaten wieder mehr Raum zu lassen, ihre eigenen, durch demokratische Prozesse gebildeten Ziele zu verfolgen, meint Rodrik. Nationale Normen und Bedürfnisse sollten für Demokratien Vorrang haben vor einer zu weit gehenden Globalisierung. Denn in der heutigen Welt sei nicht mehr der Mangel an ökonomischer Öffnung das drängendste Problem, sondern der Mangel an demokratischer Legitimation.“
    Anmerkung:…Etwas Sand ins Getriebe der Globalisierung zu streuen, sei notwendig… – Nicht ETWAS Sand, sondern 1 Jahresproduktion des Sandabbaus in Deutschland müssen ins Getriebe der ‚Kloballisten‘ gestreut werden.

  6. DAS

    Ich sehe das Problem im Organisationssystem der Wirtschaftswissenschaften selbst. Ich vermute, dass nur diejenigen Wissenschaftler Einfluss bekommen, die auf der Linie der Herrschenden liegen. Diejenigen, die bezahlen nehmen auch Einfluss. Es gibt ja schon lange genug Ideen wie Tauschhandel, Bedingungsloses Grundeinkommen sowie geschichtliche Erfahrungen aus Währungsunionen, Geldsystemen usw., aus denen jedoch keine gut funktionierende Wirtschaft geformt wurde. Es waren etwa die Mächtigen in der Politik (Kohl-CDU) und die unterstützenden Wirtschaftskreise, die den Euro durchgedrückt haben. Ich erkenne am Zustand unserer „Wirtschaftsweisen“ den ungenügende geistig-seelischen Zustand der Menschen – gerade auch der Eliten, der letztlich mit für die weltweiten Probleme verantwortlich ist.
    In meinem Buch, das ich auf meiner Webseite ueberleben-wir.de/ vorstelle, habe ich mehr dazu geschrieben.

  7. Sigurd

    Ich finde, da steckt viel Wahrheit drinn.
    youtube.com/watch?v=5lNxhckGdbU
    Wenns nicht passt, dann löschen. 🙂

  8. Wolf

    … wo wir gerade bei der Wahrheit sind … da passt das auch ganz gut:

    Der Dunning Kruger Blues
    youtube.com/watch?v=DrG2c0_EyDE

  9. Sigurd

    Und was sogenannte kompetente, vernünftige Menschen angerichtet haben, das sehen wir ja gerade im Außen. Nun beginnt das Zeitalter der Herzintelligenz.

  10. Dieter Schwarz

    Als erste Lösungansätze wären zunächst alle Bestrebungen zu begrüssen, die beispielsweise einem Finanzsystem, das derzeit absolut gegen die Wand fährt, etwas entgegensetzen. Das fängt an mit Überlegungen zu einer Gemeinwohlökonomie und einer Postwachstumsgesellschaft, die ich für absolut notwendig erachte. Ich denke da auch an die zahlreichen Aktivitäten gegen TTIP, CETA und TISA. Die Masse der Menschen, die sich hiergegen engagieren, ist immens. Die heutigen Bildungsfabriken mit gleichen Ausbildungsmechanismen für die angehende Menschen-Roboter sind verheerend. Damit werden wir uns – auch im Interesse der Demokratie – niemals zufrieden geben dürfen. Gerade ökonomisch gesehen sind aber wesentliche Folgen dieser Kontrollmaßnahmen zur Martkkonformität im Bildungswesen gewaltige Verschwendungen von personellen und materiellen Ressourcen. Die skizzierten Entwicklungen hätten ökonomisch schlimme Auswirkungen, schraete man von Seiten der Bevölkerung nicht dagegen ein, und beim ‚weiter so‘ wird es in absehbarer Zeit zum ökonomischen und sozialen Overkill kommen. Es ist ja deutlich wahrnehmbar, wie sehr der soziale Kitt derzeit im Lande bröckelt. Wenn irgendwann internationale Firmenkonglomerate – und nur diese – entscheiden sollten, was Bildung ist und wie Wirtschaft und Finanzwesen auszusehen haben, wenn also diese Entwicklung in Richtung „marktkonformer Demokratie“ ungehindert weiter geht, wird von Demokratie schon sehr bald nicht mehr viel übrig sein.

  11. Jürgen Engel

    @ Sigurd

    Ja, da denkt man doch gerne an die achtziger und neunziger Jahre zurück, als die etablierten Parteien gegen die Grünen mit Ausssagen getrommelt haben, in denen prophezeit wurde, dass, wenn diese linken Spinner und Kommunisten tatsächlich an die Macht kämen, sie die Wirtschaft und den Standort Deutschland ruinieren, weil solche Sozialromantiker schließlich nicht mit Geld umgehen können. Nun hatten wir ja zum Glück nicht nur in Deutschland sondern auch in Europa oder USA konservative Leute an der Macht, die sich von geballter wirtschaftlicher und finanzpolitischer Sachkompetenz beraten ließen. Das Ergebnis war Internetblase, Finanzkrise und ein heillos überschuldeter Planet. Kein noch so fanatischer Kommunist oder Verteilungsfetischist hätte größeren Schaden anrichten können, nur dass Weltverbesserer eventuell Schulden machen würden um der Bevölkerung ein besseres Leben zu ermöglichen, anstatt Milliardäre noch milliardenschwerer zu machen!

  12. Carinha

    Fortsetzung des Zitats von John Maynard Keynes am Beispiel der Deutschen Bank:
    Eine mögliche Bankrotterklärung der Deutschen Bank beschäftigt aktuell sehr intensiv die Märkte, weil sich der Bankensektor bereits seit einigen Monaten im Abwärtsstrudel befindet. Ob es sich nur um die übliche Taktik handelt, die Märkte liquide zu machen, um den Einstieg für das ‚Smart Money‘ zu ermöglichen oder ob das Kind wirklich kurz davor ist in den Brunnen zu fallen und eine Bankenkrise wie in 2008 ausgelöst wird, werden die kommenden Wochen zeigen. Man sollte meinen, daß es unwahrscheinlich wäre, dass die Notenbanken absichtlich eine so systemrelevante Bank wie die Deutsche Bank über den Jordan gehen lassen, bevor der Wahlkampf in den USA nicht gelaufen ist. Aber was in den kranken Hirnen der Zentralbänker wirklich vorgeht, kann wohl niemand rational ermessen. Eine Bankenkrise und ein Crash am Aktienmarkt würde nämlich dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump direkt in die Hände spielen und seinen Sieg zementieren, da dieser schon lange vor dieser Entwicklung warnt. Gleichzeitig würde diese Krise die Inkompetenz der sozialistisch demokratischen Obama-Regierung offenlegen. Die Chancen für Clinton als Nachfolger Obamas für die Demokraten gewählt zu werden, würde dies völlig vernichten. Auch wenn die Deutsche Bank nicht mehr viel Eigenkapital hat und eine möglich Strafzahlung in den USA mit 14 Mrd. $ enorme Schwierigkeiten verursachen könnte, so reichen die aktuellen Kundeneinlagen, die rechtlich ein Kredit an die Deutsche Bank sind, noch einige Zeit, um über die Runden zu kommen. Ende Juni zeigte die Bilanz der Deutschen Bank noch Kundeneinlagen in Höhe von 565 Mrd. Euro, wovon 307 Mrd. auf Kleinkundeneinlagen entfielen. Daher scheint es wichtig, dass Angela Merkel mit Beschwichtigungen dafür sorgt, dass der Aktienkurs der Bank nicht weiter fällt und die Kunden nicht weiter Geld von ihren Konten abziehen, sodass die Liquidität der Deutschen Bank nicht auf Null fällt. Dies würde ohne Rettung durch den Steuerzahler den Tod der Bank bedeuten. In diesem Falle würde es ohne einen schnellen Bail Out seitens der Regierungen und Notenbanken im ungedeckten Fiat-Money System schnell zu einer Kettenreaktion kommen, die einen deflationären Crash zur Folge hätte und eine weltweite Depression bisher unbekannten Ausmaßes vom Zaun brechen dürfte. Die sozialen Unruhen würden die bisherigen Regierungen hinwegfegen und die Machtverhältnisse in der Welt völlig neu ordnen, wobei selbst Kriege in diesem Bereinigungsprozess dann sehr gut möglich wären. Deshalb ist es in diesem angeschlagenen Ponzi-Betrugs-Pyramidensystem enorm wichtig, dass das Vertrauen durch staatliche Eingriffe und verbale Zusicherungen immer erhalten bleibt und nicht erschüttert wird. Und die Zeche im Kapitalismusbetrugssystem heutiger Prägung werden bald die Bürger mit ihrem Vermögen durch Vernichtung ihrer Bankeinlagen, Lebensversicherungsansprüche, Betriebsrenten und durch Zwangshypotheken durch Lastenausgleichsgesetze auf ihre Häuser zahlen. Das will zwar keiner hören, keiner sehen und keiner darüber reden, aber es kommt in den nächsten 2 Jahren, so sicher wie das Amen in der Kirche, ob das heutige Smombie-Generation – die sich wohl lieber mit dümmlichen Dunning Kruger Blues oder Katzvideos unterhält – zur Kenntnis nehmen will oder nicht!

  13. DAS

    Ich unterstütze was Carinha oben schreibt:
    „Das will zwar keiner hören, keiner sehen und keiner darüber reden, …“. Denn was wollten die Mächtigen machen wenn sie von den Schwachen nicht unterstützt würden durch entsprechende Stimmabgabe bei den Wahlen, Konsum usw. ? Ich erfahre das täglich in meinem Umfeld. Welches Schicksal wollen sich diese Menschen freiwillig erwirken?

  14. Wadimy

    Mein Fazit zu der auch für den ökonomischen Laien gut verständlichen und somit (nach)hörenswerten Sendung: Das Grundmanko bei der Lösung ökonomischer (aber eben auch anderer) Probleme ist wieder einmal der Mensch, seine im Schnitt erschreckend mangelhaft entwickelte Fähigkeit zur Vernunft und dazu, zugunsten anderer, weniger begünstigter Mitmenschen auf einen Überfluss an materiellen Gütern zu verzichten. Und so lange das so ist, werden wir auch die in der Sendung besprochenen Probleme nicht lösen können.

  15. Wadimy

    Bei „…zugunsten anderer, weniger begünstigter Mitmenschen…“ ist das „anderer“ aus Logikgründen selbstverständlich überflüssig. (Da wird sich Wolf wieder einmal „freuen“.) 😉

  16. Roland Kuntz

    @ Carinha

    Wenn eine Bank systemrelevant ist, dann stimmt schon etwas mit dem System nicht.
    Ich bin durchaus ein scharfer Kritiker der amerikanischen Politik, aber denen kann ich nicht die alleinige Schuld an dieser Entwicklung geben.
    Ich habe es Ihnen schon einmal geschrieben: Die Deutsche Bank ist keine Bank mehr in dem Sinn, wie es die meisten Bürger verstehen. Das ist ein Spielcasino.
    Es gab ein Zeitfenster nach/während der Finanz- und Wirtschaftskrise, indem man die Spielregen hätte ändern können.
    Aber unsere Angela Merkel hat das getan, was sie schon immer gerne tut – Nichts.
    Und deshalb werden wir jetzt die Deutsche Bank mit Steuermitteln retten dürfen. Und ich glaube noch nicht einmal daran, dass diese Bank danach verstaatlicht sein wird. Das wäre ja Teufelszeug.
    Bei der Deutschen Bank stellt sich mir nur noch eine Frage: Gibt es irgendwelche Gesetze gegen die sie nicht verstoßen hat?

  17. Stefan Freichel

    Hallo Herr Dr. Niessen,

    danke für dieses tollle Grundlagenbuch. Ich teile Ihre Meinung und behaupte das sich unser Ökonomisches Weltbild in einer ählichen Situation befindet wie zur Zeit Galileos. Die herrschenden Ökonomen glauben dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist, leider haben sich die Eliten in diesem Weltbild herrlisch eingerichtet und verteitigen daher Ihren Plazt mit ALLEN Mitteln. Ich befürchte dass es noch viele Krisen/Katastrophen und Ketzerverbrennungen bedarf bis sich ein neues Ökonomisches Weltbild in der Breite etablieren kann. Herr Niessen Sie haben mit Ihrem Buch einen hervorragenden Beitrag geleistet 😉

  18. Magdalena

    Ein sehr gut verständlicher Autor und eine äußerst interessante Sendung überhaupt!

    Also die Volkswirtschaft ist etwas anderes als die Wirtschaftswissenschaft.
    Die philosophische Definition von „Freiheit“ in eine negative Freiheit und eine positive Freiheit im Hinblick auf die radikalen Vorschläge am volkswirtschaftlichen System, die der Autor beschreibt, sind mal nachdenkenswert.

    Haben wir hier im sogenannten Westen, nicht seit längerer Zeit eine positive Freiheit, sowohl in der Ökonomie, als auch in der Soziologie und der Psychologie? Warum regen wir uns dann nicht mehr auf, dass wir in der Besteuerung eine negative Freiheit haben?

    Ein Schulsystem, wie in Belgien, wo Volkswirtschaft bereits in der Schule gelehrt wird, trotz der Dogmen im Lehrbereich an sich, bringt doch die neue Generation in ihrer Fragestellung voran. Es wird die Universitäten erreichen.
    Es wird ein Umdenken geben, bei jedem einzelnen Menschen fängt es an. Beim heutigen Sonntagskuchen kann über die einzelnen Stücke, ohne Vergrößerung, simuliert werden.

  19. Sigurd

    Das Gute an der ganzen momentanen Lage ist aber, das für alles bereits Lösungen vorhanden sind. Wenn sie jedoch jetzt schon offenbart würden, würde das den Bewusstseinsprozess der Menschen eher behindern. Wir müssen durch das Nadelöhr hindurch. Von daher bin ich immer noch, auch wenn es manche nicht mehr hören können, voller Zuversicht und Freude. Und die laß ich mir auch nicht mehr nehmen. 🙂

  20. Roland Kuntz

    Das mit der „Schuldenkrise“ war mir nicht genau genug: Es gab eine Finanz- und Wirtschaftskrise, in der unser Staat gerne als Retter angenommen wurde. Auf Wunsch der Krisenverursacher musste die Geschichte dann „Schuldenkrise“ genannt werden.
    Es war ja noch toller: Die Politik musste sich als Retter andienen, um den Banken die Peinlichkeit zu ersparen, als Bittsteller auftreten zu müssen.

    Wenn ich den Autor richtig verstanden habe, dann will er auch die Einkommen begrenzen. Der Staat hat aber alle Freiheiten in der Steuergesetzgebung, er nutzt sie nur nicht aus.
    Wo ist denn das Problem auf ein Millioneneinkommen mit einem sehr hohen Spitzensteuersatz zu reagieren?
    Spitzenwert war in Deutschland schon einmal 95%, in den USA 94%, wenn ich es richtig sehe.
    Noch Anfang der 80er Jahre lag in den USA der Spitzensatz in der Einkommensteuer bei 70%.
    Dann kam Reagan.

    Und wo soll das Problem mit der Umverteilung sein? Wir haben eine ständige Umverteilung, und zwar seit Jahren von unten nach oben. Das scheint ja völlig in Ordnung zu sein.
    Der Autor hat es ja am Beispiel des zu verteilenden Kuchens deutlich gemacht. Jetzt muss es eine Korrektur geben – logischerweise in die andere Richtung.
    Ziel muss also eine Politik sein, die solche extreme Ungleichheiten gar nicht erst entstehen lässt.

  21. Laturell Heinz-Leo

    Es ist ein alt bekanntes Phänomen, dass die Menschen nicht bereit sind, vermeintlich Naturgesetze zu hinterfragen. In der Vergangenheit, wurde Menschen für anderes Denken für das über den tellerrand schauen hingerichtet. Solange also die führenden Köpfe unser Wirtschaftssystem als Naturgesetz darstelen, dass es nicht zu hinterfragen gilt, wird sich nichts ändern. Auch heute werden Menschen, die es wagen, Veränderungen zu fordern als Utopisten oder Sozialromantiker abqualifiziert. Ich warte auf den Tag, an dem das Kind ruft: Aber der Kaiser ist doch nackt“, und hoffe, dass die sogenannten Okomomen es sich eingestehen, welchemTrugbild, dem Trugbild des unbegrenzten Wachstums, sie aufgesessen sind.

  22. Wolf

    @Carinha

    … und ewig kopiert das Urmel hier …

    Können Sie denn nicht mal ein paar eigene Gedanken formulieren, statt immer irgendwoher irgendeinen Blödsinn ohne Quellenangaben zu kopieren (im obigem Fall ein Text vom Goldverkäufer Markus Blaschzok von den ‚goldseiten‘)?

    Und schlimmer noch: Sie kopieren nicht nur, sie verändern das Kopierte dann auch noch da, wo’s Ihnen nicht dramatisch genug ist. Bei dem Zusammenbruchsszenario, das Blaschzok mit „Doch nimmt man rein theoretisch an …“ einleitet, lassen Sie diesen Satz einfach weg …

    Den völligen Quatsch, der beim Originalautor danach kommt, lassen Sie dann geflissentlich auch weg, da das im Blog sicher nicht so gut ankommen würde, wie das von uns allen hier sehr geliebte, aber doch auch etwas wohlfeile Banken-Bashing. Der gute Blaschzok schwadroniert dann nämlich in seinem Text vom bundesdeutschen Sozialstaat als ’sozialistisches Ausbeutungssystem‘, das nur „aufgrund der noch existierenden marktwirtschaftlichen Restkräfte, nicht ganz so schnell zu kollabiert, wie rein sozialistische Gewaltregime.“

  23. Carinha

    @Wolf
    Haben Sie jemals einen konstruktiven, diskussionswürdigen Beitrag außer „rechts“, „rechtsrdikal“, „rechtspopulitisch“, „Regierungs- und
    Flüchtlingsbashing“, „esotherisches Geschwurbel“, „illegales Kopieren“ und den Versuchen ernsthafte Beiträge verschiedener Diskutanten hier lächerlich zu machen, jemals hier beigetragen? NEIN!
    Sie spielen sich hier als linksliberaler Überwacher der „politikal correktness Meinungsdiktatur“ der BRD auf. Sonst kommt nichts, aber auch gar nichts Konstruktives im Meinungsdialog von Ihnen, außer Stänkereien gegen Leute, deren Meinung Ihnen offentsichtlich nicht paßt. So wie es aussieht sind Sie hier ausschließlich als ‚Agent Provocateur‘, ggf. sogar im Auftrag von Heiko Mass gegen unliebsame Meinungen unterwegs. Zitat dieses Herrn vom 16.9.2015: „Unsere Zensurpolitik im Internet ist keineswegs gegen die Meinungsfreiheit gerichtet, sondern sie dient lediglich dazu die Bürger zu erziehen, daß diese ihre Gedankengänge in die Richtung projezieren, welche auch den staatlichen Richtlinien entspricht“. Frage: Fühlen Sie sich zum Erziehungsberechtigten in dieser Diskussionsrunde berufen und berechtigt, um Meinungen ‚in die richtige Richtung‘ zu lenken?

    Und was das eine oder andere von Textkopien von mir angeht: Selbstverständlich kopiere ich das eine oder andere aus verschiedenen Publikationen hier herein. Wie könnte ich auch sonst die ganzen volkswirtschaftlichen Zahlen durchrecherchieren. Da einzelne Sätze durchaus aus verschiedenen Publikationen kommen, wäre es müßig und unsinnig zu jedem Satz die „Quelle“ anzugeben. Dies wäre teilweise auch aus rechtlichen Gründen ohne vorherige Einholung der Erlaubnis des Verfassers nicht möglich. Da die von mir hier veröffentlichten Texte ohne feste Zitate veröffentlicht werden und meine grundsätzliche Ansicht wiederspiegeln, erlaube ich mir diese – da sie auch meinem Meinungs- und Kenntnisstand entsprechen und nur als Ergänzung zu meiner Meinung dienen- in meinem Sinne auch zu verändern und bin daher nicht in meiner Wortwahl an diese entnommenen Texte gebunden und schon gar nicht verpflichtet, den gesamten Artikel eines dieser zitierten Autoren hier einzustellen, zumal wenn er im weiteren Kontext sachfremd ist und nichts mit dem besprochenen Thema hier zu tun hat.
    @Alle
    Diese Stellungnahme ist natürlich ‚out of topic‘ zu diesem Buch, war aber m.E. dringend nötig, um diesem Herrn ‚Wolf‘ einmal seine Grenzen aufzuzeigen und das zu benennen und aufzuzeigen, was er wohl als ’seine Aufgabe‘ in diesem Forum ansieht.

  24. Wolf

    @Carinha

    Zitat dieses Herrn vom 16.9.2015: „Unsere Zensurpolitik im Internet ist keineswegs gegen die Meinungsfreiheit gerichtet, sondern sie dient lediglich dazu die Bürger zu erziehen, daß diese ihre Gedankengänge in die Richtung projezieren, welche auch den staatlichen Richtlinien entspricht“.

    Können Sie bitte mal belegen, wo ‚dieser Herr‘, Heiko Maas, das gesagt hat?

    Wenn nicht: Was soll das?

    Ist natürlich schon auch witzig, wie sich so ein Quatsch im Internet dann verbreitet. Wie der Schwachsinnsspruch von Einstein und den Bienen, der in FadA in der Bienensendung ja auch wieder aufgetaucht ist.

    Ihr Gesinnungsgenosse Dieter Schwarz hat das im Blog zur Sendung ‚Was dürfen Religionen, was garantiert der Staat?‘ ja auch schon gebracht. Da musste u.a. der arme Joschka Fischer dran glauben, den Herr Schwarz mit

    „Deutschland muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden.“

    zitiert.

    Dummerweise ist der Satz aber nicht von Fischer, sondern taucht in einer Besprechung von Joschka Fischers Buch „Risiko Deutschland“ von Mariam Lau in der ‚Welt‘ auf. Trotzdem wird er immer schön weiter zitiert und Fischer zugeschrieben …

    Nicht einmal ich kann mir vorstellen, dass ihr Rechtspopulisten wirklich alle zu blöde seid, Zitate mal zu recherchieren, bevor ihr sie verwendet. Warum müsst ihr sie dann dennoch immer wieder und wieder quer durch alle Foren und Blogs posten?

  25. Wadimy

    @ Roland Kuntz (zu Ihrem Beitrag am 2. Oktober 2016, 11:11 Uhr)
    Das kann ich nur unterstreichen.

    @ Carinha
    Wolf hat entgegen Ihrer Behauptung – zumindest m.E. – sehr wohl auch sachliche und bedenkenswerte Beiträge hier eingestellt.

    @ Wolf
    Carinha und manche andere immer wieder als Rechtspopulisten zu beschimpfen, ist unsachlich und übrigens seinerseits höchst populistisch.

    @ beide
    Es wäre zu wünschen, dass in den Reaktionen auf die Beiträge des jeweils anderen endlich Sachlichkeit einkehren würde.

  26. Carinha

    @Wolf
    Letztmalig zu Ihnen: „Nicht einmal ich kann mir vorstellen, dass ihr Rechtspopulisten wirklich alle zu blöde seid, Zitate mal zu recherchieren“

    Sie haben einen Song von Tommy Krappweis (Ensemblemitglied der Comedy-Reihe RTL Samstag Nacht) hier als „Wahrheit“ – „wo wir gerade bei der Wahrheit sind“ reingestellt, da erlaube ich mir auch eine ‚Satiremeldung‘ von Uwe Ostertag mit dem genannten Heiko Maas als Zitat hier einzustellen, weil sie griffig ist und alles ausdrückt, was diesem Herrn so vorschwebt – und wahrscheinlich nicht nur ihm. Daß diese ‚Satiremeldung‘ nicht weit weg von der Wahrheit entfernt liegt, belegt die Meldung im Spiegel vom 17.07.2016, in der es u.a. von Herrn Maas heißt: „Es wird noch immer zu wenig, zu langsam und zu oft auch das Falsche gelöscht. Maas fordert deshalb weitere Maßnahmen. Vor allem müsse ’sichergestellt sein, dass Meldungen problematischer Beiträge durch die Nutzer genauso zügig und sorgfältig bearbeitet werden wie die von Organisationen‘. Der Minister kritisiert insbesondere, dass Beiträge wie Zeitungsartikel gelöscht werden, die über Fremdenfeindlichkeit lediglich berichten. Offenbar wird Gegenrede oder die journalistische Einbettung von Beiträgen in den Prüfverfahren von Facebook zu häufig nicht erkannt, schreibt Maas. Schließlich droht der Minister dem US-Konzern indirekt mit einer Regulierung auf europäischer Ebene.“ Wenn das keine Meinungsdiktatur ist, wäre diese nur noch mit den Verhältnissen in Nordkorea steigerungsfähig.
    Daß Sie auf meine anderen Einlassungen und Fragen an Sie in keiner Weise eingehen, war zu erwarten. Bei Dieter Schwarz war das – glaube ich – ähnlich. So werde ich als „Rechtspopulistin nach Ihrer Ansicht“ mich meinem ‚Gesinnungsgenossen‘ Dieter Schwarz anschließen und Sie einfach ignorieren!

  27. Sigurd

    Hier eine der vielen zahlreichen Lösungen die bereits gut durchdacht sind, und bei der alle profitieren werden.
    Im übrigen habe ich fast alle Sendungen seit Heinrich Kalbfuß hier verfolgt.
    Und ich bin an Lösungen interessiert und nicht an begrenztem Schubladendenken.
    Das alte Egogeplänkel erspar ich mir hier, da ich weiß, das alles eins ist. Von der neuen Physik bereits bewießen. (Quantenverschränkung)
    youtube.com/watch?v=gwf_UGhjaq0

  28. DAS

    Ich wundere mich wie sich hier verschiedene Menschen solche Dinge um die Ohren hauen. Sie schädigen damit diesen Blog, der für Menschen, die an den angesprochenen Themen interessiert sind, wichtig sein könnte.
    Steht der Wunsch dieser Leute, es jemandem mal richtig zu geben, über dem Interesse, die Lage zu verbessern und einen interessanten Blog zu nutzen?
    Ich versuche hier immer wieder, auf die Beteiligung jedes Einzelnen am Konsum, der Umweltzerstörung usw. aufmerksam zu machen. Nur so verspreche ich mir ein Umdenken. Und das ist doch die psychologische Falle, in die so Viele tappen: Wenn ich den Anderen beschuldige brauche ich meine eigene Schuld nicht anzuschauen.
    Eine der Hauptfragen im Buch blieb für mich leider offen: Sind die Wirtschaftswissenschaftler unfähig oder dürfen sie gar nicht frei arbeiten. Meine Vermutung war ja, dass die Mächtigen hier die Hand im Spiel haben. Und zu letzteren zähle ich auch die/uns Wähler.

  29. Wadimy

    Selbst die durchdachten, am Wohl der Menschen ausgerichteten Überlegungen und Vorschläge des großen Karl Marx in „Das Kapital“ sind bekanntlich an der Realität, sprich am Menschen, gescheitert. Und so wird es sämtlichen noch so durchdachten Gesellschafts-, Wirtschafts- und Finanzmodellen ergehen, so lange sich beim „Homo sapiens“ (eine mehr als beschönigende Bezeichnung für unsere Spezies) in seiner Einstellung zur Mitwelt und somit seinem Denken und Handeln nichts Grundlegendes ändert.
    Und der alles entscheidende und – der optimistischen Sicht einiger Esoterik-Freunde auch in diesem Forum widersprechende- wenig ermutigende Punkt ist dabei der, dass die Wahrscheinlichkeit für eine solche Änderung gegen Null tendiert.

  30. Wadimy

    Dass diese Wahrscheinlichkeit derart gering ist, wird durch einen Blick auf evolutionsbiologische Gegebenheiten erhärtet, die ich hier bereits an anderer Stelle dargelegt habe.

  31. Schneider-Woll, Christel

    Zur sendung von gestern:

    Super Sendung, super Buch, vielen Dank dafür. Diese Darstellung erklärt auch, warum viele Menschen die Volkswirtschaft so, wie sie z.B. in den Nachrichten dargestellt wird, „nicht verstehen“. Sie ist nämlich nicht zu verstehen.

    Entscheidend ist, dass am Anfang aller Wissenschaft eine Wertentscheidung steht. Diese muss stets benannt und gegebenenfalls hinterfragt werden. Erst wenn hier eindeutig Stellung bezogen wurde, macht Forschung Sinn.

  32. Wolf

    @DAS

    Ich finde es halt ermüdend und sinnlos, wenn hier ellenlange Texte von rechtslastigen Websites oder – nicht weniger übel – Metallverkäuferwebsites kopiert werden. Und das dann auch noch ohne den Autor zu nennen und als Zitat kenntlich zu machen. Und wenn mal ein Zitat kenntlich macht und einem Autor zugeordnet wird, dann ist es zwecks Hetze erfunden.

    Das soll dann Aufklärung sein? Verbreitung wirrer Untergangsphantasien, um Gold zu verkaufen oder Hass zu verbreiten?

    Wenn dieser Blog als Alternative zur herrschenden Ökonomie nur noch diese wirre Wirtschaftsesoterik à la Franz Hörmann und Andreas Popp und Krisenangstgewinnlerökonomie à la Max Otte und Dirk Müller propagiert,
    ‚dann ist das nicht mein Blog‘.

  33. Wadimy

    @ Wolf
    Dass es sich um „wirre Untergangsphantasien“ handelt, ist Ihre Ansicht, die – wie dies stets der Fall ist – Folge einer unvermeidbarerweise zu hohem Anteil subjektiven Weltsicht ist. Wer zu dieser Grunderkenntnis einmal durchgedrungen ist, sollte m.E. zu einem gewissen Maß an Gelassenheit gegenüber den Äußerungen Andersdenkender in der Lage sein.

    (Ich praktiziere dies übrigens bezüglich Ihrer Ansichten zur Zuwanderung, die ich absolut nicht teile, aber nach Austausch fairer gegenseitiger Argumente einfach so stehen lasse. Das gestattet mir übrigens eine völlig unvoreingenommene Sicht auf Ihre m.E. ansonsten zumeist höchst lesens- und bedenkenswerten Beiträge.)

  34. Jürgen Kornberger

    Ich mische mich hier eigentlich selten ein, fände es aber äußerst bedauerlich, wenn dieses sehr interessante und informative Forum durch irgendwelche Hitzköpfe kaputt gemacht werden würde. In diesem Land gibt es schon genug Streitereien und Spaltungen, überwiegend politisch motiviert.

    Was Sie Herr Wadimy in Ihrem letzten Posting erklärt haben, finde ich sehr weiße und vernünftig. Auch ich versuche das so zu praktizieren. Was ich inhaltlich nicht nachvollziehen kann oder nicht möchte, lese ich einfach nicht oder lese nicht weiter, fange aber nicht an, an dem Autor meinen Unmut abzulassen.

    Herrn Wolf würde ich raten ebenfalls Beiträge, die seinen Ansichten zuwiderlaufen – auch sollten das sehr viele sein – einfach „links liegen zu lassen“ und nicht zu lesen. Diese ständig als „Untergangsphantasien sogenannter Rechtspropagandisten und Proftigeier bzw. als wirre Wirtschaftsesoterik“ zu betitulieren, dient hier weder dem Forum, noch der Toleranz und informellen Selbstbestimmung der Mitleser. So etwas führt dann natürlich bei den entsprechend Angegriffenen auch zu heftigen Gegenreaktionen, was menschlich nachvollziehbar ist. Und noch einen Rat möchte ich geben. Es zeugt nicht von intellektueller Größe, mit akribischer Penetranz den Mitdiskutanten hier hinterherzuspüren, wie diese ihre Beiträge zusammengestellt haben und sie ggf. auch noch des Zitiervergehens zu bezichtigen. Wichtig ist alleine, was der Diskutant hier eingestellt und welche Meinung er hat. Möchte sich jemand dann mit dem Inhalt näher beschäftigen, möge er nachrecherchieren oder den ‚Einsteller‘ fragen, wo und wie ggf. der Inhalt, die Zahlen usw. zustandegekommen sind und kann sich dann sein eigenes Urteil, ggf. auch in Bezug auf die grundsätzliche Vertrauenswürdigkeit von Inhalten des jeweiligen ‚Posters‘ bilden. Das habe ich schon sehr oft so praktiziert, und es hat mir viele Erkenntnisse gebracht. Aber meine ‚persönlichen‘ Erkenntnisse über einen oder mehrere Poster dann hier in die Öffentlichkeit zu bringen und diese auch noch öffentlich zu bewerten, das halte ich für ‚unterste Schublade‘.

  35. Wolf

    @Jürgen Kornberger

    … da haben wir halt einfach verschiedene Ansichten. Ich denke halt, dass es Anstand und Respekt vor dem Anderen (dem Leser und dem Zitierten) gebietet, Zitate kenntlich zu machen und nicht als eigene Gedanken auszugeben. (Nebenbei: ich finde so etwas auch einfach peinlich)

    Gleiches gilt für unwahre Zitate, wie das oben von Carinha Heiko Maas zugeschriebene. (Daneben ist beides im Übrigen möglicherweise auch strafbar, aber das ist mir in dem Zusammenhang hier eher egal und würde auch mir kleinlich erscheinen).

    Mir ist auch klar, dass man im rechtspopulistischen Lager kaum Anstand erwarten kann – das hat man ja heute in Dresden auch wieder gesehen.

    Vielleicht ist es falsch darauf zynisch zu reagieren, wie ich das auch mal gerne tue – na ja, aber ein bisschen Spaß will ich auch haben.

    @Wadimy
    Sie schreiben: „Carinha und manche andere immer wieder als Rechtspopulisten zu beschimpfen, ist unsachlich und übrigens seinerseits höchst populistisch.“

    Nur ein Beispiel:
    Dieter Schwarz am 28. August 2016 um 12:36 Uhr schreibt zum Beispiel:

    „Obwohl Juden (hier Semitisten gemeint) nur ca. 2% der USA-Bevölkerung ausmachen, stellen sie doch ca. 60 – 80% aller Hollywood-Bosse, „politischen Berater“ und „Intellektuellen“ und ca. 90 – 100% aller Investmentbanker, aller antiweissen Ideologen, aber auch aller sogenannten „Islamkritiker“. Diesen Tatsachen sollte man sich immer bewusst sein, wenn man über die Übel berichtet, welche „Amerika“ über die Menschheit bringt!“

    … zur Bewertung dieser Auslassungen ist ‚rechtspopulistisch‘ m.E. noch ein ziemlich harmloser Begriff.

  36. DAS

    Oben hatte ich geschrieben: Wenn ich den Anderen beschuldige brauche ich meine eigene Schuld nicht anzuschauen.
    Ich möchte noch anfügen: Ich sehe die einzige Möglichkeit, die beklagte Situation zu ändern wenn Jeder bei sich selbst schaut (Was trage ich dazu bei?) und sich ggf. ändert.
    Es ist zwar notwendig, die Ursachen – fast immer nur andere Menschen – zu erkennen. Aber es hilft wenig, darüber zu lamentieren. Wer kennt andere Wege?

  37. Wolf

    … um dann auch noch was zur eigentlichen Sendung zu sagen: Ich fand sie an sich gut, stehe aber weiter mit einer Menge Ja-abers da.

    Ich bekomme einige Dinge einfach nicht zusammen.

    Z.B. werden Null- und Negativzinsen kritisiert oder als problematisch hingestellt, während gleichzeitig gesagt wird, dass gerade unser Zinssystem das böse, da ökologisch schlechte Wachstum erzwingt.

    Im Grunde müsste man mit der Annahme, dass Zinsen Wachstum erzwingen und unter der Annahme, dass Wachstum ökologisch schlecht ist, über Null- und Negativzinsen jubeln. Unter dieser Betrachtungsweise könnte man doch etwas vereinfachend sagen: die ‚Wirtschaft‘, wenn man die jetzt mal als eine Art Wesen betrachtet, hat lange vor dem Menschen begriffen, dass das mit dem Wachstum so nicht weitergeht und reguliert das nun selbst, indem sie Nullzinsen hervorruft.

    Anderes Beispiel: Reichtumsverteilung. Den Gedanken hatte ich hier ja schon öfters angesprochen. Der Autor meint, dass Nullwachstum zu einer Umverteilung des Reichtums führen müsse, wenn die Schichten der Bevölkerung, die berechtigterweise mehr haben wollen, als ihnen derzeit zur Verfügung steht, auch bei wirtschaftlicher Stagnation mehr bekommen sollen. Das ist natürlich logisch.

    Aber m.E. würde genau diese Umverteilung wieder zu mehr Wachstum und damit Umweltverbrauch führen. Das ist ja auch das Argument der Linken: faire Löhne behindern das Wachstum nicht, im Gegenteil, sie kurbeln es an bzw. sie sind überhaupt erst eine Vorraussetzung für weiteres Wachstum.

    So gesehen schonen insbesondere Milliardäre unsere Umwelt indem sie dem Wirtschaftskreislauf eine Menge Geld entziehen.

    Auch Leute mit Milliardeneinkommen können nur eine Hose gleichzeitig tragen. D.h. der Milliardär wird durch seinen Lebensstil vielleicht die Ressourcen von 1000 (westlichen) Durchschnittsmenschen verbrauchen (was natürlich absolut ungerecht ist), aber würde sein Einkommen an Ärmere verteilt, gäbe es plötzlich 50.000 Arme, die nun wie (westliche) Durchschnittsmenschen konsumieren können – das Ressourcenproblem hätte sich also verfünfzigfacht.

    Wenn sich z.B. irgendein russischer Oligarch für 100 Mio einen Fußballverein einkauft, richtet er damit ja in der Umwelt keinen sonderlich großen zusätzlichen Schaden an – das Geld zirkuliert einfach unter den Reichen und zieht kein zusätzliches Öl aus dem saudischen Sand, das irgendein neuer Durchschnittsverdiener dann für seinen Kalifornienurlaub klimaschädlich in Kohlendioxid umsetzt.

  38. Cinegt

    Man kann in diesem Forum genau das feststellen, was in anderen Foren in Deutschland mittlerweile gang und gäbe ist. Systemkritische Autoren – insbesondere diejenigen, die es wagen sogar die Systemfrage zu stellen – werden umgehend stigmatisiert und mit dem NAZI und RECHTSDEMAGOGEN-Siegel gebranntmarkt, damit es ALLE sehen können. Solche Stigmatiserungen sind den Deutschen ja ihr liebstes Ausgrenzungswerkzeug, wie die Vergangenheit vor über 70 Jahren ja schon gelehrt hat. Dazu kommt dann natürlich jemand daher, DER und nur ER entscheidet, wer ein NAZI und RECHTSPOPULIST ist oder WER nicht. Das Ziel ist, unliebsame Autoren mit soviel Dreck zu bewerfen, dass da in jedem Falle etwas hängenbleibt. Die Autoren sollen dann möglichst bewegt werden, aus Frust zu schweigen. Gelingt das wider Erwarten nicht, dann sollen zumindest die übrigen Mitleser derart indoktriniert werden, sich selbst die geistige Hirnschere anzulegen und Beiträge dieser Autoren nicht mehr zu lesen oder zumindest nicht positiv zu kommentieren. Denn der BRANDMARKER übermittelt doch folgende Botschaft: „Liebe Kinder, WIR haben doch jetzt GEMEINSAM festgestellt, wer hier im Forum NAZIS und RECHTSPOPULISTEN sind! Wollt ihr auch NAZIS und RECHTSPOPULISTEN sein? NEIN? Dann lest deren Beiträge nicht und kommentiert sie vor allem nicht positiv, sonst muss ich euch zukünftig auch als NAZIS und RECHTSPOPULISTEN bezeichnen. Das sind die beliebten Psychospielchen aus den ersten 3 Semestern Psychologiestudium.

    Ganz danach verfährt hier Herr Wolf. Wenn man seine unermüdliche Akribie verfolgt, wie er sich zu rechtfertigen sucht, andere in irgendeiner Weise blosszustellen und zu stigmatisieren und jetzt auch noch ‚Max Otte‘ und ‚Dirk Müller‘ in diesen Topf zu rühren versucht, kann man nur zu dem Schluß kommen, dass es sich bei Herrn Wolf um einen bezahlten Lohnschreiber und beauftragten Systemgünstling handelt, der natürlich selbst peinlichstes Interesse daran hat, dass die ‚HERRSCHENDE‘ Ökonomie auch weiter herrscht. Dies sollte allen Mitlesern hier auch klar werden.

    Verabschieden wird er sich wohl nicht können (dürfen), obwohl es ja kaum noch sein Blog ist: ‚dann ist das nicht mein Blog‘. Und so werden wir mal abwarten, zu welchen Höchstleistungen der Herr Wolf in den nächsten Wochen und Monaten noch auflaufen wird oder besser gesagt, auflaufen muss. Sollte er nicht erfolgreich sein, wie lange wird dieser Blog dann noch bestehen? Wir werden es kaum beeinflussen können.

  39. Carinha

    Warum der renommierte deutsch-US-amerikanische Ökonom Max Otte (Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Worms) jetzt bei Herrn Wolf neuerdings auch zu den ‚wirren Wirtschaftsesoterikern‘ gehört, erklärt sich wohl mit dem Interview, welche der Herr Otte dem Deutschlandfunk bezüglich der Deutschen Bank gegeben hat. Zitat: „Der Finanzwissenschaftler Max Otte sagte im Deutschlandfunk, die Probleme der Bank seien zum Teil ein Ergebnis von internationalem Druck, vor allem aus den USA. Die Vereinigten Staaten übten „Erpressungsmacht“ aus. Otte erläuterte, dass die hausgemachten Probleme der Deutschen Bank zum Beispiel darauf beruhten, dass das Unternehmen viele Jahre lang beim angelsächsischen Modell des Investmentbankings mitgemischt habe. Der internationale Druck wiederum zeige sich in den USA: Er habe den Eindruck, dass Amerika sich der letzten deutschen Bank im Land entledigen wolle. Denn eine starke Deutsche Bank bedeute Macht, und die Bank sei nun einmal der einzig verbliebene internationale Player von internationalem Rang.
    Otte betonte, dass er die angedrohte Strafe von 16 Milliarden Dollar in den USA für unangemessen hält. Diese Summe soll die Bank wegen Vergehen mit Hypothekenpapieren zahlen. Er verwendete das Wort „Erpressungsmacht“ und legte dar: Wer nicht mitspiele, dem werde halt der Zugang zum US-Markt versperrt. (…) Er wundere sich auch, so Otte, warum die Bundesregierung sich bisher so passiv verhalte. Denkbar sei etwa ein Ausspruch des Vertrauens an die Adresse der Deutschen Bank. Darüber hinaus könnte man in den Verhandlungen mit dem Justizministerium einfach mal „dagegenhalten“, auch seitens der EU.

    Anmerkung: Was erlauben sich Herr Otte gegen unsere „HERRSCHENDE“ Ökonomie ein Interview zu geben und dieses auch noch im Deutschlandfunk, welches auch noch gehört werden könnte und die Menschen, die nach „einfachen Antworten suchen = AFD-Wähler?“ auch noch weiter verunsichern könnte. NEIN, das geht gar nicht! Da muß man als systemkonformer Lohnschreiber sofort dagegenhalten. Verfängt bei Herrn Otte vielleicht die Einschüchterungsrhetorik mit der Bezeichnung als ‚Rechtspopulist‘ oder ‚Dunkelrechter‘ nicht so richtig bei den Lesern, dann muß man eben einen neuen Begriff kreiren: ‚wirrer Wirtschaftsesoteriker‘.
    Auch nicht schlecht. Ich habe Herrn Otte mal ein Email mit Link dazu geschrieben, was er von dieser ‚Auszeichnung‘ hält.
    Ein Zitat von Prof. Dr. Noam Chomsky erklärt die Lohnschreiber-Methode „Wolf“ recht gut: „Der schlaueste Weg Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb, des Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben“!

  40. Wadimy

    Ich kann mich dem, was DAS oben schreibt, nur anschließen.

  41. Magdalena

    Wer kennt andere Wege? von DAS

    Konsequent lese oder höre ich andere Menschen in ihrem Ausdruck, über wen auch immer, so:
    Sie machen eine Aussage über sich selbst, nur über sich selbst.
    Daraus ergibt sich für mich keine Beschuldigung, denn sie sagen alles über sich selbst. Auch bin ich nicht verletzt in meiner eigenen Wahrheit.

    In vielen Jahren der Anwendung fällt mir solches Agieren immer leichter. Es verringert meine Emotionalität und lässt mich im nicht-reagieren, gelassener sein.

  42. Wolf

    @Carinha
    Ich habe Herrn Otte nicht zu den wirren Wirtschaftsesoterikern gezählt, sondern zu den Krisenangstgewinnlerökonomen – also bitte genau bleiben.

    Er hat mit seinem Crash-Buch 2006 einen guten Zeitpunkt getroffen, gleitet seitdem auf der Crash-Schiene durch die Medien und hat inzwischen sogar einen eigenen Fond aufgelegt.

    (Siehe FAZ-Artikel „Der Absturz der Promi-Fonds – „Mr. Dax“ Dirk Müller und „Börsenprofessor“ Max Otte haben ihre Prominenz genutzt, um mit Aktienfonds Millionen einzusammeln. Doch die laufen schlecht. Das Nachsehen hat der Anleger.“ 05.09.2016, von Dennis Kremer)

    Was die Sache mit der Deutschen Bank betrifft: klar, die Amis sind Schuld. Vielleicht hat Herr Otte da recht. Wie kann ich’s nachprüfen …

    Vielleicht hat Herr Ramsauer auch recht, der auf Russia Today darin eine Retourkutsche der USA für die 13 Mrd-Strafe der EU an Apple sieht. Vielleicht werden da hinter den Kulissen jetzt die Pokerkarten ausgepackt und am Ende zahlen Apple und Deutsche Bank je 4 Mrd. Da kann man jetzt spekulieren ohne Ende.

    Mich nervt allgemein diese ‚Wir-armen-deutschen-Opfer‘-Haltung hier. Alle machen uns fertig, ganz besonders aber die bösen Amis. Sieht man sich mal die Handelsbilanz zwischen den USA und Deutschland an, könnte man auch zu anderen Schlüssen kommen. Es sind doch die USA, die darauf drängen, dass die deutsche Regierung endlich mal dafür sorgt, dass im eigenen Land investiert wird, statt die USA durch Exportüberschüsse immer weiter zu verschulden. Es ist nicht alles so schön schwarz-weiß, wie man das gerne hätte.

    BTW: heute Abend gibt’s im ZDF eine interessante Frontal21-Doku,
    : „Putins geheimes Netzwerk – Wie Russland den Westen spaltet.“
    Spätestens seit der Sache mit ‚unserem Mädchen Lisa‘ sehe ich vieles anders, was z.B. das Auftreten ‚alternativer Ökonomen‘ angeht und bin z.B. über die Entwicklung der ‚Nachdenkeiten‘ enttäuscht.

  43. Wolf

    @DAS
    „Ich versuche hier immer wieder, auf die Beteiligung jedes Einzelnen am Konsum, der Umweltzerstörung usw. aufmerksam zu machen. Nur so verspreche ich mir ein Umdenken.“

    … das versuchen zahlreiche (auch weit prominentere) Menschen seit mindestens 40 Jahren.

    Ich habe hier das immer noch absolut lesenswerte Buch ‚Weniger ist manchmal mehr – Zur Psychologie des Konsumverzichts‘ des Psychologen Wolfgang Schmidbauer von 1984 (letzte Neuauflage 1992) liegen. Der erste Teil des Buchs ‚Homo consumens‘ ist sogar von 1972. Und Erich Fromm hat ja schon 20 Jahre davor in dieselbe Richtung geschrieben (‚Haben oder Sein‘ etc.).

    Ich sehe nichts, was Hoffnung machen könnte, dass sich jetzt großartig im Denken der Menschen etwas ändert. Sigurd sieht uns jetzt im ‚Zeitalter der Herzintelligenz‘ – in den 60gern nannte man das noch das Zeitalter des Wassermanns („wenn der Mond im siebten Haus ist und Jupiter sich an Mars ausrichtet, dann wird Friede die Planeten leiten“, Musical Hair) – also auch nichts Neues unter der tiefstehenden Sonne der Esoterik.

  44. Jürgen Engel

    @ Wolf
    Ein bisschen Zuspruch dürfte Ihnen gut tun und denen bekommen Sie von mir im Zusammenhang mit ihrem Beitrag zur Sendung:
    Würde man die Weltbevölkerung fragen, wie sie leben möchten, dann natürlich wie wir. Der westliche Lebensstil ist nämlich ein Erfolgsmodell, obwohl er weder besonders weise oder glücksverheißend ist. Deshalb vergiften die Chinesen ihre Atemluft und die japanische Jugend macht große Fortschritte in Richtung Verfettung. Die Konsumverheißung lockt offenbar jeden, der diesen Lebensstil nicht kennt; das war schon in der DDR so ( goldener Westen ) und deshalb ist es wahr: Verteilte man die Vermögen der Milliardäre an die Ärmeren dieser Welt würden sie im Rahmen ihrer dann größeren Möglichkeiten entsprechend größeren Schaden anrichten. Das kann man im Kleinen bei der EU-Politik seit Jahrzehnten miterleben. Jedes Neumitglied wurde und wird mit Subventionen gefüttert, mit dem Ziel wirtschaftlich schwache Regionen zu entwickeln. Das bedeutet, dass dort Land und Natur genauso zerstört bzw. in Monokulturen oder auch Industrielandschaften verwandelt werden wie hier, wobei, wenn es gut läuft die Einkommen der Bevölkerung steigen. Es sieht dann dort genauso aus wie bei uns vor der Haustür und die Leute merken erst in Jahrzehnten was sie aufgegeben und welchen Blödsinn sie mit dem mehr an Geld dafür bekommen haben. Daraus ergibt sich folgendes Dilemma: Eigentlich müßte man die Vermögen dieser Welt gerechter verteilen. Gibt man dem Einzelnen jedoch zuviel, richtet er nur Schaden damit an. Im Idealfall hätte jeder soviel, dass er nicht mehr genötigt ist zur Existenzsicherung jede umweltzertsörende Arbeit anzunehmen. Andererseits müßte es zu wenig sein um aus freien Stücken durch Konsumlust denselben Schaden auf andere Weise anzurichten.

  45. Wadimy

    @ Wolf (zu Ihrem Beitrag vom 4. Oktober 2016, 18:17 Uhr)
    Völlige Zustimmung, leider. Neben den Büchern, die Sie anführen, könnte man noch mindestens ein weiteres Dutzend nennen, darunter Herbert Gruhls bereits vor 40 (!) Jahren erschienenes und ebenfalls in F.a.d.a. vorgestelltes Buch „Ein Planet wird geplündert“, oder Hermann Scheers überzeugende, größtenteils ebenfalls in F.a.d.A. besprochene Bücher zur Nutzung und Realisierbarkeit alternativer Energien.

    Was im Energieversorgungsbereich seither geschehen bzw. nicht geschehen ist, ist in der Tat kein Grund zu allzu großer Zukunftshoffnung. Ein in Deutschland gemachter Vorstoß in die richtige Richtung, der durchdachte, maßvolle Atomausstieg unter Rot/Grün nämlich, wurde unter Schwarz/Gelb unter massivem Einfluss der Atom-Lobby gekippt, wonach dann unsere Kanzlerin – unter dem Eindruck von Fukushima und im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht – einen eigenen, im Alleingang beschlossenen, der Presse ohne vorherigen Bundestagsbeschluss mitgeteilten, völlig überhasteten Ausstieg völlig ohne wirklichen Plan und ohne Augenmaß vollzog.

    Und was ist mit der Zukunft der Atomenergie? Atomkraftwerke werden – der Atom-Lobby sei Dank – weiterhin weltweit gebaut, Japan übrigens nicht ausgenommen.

  46. Wolf

    @Jürgen Engel
    Danke für den Zuspruch, zumindest in dieser Sache.

    Ich fürchte, die Menschheit muss da einfach durch, da wird sich ‚von oben‘ nichts steuern lassen.

    Ich denke schon, dass es Chancen gibt, dass die Menschheit diese kritische Phase überlebt. Nur für Natur und Freiheit sehe ich eher schwarz. D.h. der Planet wird wohl insgesamt in das verwandelt werden, was wir euphemistisch ‚Kulturlandschaft‘ nennen, und der Mensch wird zunehmend zur Marionette. An den Fäden dieser Marionetten ziehen dann nicht irgendwelche ominösen, indentifzierbaren, bösen Mächte – das wäre ja gut, denn dann könnte man dagegen ankämpfen -, nein, das ‚System‘ wird an ihnen ziehen und dieses System werden wir alle gemeinsam demokratisch geschaffen haben.

    Aber vielleicht wird das die Menschen ja glücklich machen. Weltweit ziehen die Menschen ja freiwillig in die Städte und lassen sich vernetzen.

    Das Beste, was man wohl tun kann für den Fall, dass es eben nicht von selbst gut geht (falls man das Szenario oben als ‚gut‘ bezeichnen will), ist erstens, möglichst viele Ideen und unterschiedliche Lebensweisen zu erforschen und zuzulassen, um für den Fall des Kollapses schnell darauf zugreifen zu können. (Stichworte: Postwachstumsökonomie, Transformationsgesellschaft, Niko Paech, Hartmut Rosa, Harald Welzer).

    Und zweitens: eine Zivilgesellschaft zu entwickeln und zu erhalten, die im Fall eines Kollapses unseres Wirtschaftsystems schnell reagieren und humanitäre Mindeststandards aufrecht erhalten kann. In dieser Hinsicht stimmt mich die Reaktion der Zivilgesellschaft auf die Flüchtlingskrise ein wenig positiv, auch wenn insbesondere in den sozialen Netzwerken, Foren und Blogs antizivilisatorische Kräfte klar in der Mehrheit zu sein scheinen. Man sieht das ja leider nicht nur in diesem Blog, das ist ein Phämonen, das sich in den Foren aller Massen- und sozialen Medien findet und sich zunehmend auf die Straßen wälzt.

  47. DAS

    @Wolf:
    Das „System“ besteht vorläufig noch aus Menschen. Diese sind biologische Lebewesen und unterliegen den Naturgesetzen. Sie steuern sich über Verstand und Psyche. Das ist „von oben“ vorgegeben. Wenn sie dagegen handeln werden sie die Quittung bekommen – sich ihr Schicksal erwirken. Es wäre besser wenn sie sich jetzt anstrengen würden anstatt auf „Postwachstumsökonomie“ usw. zu spekulieren. Die misslingenden Lebensentwürfe, die wir ständig um uns herum beobachten (z.B. Entwurzelte, Flüchtlinge usw.) zeigen mir, dass die zu erwartenden Schicksalsschläge kein Zuckerschlecken sein werden. Ich habe mit meinem Buch (siehe http://ueberleben-wir.de/) versucht, einen Beitrag zur Erkenntnis der Zusammenhänge zu leisten.

  48. Wolf

    @Wadimy

    … ich kann Ihnen da auch zustimmen.

    Allerdings sind die Alternativen zum Atomausstieg leider auch wieder nicht unproblematisch. Überall wächst der Widerstand gegen Windkraftanlagen und gegen die durch sie nötig werdende Stromtrassen – in allen politischen Lagern.

    Bei Solaranlagen bin ich eigenlich auch skeptisch – mir scheinen die bisher hauptsächlich eine schöne Rendite für die zu bringen, die sich dazu auch noch ein großes Dach für die Dinger leisten können. (Andererseits könnte man dann natürlich auch wieder sagen, dass über die EEG-Umlage den Leuten ja Geld aus der Tasche gezogen wird, das sie ansonsten wieder nur in anderwärtig zerstörerisch wirkenden Konsum stecken würden …)

    Und Energie aus Biomasse vermaist und verrapst die Felder und tritt auch noch in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion …

    Wie man’s auch dreht und wendet …

    Konsumverzicht wäre sicher auch da die beste Lösung – aber ich habe da halt einfach Reden, da für mich dieser Verzicht kein Verzicht ist, im Gegenteil. Daher tue ich mich auch etwas schwer damit, das von anderen zu fordern.

  49. Wolf

    @DAS

    … aber ich habe doch meine eigenen Phantasien, wie ich die Welt retten kann – es setzt sie zum Glück nur keiner um 😉

    Persönlich sehe ich ‚misslingende Lebensentwürfe‘ ja weniger bei Entwurzelte und Flüchtlingen.
    Mir fällt bei einem ‚misslungen Lebensentwurf‘ immer eine Altenpflegerin ein, die im Fernsehen von einem dementen älteren Herren berichtete, der ziemlich viel Ärger verursachte, bis sie ihm Aktenordner, eine Menge Altpapier und einen Locher hingestellt hat und er anfing das Papier zu lochen und sorgsam abzuheften – da war er glücklich. Damit hatte er zuvor schon 45 Jahre seines Lebens verbracht.
    Aber vielleicht war sein ‚Lebensentwurf‘ auch nicht misslungener als alle anderen Lebensentwürfe auch …

  50. Wadimy

    @ Wolf
    Was Solarenergie angeht, überzeugen mich die Konzepte, die Hermann Scheer schon vor Jahrzehnten dargelegt hat, durchaus. Wäre man solche Technologien frühzeitig und konsequent angegangen, gäbe es die ganzen Probleme rund um das Thema Energie heute nicht. Und die „Kinderkrankheiten“, die bei den neuen Technologien gegenwärtig noch bestehen, wären längst passé.

    Selbstverständlich hängen Energie- und Ressourcenthematik sowie Umweltschutzprobleme engstens mit dem Thema Lebenseinstellung und Lebensqualität zusammen. Vielleicht wird sich ja einmal bei einem wachsenden Anteil der Spezies Mensch die Einsicht durchsetzen, dass es gerade KonsumVERZICHT ist, der auf Dauer zu mehr Lebensqualität im Sinne von Glück, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit führen dürfte. Allerdings sind meine Hoffnungen auf eine diesbezügliche Wende eher gering.

  51. Sigurd

    @Cinegt
    Sehr gut beschrieben. Man kann es direkt fühlen, woher der Wind weht.
    Aber das sind die Menschen, die es bei den kommenden Wandlungen besonders schwer haben werden, da sie keine innere Anbindung haben und sich dadurch völlig verloren fühlen werden. Also Mitgefühl schon mal im Vorraus für diese noch notwendigen Mitspieler im alten Spiel das nun endet. 🙂

  52. Cinegt

    @Sigurd
    Vielen Dank Herr Sigurd. Aber diese Analyse war für mich auch relativ leicht, nachdem ich per Zufall auf diesen Blog stiess. Ich hatte naemlich vor nicht zu langer Zeit das „Vergnuegen“ als naive und unerfahrene junge Frau mit Migrationshintergrund beim ZDF hospitieren zu duerfen. Dort durchlief ich einige Redaktionen und bekam so einiges mit. Ich merkte auch sehr schnell, dass zwischen Aussenwerbung dieses „Hauses“ fuer Migrationsfoerderung und Gleichbehandlung von Menschen mit Mitgrationshintergrund und Innenbehandlung Welten klaffen. Um wenigstens eine bezahlte „freie-freie Taetigkeit“ als „unstaendig Beschaeftigte zu erhalten“ – Herr Wolf kann Ihnen sicher erklaeren wie das genau funktioniert und warum man da nur eine gewisse Zeit arbeiten darf, um sich nicht einklagen zu koennen (ganz hatte ich das auch nie verstanden) – wurde mir sehr schnell bedeutet, dass man da als Migrationsfrau ohne Beziehungen und ohne Parteihintergrund nicht sonderlich ziemperlich und waehlerisch sein darf. Und so erlebte ich dann, wie mein weisungsgebender Redakteur sich im Dienst auffuehrte und was er uns „frei-freien“ studentischen Hilfskraeften beim Beantworten von massenweise einstroemenden Beschwerdeemails als Standardvorgaben zur Beantwortung in die ‚Feder‘ diktierte und wie kontraer dazu er sich abends im Bett aeusserte. Er zeigte mir natuerlich auch einmal seinen Lohnzettel. Ja, und da kam mir hier im Blog doch vieles sehr, sehr bekannt vor: auch wir verknuepften gerne Putin immer wieder mit Bomben, kriegstreibender Grossmannssucht, Steuerung von Pegida, Internetspionage, heimlicher Finanzier von TTIP und Ceta Gegnern, von „falschen“ Wirtschaftsoekonomen usw.. Gerne verkauften wir auch Proteste gegen Dumpingloehne und gegen Hartz IV als unanstaendiges und undankbares Agieren, welches dem Wirtschaftsstandort Deutschland schadet, organisiert von gescheiterten ‚Wutbürgern‘ mit geringer Bildung auf der Suche nach einfachen Antworten, die sich jetzt auch noch mit ‚Reichsbürgern‘ vernetzt haetten, welche auch noch behaupten wuerden, die BRD waere gar kein richtiger souveraener Staat. Und dazu schoben wir dann immer sehr gerne die Namen Jürgen Elsaesser und Ken Jebsen dazu und riefen vehement dazu auf, dass hier die volle Haerte des ‚Gesetzes‘ bei diesen Stoerern endlich zum Tragen kommen muesste. Dies ist jetzt natuerlich nur ein kleiner Ausschnitt unserer gesamten Rhetorik-Kiste, von massenhaften Textbausteinen.

    Nun ja, also der Schreibstil – ganz besonders eines bestimmten Herrn hier im Blog – kam mir sehr bekannt vor, als ich auf diese Webseite stiess und mir das sehr interessante Meinungsbild etlicher Poster hier anschaute.

    Um die Geschichte noch kurz zu Ende zu erzaehlen. Waere ich noch bei diesem Sender gaebe es dieses Postings hier nicht, das waere viel zu gefaehrlich fuer meinen Arbeitsplatz gewesen. Jetzt soll aber keiner denken, dass ich hier Rachegelueste absondern wuerde. Nein, im Gegenteil, es war für mich eine grosse Erfahrung im Sender, und wir haben uns im Frieden getrennt. Jedenfalls, mein abgelegter ‚Redaktionslover‘ erklaerte mir recht deutlich wie er die Sache so sieht: „Schau ‚Herzchen‘, ich verdiene hier locker über 50 EUR/Std., und gerade vor ein paar Jahren hatten wir wieder ein so schoenes ZDF-Ratio-Vorruhestandsprogramm. Da kannst du mit Ende 50 nach Hause gehen, vielleicht auch noch eine kleine Firma zum Zeitvertreib aufmachen, Features drehen und als Superbonus auch noch ans ZDF verkaufen und kriegst zu diesem Feature-Geld in jedem Falle 70 Prozent deines letzten Nettos bis zum 63sten und noch einen Ausgleich für den vorzeitigen Rentenabzug als Einmalzahlung obendrauf und dann noch eine Zusatzaltersversorgung, welche mindestens so viel ist, wie die gesetzliche Rente. Und das soll ich alles aufgeben, weil hier einigen randalierenden Versager-Typen auf der Strasse das System-BRD nicht mehr passt? Oh nein ‚Herzchen‘. Da stehe ich voll hinter Merkel, Gauck oder wem auch immer, der uns das Gebuehrengeld hier reinspuelt.

    Ich fuer mich habe daraus gelernt: Im Land meiner Vorvaeter gehen die Journalisten für die Demokratie und die Interessen des Volkes ins Gefaengnis. In Deutschland sagen dazu die Journalisten, jedenfalls die, die ich kennengelernt habe: „Lass mal ganz schnell deinen Geisteszustand untersuchen, Flamme“. Ja und so bleibt auch bei mir als Fazit wie bei Udo Ulfkotte: Wer das, was die schreibende und sendende Mainstreamzunft als bare Muenze nimmt und sich danach richtet, wird den Niedergang dieses schoenen Landes befoerdern, statt ihn aufzuhalten. Schade, ich wollte eigentlich nicht wieder ins Land meiner Grossvaeter zurueck.

  53. Sigurd

    Viele Dankt für Deine aufschlußreichen Innenansichten.
    Wie du vielleicht entdeckt hast, bin ich eher einfach gestrickt und kein Wortakrobat wie viele andere hier. Aber ich FÜHLE was los ist, und bin nicht mindkontrolliert wie die Masse der meisten. Wolf würde die Kiste „Rechtsesoteriker“ dafür öffnen. 🙂
    Um beim Thema zu bleiben, da helfen auch die besten Ökunomen nicht
    mehr weiter, aber der Bewusstseinswandel, der im vollen Gange ist. Die Menschen schauen, und immer mehr gehen ins eigene Innere. Nur von da kann wahre Veränderung geschehen, da das Außen nur Illusion und der Spiegel des Inneren ist. Deshalb bin ich zuversichtlich nach wie vor. Die Mauern werden fallen. 🙂 Die Menschheit wächst in die Einheit. Alles liebe für Dich.

  54. Jürgen Engel

    @ Wolf

    Ich teile ihre Meinung oft, vermeide jedoch auf die Person bezogene Bewertungen, weil ich keine Lust auf „Konfrontationsdialoge“ habe, zumal der Emotionsgradient a la Esoterik und persönlicher Erlebnisse auch hier scheinbar unaufhaltsam ansteigt.
    Vielleicht sind unsere Überlegungen ohnehin bemitleidenswert rückständig, weil es zunehmend überzeugende und realistische Hinweise darauf gibt, dass die Geschicke der Menschheit in nicht all zu ferner Zukunft nicht mehr von Menschen sondern von Algorithmen, also Künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Spätestens dann sind alle Menschen gleich: Denn Roboter dürften sich weder für Bonzen und deren Geldvermehrung noch für Biodeutsche und deren Reinrassigkeit, die es je bei irgendeinem Volk gab, abgesehen von ganz isoliert lebenden Völkern, die folgerichtig gerade deshalb ausgestorben sind, interessieren. Bis es so weit ist, sollten man vielleicht doch etwas mehr zu schätzen wissen, dass wir seit 70 Jahren in Europa in Frieden leben, nicht hungern müssen und die größte Sorge unserer Nachkommen darin besteht, ob sie mit ihren Smartphones auch überall ins Netz kommen, wo sie gerade sind. Das hätte man sicherlich innerhalb eines anderen Wertekanons – statt Egoismus und Narzissmus rational-altruistische Gesellschaftsökonomie – auch erreichen können, ohne sich „nebenbei“ einen Wust von Problemen aufzuhalsen; das kann man nicht zwar mehr rückgängig machen. Ich halte es jedoch immer noch grundsätzlich für möglich, gerade unter Zuhilfenahme alternativer Energiegewinnungstechnolgien, die Erde so zu bewirtschaften, dass 10 Milliarden Menschen ( das dürfte vermutlich der Bevölkerungspeak sein ) menschenwürdig und umweltgerecht leben können. Bis unsere schlaueren Nachfolger so weit sind sich darum kümmern zu können, wäre es clever wenn wir schon mal damit anfangen würden unsere Wirtschafts- und Lebensweise dahingehend zu ändern.

  55. Jürgen Schmitt

    Frage an den Blog…
    Leider beschäftigt sich dieser Blog immer mehr mit sich selbst, anstatt sich mit den Inhalten des Buches zu beschäftigen.
    Und gerade bei diesem bemerkenswerten Buch von Frank Niessen lohnt sich das. Meiner Meinung nach beschreibt der Autor die Probleme der Ökonomie so treffend, dass es jeder lesen sollte.
    Warum tun die Schreiber dieses Blogs nicht auch?

  56. Wadimy

    @ Jürgen Schmitt
    Leider haben Sie hier Recht. Man kann nur hoffen, dass sich diese Unsitte wieder legt, wobei ich den allermeisten der Betroffenen durchaus zutraue, die dringende Notwendigkeit einer Rückkehr zu mehr Sachbezogenheit selbst zu erkennen.

  57. Wolf

    @Jürgen Schmitt

    Mir sind in diesem Blog zu viele rechtspopulistische, anstisemitische und rassistische Kommentare, die alle nichts mit den Themen der vorgestellten Bücher zu tun haben, aber von der Redaktion trotzdem einfach unkommentiert stehengelassen werden.

    Heiko Maas fordert ja zurecht, dass „Die schweigende Mehrheit … mal die Gardine zurückziehen“ müsste und sagt in einem Interview:

    „Der verbale Müll, der leider zunimmt, macht zu oft jede sachliche Debatte zunichte. Die Folge ist, dass sich viele Vernünftige aus den sozialen Netzwerken zurückziehen oder zu „toten Accounts“ werden. Das halte ich für die falsche Reaktion. Auch deshalb muss mehr gegen hate speech getan werden.“

    Inzwischen fürchte ich, dass Heiko Maas sich irrt, wenn er glaubt, dass es eine ’schweigende Mehrheit‘ gäbe, die sich gegen Rechtspopulismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aktivieren ließe. Die schweigende Mehrheit wird irgendwann mal wieder hinter denen herlaufen, die am primitivsten und lautesten schreien. Das sieht man auch schön an diesem Blog.

    Außer mir schreibt hier ja niemand gegen die nazistische Kommentare an, im Gegenteil, mir wird wiederholt direkt oder unterschwellig der Vorwurf gemacht, damit den eigentlichen Blog zu stören. Diesen Vorwurf machen Sie mir ja auch, wenn Sie schreiben, dass ‚dieser Blog sich immer mehr mit sich selbst‘ beschäftigt, denn ohne mich gäbe es zu dem Rechtspopulismus hier ja keine Gegenposition, also auch keine ‚Selbstbeschäftigung‘ des Blogs.

    Ich sehe schon ein, dass mein Geschreibsel hier vollkommen sinnlos ist. Aber ich fürchte, dass so lange hier Rechtspopulismus und Nazismus fröhliche Urstände feiern, werde ich mich nicht zurückhalten können, je nach Tageform immer wieder mal meinen Senf dazu abzugeben.

    Beim Amok-Buch hatte es mich auch schon gejuckt, insbesondere, nachdem ‚DAS‘ das Thema auch wieder mit Flüchtlingen verknüpfen musste.

    Zitat: „Die Gesellschaft lässt solche Zeitbomben frei herum laufen. Dies tut sie auch bei Steuersündern, Kriminellen usw. Die deutsche Regierung ließ kürzlich Hunderttausende ohne wirksame Kontrollen ins Land.“

    Ich selbst hatte mir im Blog zur Sendung tapfer die Frage verkniffen, ob eine Gemeinsamkeit von Amokläufern nicht auch ein autoritäres, rechtsgerichtetes, bestrafungsgeiles Weltbild ist. Auch was die Unfähigkeit zu Empathie angeht, ist das ja eine Eigenschaft, die Amokläufer mit Rechtspopulisten teilen. Aber wie gesagt: ich hab‘ mir den Post verkniffen, da ich nicht selbst Auslöser einer solchen Debatte werden wollte …

  58. Sigurd

    @Wolf
    Die Möglichkeit, sein Vaterland zu lieben ohne gleichzeitig menschenverachtend zu sein, schließen sie von vorneherein aus. Das passt so gar nicht in ihr NWO menschenfeindliches Weltbild. Dann besser alle platt machen die merken, das da etwas fürcherlich schief läuft. Und das ist übrigens die große Mehrheit. Das uns vermittelte Weltbild der Zwangsgebühren finanzierten Medien entspricht ja nur der kleinen Minderheit der noch Herrschenden dieses Planeten. Die Werkzeuge Angst und Schuldzuweißungen werden aber immer stumpfer. Das angeschlagene Raubtier darf noch einmal wild um sich schlagen, dann ist das Spiel zuende. Lohnschreiber werden ihre Arbeit los, und fallen in eine tiefe Sinnkrise. 🙂
    Lustiges Video dazu: youtu.be/d3GyKrXaTHY?t=200
    Natürlich vom bööösen Putin 🙂
    Ich bin mit einer Sperrung hier einverstanden. Hat mir immer große Freude gemacht, hier zu schreiben. Alles geht einmal zu Ende.

  59. Dieter Schwarz

    @Wolf
    Ist es möglich, von Ihnen einen einzigen Satz zu lesen, in dem nicht die Wörter ‚rechtspopulistisch‘, ‚anstisemitisch‘ – das Wort heisst übrigens ‚antisemitisch‘ und ‚rassistisch‘ oder ‚dunkeldeutsch‘ vorkommen? NEIN? Klar, wer sich der ‚heiligen Inquisition‘ des Mittelalters zur Verbrennung oder zumindest zur totalen Verbannung allen ‚rechtsgerichteten‘ Gedankenguts verschrieben hat, der muss seinen Eifer immerwährend steigern, bis nicht nur der letzte, sondern auch der allerletzte Kommentar, der nicht Ihrer ‚Politikal Correktness‘ á la Maas und Merkel entspricht, in allen Foren getilgt, zertreten und gelöscht ist. ERBÄRMLICH!
    Mir tun nur die armen Fußballreporter leid, wenn wieder einmal die Rede davon ist, dass der RECHTS-Verteidiger wiedereinmal ein böses Revanchefoul am LINKS-Außen verübt hat oder der RECHTS-Aussenstürmer mit einer üblen ‚Schwalbe‘ versucht hat einen Elfmeter herauszuschinden. Wer sollte es auch sonst sein als die ‚RECHTEN‘ natürlich. Wirken Sie doch bitte darauf hin, dass Sportreporter zukünftig nur noch von LINKEN-Flügelspielern reden dürfen und die anderen Spieler wegen ‚Diskriminierungsverbot‘ und ’no to racisme Gebot der UEFA‘ nur noch als Spieler ‚GEGENÜBER VON LINKS‘ oder ‚AUF DER ANDEREN SEITE VON LINKS‘ bezeichnet werden dürfen.

  60. Wolf

    @Sigurd/Klausilein, denke ich mal …

    Sie können Ihr Vaterland ja gerne lieben, auch wenn ich’s da eher mit Gustav Heinemann halte, der dazu mal gesagt haben soll: „Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!“

    ‚Liebe zum Vaterland‘ muss sich nicht darin ausdrücken, dass man Fremde verachtet und hasst. Das ist der Unterschied zwischen Patriotismus und Chauvinismus/Nationalismus. Patrioten haben es nicht nötig, den Wert des eigenen Landes aus der Abwertung anderer Länder/Völker/Religionen zu ziehen. Und sie können sich auch über die Zuwanderung von Menschen freuen, die diese Liebe teilen.

    Auch eine interessante Parallele von Rechtspopulisten zu den Amokläufern. Wie Chauvinisten können sie den eigenen Selbstwert nur daraus beziehen, dass sie andere verachten.

    Zumindest unter dem Pseudo ‚Sigurd‘ haben Sie hier ja noch nichts wirklich Löschungswürdiges gepostet. Nur Beifallsbekundungen zu anderen Rechtspopulisten, was halt seltsam ist, wenn Sie gleichzeitig vom Zeitalter der ‚Herzintelligenz‘ schwadronieren. Da nach Ihrer Ansicht jetzt doch eh alles gut wird, können Sie es doch einfach bei eben diesem Hinweis bewenden lassen. Zu diesem Gutwerden müssen Sie doch keine Fremden anfeinden, die in Ihrem kommenden Zeitalter der Herzintelligenz doch sicher auch ihren Platz haben werden – oder gilt das nur für Deutsche? Wenn ja, für wieviele Generationen rückwirkend muss man dann in Zukunft sein Deutschein denn nachweisen?

    Ich bin auch nicht dafür, Kommentare einfach zu löschen. Das löst das Problem ja auch nicht. Ich würde mir eher wünschen, dass auf jeden rechtspopulistischen Kommentar zehn Gegenkommentar kämen – hier ist das Verhältnis aber leider eher genau umgekehrt. Aber nicht nur hier. Das Verhältnis findet man fast in allen Kommentarbereichen im Internet. Focus und Welt: OK, geschenkt, aber selbst in den ehemals eher links ausgerichteten Telepolis-Foren kann man bei grün markierten Kommentaren (das sind die besonders gut bewerteten) sicher sein, dass sich darin fremdenfeindlicher Mist findet.

    Ich dachte mal, dass Nazizeit, Holocaust und Krieg für uns Deutsche gegen Nazismus wie eine Impfung wirken würden und wir davon nie mehr befallen werden würden. Leider sieht man heute, dass all das eher wie ein Antibiotikum gewirkt hat, gegen das sich nun zunehmend Resistenzen entwickeln.

    Na ja, zum Glück kommt den meisten normalen Menschen (noch?) das Kotzen, wenn Sie Rechtspopulisten, Rechtsradikale und Rechtsextreme live bei AdD-, Pediga-, NPD- und Hooligan-Demos sehen. Die kann man mal rauslassen, um’s ‚denen da oben‘ mal zu zeigen, aber wirklich regiert werden, will von denen kaum jemand. Ich verstehe nur nicht, warum das nicht mehr Menschen auch im Internet kund tun.

    BTW: Was machen eigentlich die Lohnschreiber aus Putins Trollfabriken, wenn das Zeitalter der Herzintelligenz losbricht? Oh, das fällt mir erst jetzt auf: vielleicht hatten Sie sich ja einfach nur verschrieben und meinten oben statt ‚Herzintelligenz‘ eher ‚Hetzintelligenz‘ – kann passieren, ‚t‘ und ‚r‘ liegen ja auf der Tastatur direkt nebeneinander. Wobei ‚Intelligenz‘ in dem Zusammenhang dann auch nicht passt.

  61. Wadimy

    @ Dieter Schwarz und @ Wolf,
    Konkreter Vorschlag: Tauschen Sie doch Ihre E-Mail-Adressen aus und führen Sie diesen Kleinkrieg dann auf privater Ebene weiter, aber bitte nicht in diesem Forum.

  62. Wolf

    @Wadimy

    Keine Sorge, ich werde mich an diesem ‚Blog‘ nicht mehr beteiligen. Dafür ist mir meine Zeit dann doch zu schade und die Bezahlung ist einfach zu mies. 😉 Aber ich frag‘ mal, ob Putin da mehr zahlt und komm dann vielleicht als Dieter Dunkel wieder. Bis denne.

  63. Wadimy

    @ Wolf
    Oft ist eine Radikallösung nicht die beste. Wie Sie wissen, halte ich (und das gilt auch für einige andere) Ihre Beiträge hier für ÜBERWIEGEND anregend, durchdacht und sachlich. Wenn es auch die dann hier nicht mehr gäbe, fände ich das schade.

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